Finanzpsychologie untersucht, wie Gefühle, Überzeugungen und persönliche Erfahrungen mit Geld finanzielle Entscheidungen prägen. Während Behavioral Finance vor allem typische Denkfehler am Kapitalmarkt beschreibt, fragt die Finanzpsychologie, was Geld für einen bestimmten Menschen bedeutet, etwa Sicherheit, Freiheit, Anerkennung oder Kontrolle. Für die Geldanlage folgt daraus: Eine Anlagestrategie trägt am ehesten, wenn sie zur Risikotragfähigkeit und zur Risikowahrnehmung der Person passt, die sie durchhalten muss. Als unabhängige Vermögensverwaltung aus Hamburg beginnen wir bei Albrecht, Kitta & Co. eine Anlagestrategie deshalb mit der Frage, was dein Vermögen für dich tun soll.
In diesem Beitrag geht es um die persönliche Seite des Geldes: was es für dich bedeutet und woher deine Haltung dazu kommt. Außerdem erfährst du, wie sich Risikotoleranz, Risikotragfähigkeit und Risikowahrnehmung unterscheiden, was Lebensübergänge verändern und wie du deine eigene Geldpsychologie erkennst. Welche typischen Denkfehler beim Investieren es gibt, erklärt unser Beitrag zu Behavioral Finance.
Was ist Finanzpsychologie und wie unterscheidet sie sich von Behavioral Finance?
Finanzpsychologie, auch Psychologie des Geldes genannt, fragt, was Geld für einen einzelnen Menschen bedeutet und wie das seine Entscheidungen prägt. Von Behavioral Finance unterscheidet sie sich vor allem im Blickwinkel: Behavioral Finance sucht nach Denkfehlern, die viele Menschen teilen, die Finanzpsychologie nach den Überzeugungen, die dich persönlich prägen. Behavioral Finance läuft oft auch unter dem Stichwort Anlegerpsychologie.
Ehrlich dazugesagt: Die Begriffe werden nicht einheitlich verwendet. Manche fassen Finanzpsychologie sehr weit und setzen sie mit Wirtschaftspsychologie gleich, andere meinen damit vor allem das Verhalten an der Börse. Wir verstehen unter Finanzpsychologie die Frage, wie deine Geschichte und deine Gefühle deine Entscheidungen über Geld beeinflussen.
Eine Abgrenzung, an der wir uns orientieren, stammt aus der US-Fachdiskussion. Brad Klontz und Edward Horwitz beschreiben Behavioral Finance als Anwendung der kognitiven Psychologie auf Finanzfragen, mit dem Schwerpunkt auf Denkfehlern (Journal of Financial Planning, Mai 2017). Die Finanzpsychologie zieht danach zusätzlich Sozial-, Persönlichkeits-, Familien- und Entwicklungspsychologie heran und reicht bis zu den Überzeugungen, die ein Mensch über Geld hat. Gut zu wissen: Klontz hat die Forschung zu den sogenannten Money Scripts selbst mitgeprägt. Seine Einteilung ist also die Sicht eines Beteiligten und keine allgemein anerkannte Definition.
Kurz gesagt:
| Behavioral Finance | Finanzpsychologie | |
|---|---|---|
| Leitfrage | Welche Denkfehler machen Menschen am Kapitalmarkt? | Was bedeutet Geld für diesen Menschen? |
| Blick auf | Muster, die viele teilen | Prägung, Werte und Lebenssituation des Einzelnen |
| Typische Themen | Denkfehler, Marktverhalten | Geldbiografie, Risikowahrnehmung, Lebensübergänge |
Was bedeutet Geld für dich: Sicherheit, Freiheit, Anerkennung oder Kontrolle?
Für die einen bedeutet Geld vor allem Sicherheit, für andere Freiheit, Anerkennung oder Kontrolle. Welche Bedeutung bei dir überwiegt, beeinflusst, welche Strategie sich für dich richtig anfühlt. Die folgenden vier Bedeutungen sind eine Denkhilfe und kein wissenschaftlich geprüftes Modell:
- Sicherheit: Geld ist der Puffer, der dich ruhig schlafen lässt.
- Freiheit: Geld verschafft Zeit und Wahlmöglichkeiten, etwa die Option, früher aufzuhören zu arbeiten oder ein Sabbatjahr einzulegen.
- Anerkennung: Geld ist auch ein Maßstab für Leistung. Für eine Unternehmerin, die ihr Vermögen über Jahrzehnte aufgebaut hat, steht es oft für ihr Lebenswerk.
- Kontrolle: Manche möchten jede Position im Depot selbst verstehen und mitentscheiden, weil Unklarheit sie mehr belastet als Schwankung.
Meist mischen sich mehrere davon, dazu kommen weitere wie die Verantwortung gegenüber der eigenen Familie.
Schwierig wird es, wenn Bedeutung und Strategie auseinanderlaufen. Wer Geld vor allem als Sicherheit erlebt, tut sich mit einem stark schwankenden Depot oft schwer, auch wenn die Schwankung rechnerisch tragbar wäre. Ein Anleger, der Kontrolle braucht, fühlt sich mit einer Struktur, die er nicht nachvollziehen kann, oft unwohl. Die Bedeutung deines Geldes entscheidet deshalb mit darüber, wie zufrieden du auf Dauer mit deiner Strategie bist.
Woher kommt deine Haltung zu Geld?
Deine Haltung zu Geld entsteht oft in der Familie und durch frühe Erfahrungen: aus Sätzen, die am Küchentisch gefallen sind, aus dem, was Eltern vorgelebt haben, oder aus einer Zeit, in der Geld knapp war. Ein „Das können wir uns nicht leisten“ oder ein „Spar lieber für schlechte Zeiten“ kann Jahrzehnte später noch mitentscheiden, ohne dass es dir bewusst ist.
Auch eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer langjährigen Befragung in Deutschland, spricht dafür, dass die Herkunft mitspielt (Dohmen et al., Journal of the European Economic Association, 2011). Danach hängt die Risikobereitschaft unter anderem mit Alter, Geschlecht, Körpergröße und dem elterlichen Hintergrund zusammen. Wie stark das im Einzelfall wirkt, lässt sich daraus nicht ablesen. Wie du in der Familie offen über Geld sprichst, liest du in einem eigenen Beitrag.
Was sind Money Scripts?
Money Scripts sind nach dem Modell des US-Psychologen Brad Klontz Überzeugungen über Geld, die meist in der Kindheit entstehen und häufig unbewusst wirken. Sie werden oft über Generationen in Familien weitergegeben, zeigen sich je nach Situation unterschiedlich und treiben nach diesem Modell einen Großteil des Finanzverhaltens an. Klontz und Kollegen haben vier solcher Muster beschrieben:
- Money Avoidance (Geld meiden): Geld gilt als etwas Schlechtes, oder man glaubt, es nicht zu verdienen.
- Money Worship (Geld verehren): Mehr Geld würde die meisten Probleme lösen.
- Money Status (Geld als Status): Der eigene Wert hängt am Vermögen.
- Money Vigilance (Wachsamkeit): Sorgfalt, Sorge und Diskretion im Umgang mit Geld.
Grundlage war eine Studie mit 422 Personen, die 72 Aussagen zu Geld bewertet haben (Klontz et al., Journal of Financial Therapy, 2011). Drei der vier Muster hingen mit Einkommen und Nettovermögen zusammen. Ehrlich dazugesagt: Es war eine Pilotstudie mit einer nicht repräsentativen Stichprobe aus den USA, die Ergebnisse lassen sich nicht einfach auf Deutschland übertragen. Außerdem zeigt die Studie nur einen Zusammenhang: Ob die Überzeugung zuerst da war oder die finanzielle Lage, können die Autoren nicht sagen.
Kein Muster ist dabei nur gut oder nur schlecht. Money Vigilance etwa spornt zur Sparsamkeit an. Zu viel Sorge kann nach Klontz aber verhindern, die Sicherheit zu genießen, die Geld geben kann. Money Scripts sind ein Modell zum Nachdenken über die eigenen Gewohnheiten. Wer seine Muster kennt, kann sie bei Entscheidungen bewusst mitdenken.
Die vier Bedeutungen von Geld beschreiben, wofür Geld für dich da ist, Money Scripts dagegen, was du über Geld glaubst. Beides kann zusammenhängen, Money Vigilance etwa mit dem Wunsch nach Sicherheit. Bei der Geldanlage zeigt sich diese Prägung vor allem in einer Frage: wie viel Risiko du eingehen willst, wie viel du tragen kannst und wie bedrohlich es sich für dich anfühlt.
Was ist der Unterschied zwischen Risikotoleranz, Risikotragfähigkeit und Risikowahrnehmung?
Es geht um Wollen, Können und Fühlen: Risikotoleranz ist, wie viel Schwankung du eingehen willst; Risikotragfähigkeit, wie viel Verlust du finanziell verkraften kannst, ohne deine Ziele aufzugeben; Risikowahrnehmung, wie bedrohlich sich ein Risiko für dich anfühlt. Statt Risikotoleranz liest du oft auch Risikobereitschaft, gemeint ist dasselbe. Eine passende Strategie berücksichtigt alle drei.
| Begriff | Die Frage dahinter | Woran es unter anderem hängt |
|---|---|---|
| Risikotoleranz (auch Risikobereitschaft) | Wie viel Schwankung willst du eingehen? | Persönlichkeit, Prägung, Ziele |
| Risikotragfähigkeit | Wie viel Verlust kannst du finanziell verkraften, ohne Ziele aufzugeben? | Vermögen, Einkommen, Ausgaben, Zeithorizont |
| Risikowahrnehmung | Wie bedrohlich fühlt sich ein Risiko für dich an? | Erfahrung, Marktlage, Lebensphase |
Auch das Wertpapierhandelsgesetz trennt die Begriffe: Nach § 64 Abs. 3 WpHG muss ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen, also auch eine Vermögensverwaltung, vom Kunden Informationen über seine Anlageziele „einschließlich seiner Risikotoleranz“ einholen und getrennt davon über seine finanziellen Verhältnisse „einschließlich seiner Fähigkeit, Verluste zu tragen“. Das Gesetz behandelt Wollen und Können also als zwei verschiedene Dinge.
Die eigene Risikotoleranz ist allerdings vorab nicht leicht einzuschätzen. Eine Beobachtung aus unserer Arbeit bei Albrecht, Kitta & Co.: Im März 2020 zeigte sich bei Depots, deren Aufteilung auf dem Papier zur Selbsteinschätzung passte, wie weit Selbsteinschätzung und tatsächliche Risikotoleranz auseinanderliegen.
Wie sich die Risikotoleranz verlässlicher einschätzen lässt, beschreibt die europäische Wertpapieraufsicht ESMA in ihren Leitlinien zur Geeignetheit (ESMA35-43-3172, deutsche Fassung vom 03.04.2023). Danach soll auch die Risikowahrnehmung berücksichtigt werden. Eine reine Selbsteinschätzung soll vermieden werden. Aussagekräftiger ist die Frage, welche Verluste jemand über einen bestimmten Zeitraum hinnehmen würde, etwa mit konkreten Zahlen (Rn. 46 und 48). Ein konkreter Betrag in Euro sagt deshalb oft mehr als ein Kreuz bei „eher risikofreudig“.
Risikotoleranz, Risikotragfähigkeit und Risikowahrnehmung auseinanderzuhalten, kann helfen, eine Strategie zu wählen, die du auch in einem Kursrückgang beibehältst. Konkret: Deine Risikotragfähigkeit lässt sich vorher in Euro durchrechnen. Vor Verlusten schützt das allerdings nicht.
Warum sollte deine Anlagestrategie zu dir passen?
Eine Anlagestrategie hält am ehesten, wenn sie zu dir passt, denn im Kursrückgang entscheidet die Person, die den Plan durchhalten muss. Gerade dann können sich Risikowahrnehmung und Risikobereitschaft verändern.
Dass sich die Risikobereitschaft in einer Krise ändern kann, zeigt eine Studie aus der Zeit nach der Finanzkrise 2008. Die Ökonomen Luigi Guiso, Paola Sapienza und Luigi Zingales befragten Kundinnen und Kunden einer italienischen Bank wiederholt. Ihre Risikoaversion, also die Abneigung gegen Risiko, war nach der Krise deutlich gestiegen (NBER Working Paper 19284, veröffentlicht 2018 im Journal of Financial Economics).
Als Erklärung halten Guiso, Sapienza und Zingales eine emotionale Reaktion, also Angst, für plausibel. In einem Laborexperiment waren Teilnehmende, die vorher einen Horrorfilm gesehen hatten, vorsichtiger: Der sichere Betrag, mit dem sie sich statt einer Lotterie zufriedengegeben hätten, lag um 27 % niedriger als bei Teilnehmenden ohne Horrorfilm. Auch das Handelsverhalten der Bankkunden passte zu diesem Befund. Die Studie betrifft allerdings eine Bank, ein Land und einen Zeitraum. Sie zeigt zwar, dass sich Risikoaversion ändern kann, aber nicht, wie stark sie sich bei dir ändert.
Passend ist eine Strategie, wenn drei Dinge zusammenkommen:
- Sie liegt innerhalb deiner Risikotragfähigkeit.
- Sie entspricht deiner Risikotoleranz und du hältst sie auch dann durch, wenn sich ein Rückgang bedrohlich anfühlt.
- Sie ist auf das ausgerichtet, wofür dein Geld da sein soll.
Diese drei Punkte fließen vor allem in die Aufteilung deines Vermögens auf Anlageklassen ein. Mehr dazu, wie du dein Vermögen sinnvoll aufteilst, liest du im Beitrag zur Asset Allocation. An drei Praxisbeispielen zeigen wir außerdem, wie wir Vermögen strukturieren. Passt eine Strategie nicht mehr zu dir, lässt sie sich anpassen. Leichter fällt das meist in einer ruhigen Marktphase als mitten in einem Rückgang.
Was passiert mit deiner Geldpsychologie bei Erbe, Unternehmensverkauf oder Ruhestand?
In Lebensübergängen verschieben sich oft gleichzeitig die Bedeutung von Geld und deine Risikowahrnehmung. In welche Richtung, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Besonders deutlich zeigt sich das bei diesen Übergängen:
- Erbe: Geerbtes Geld kann sich anfangs nicht wie eigenes anfühlen. Dazu kommt die Verantwortung gegenüber dem Menschen, von dem es stammt. Was du mit plötzlichem Vermögen zuerst tun solltest, liest du in unserem Beitrag für Erbinnen und Erben.
- Unternehmensverkauf: Aus dem Unternehmerrisiko, das du selbst steuern konntest, wird Marktrisiko, auf das du keinen direkten Einfluss hast. Dazu kommt die Frage, wer man ohne die eigene Firma ist. Wie du nach dem Verkauf vom Verkaufserlös zum Plan kommst, zeigt ein eigener Beitrag.
- Ruhestand: Aus Ansparen wird Entnehmen. Ein Kursrückgang kann sich ohne laufendes Gehalt anders anfühlen als mitten im Berufsleben. Lies dazu, wie sich die Anlagestrategie vor der Rente verändert.
- Weitere Anlässe: Ähnliches kann bei jeder plötzlichen größeren Summe passieren, etwa nach einem Immobilienverkauf oder einer Abfindung.
Was wir bei Albrecht, Kitta & Co. häufig sehen, sind hohe Kontostände, hinter denen eine aufgeschobene Entscheidung steht: Geld, das auf eine Entscheidung wartet. Nach einem Übergang ist so eine Pause verständlich. Hilfreich ist, die eigene Strategie in dieser Phase bewusst neu anzusehen, damit aus der Pause eine Entscheidung wird.
Wie erkennst du deine eigene Geldpsychologie?
Deine eigene Geldpsychologie erkennst du am ehesten über Fragen zu deinem tatsächlichen Verhalten und zu konkreten Beträgen. Selbstbeschreibungen wie „eher vorsichtig“ oder „risikofreudig“ sind weniger verlässlich, das sieht auch die ESMA so. Fünf Fragen können dir helfen:
- Welcher Satz über Geld ist dir aus deiner Kindheit im Gedächtnis geblieben?
- Wie hast du dich beim letzten größeren Kursrückgang tatsächlich verhalten?
- Welcher Verlust in Euro über ein Jahr wäre für dich noch tragbar, ohne dass du verkaufen willst?
- Wofür soll dein Vermögen da sein und bis wann?
- Was würdest du mit einer unerwarteten größeren Summe als Erstes tun?
Weitere Fragen ergeben sich oft im Gespräch mit deiner Partnerin, deinem Partner oder deiner Familie.
Die Antworten können dir ein Gefühl für deine eigene Risikotoleranz und deine Risikowahrnehmung geben. Eine Analyse deiner finanziellen Verhältnisse ersetzen sie allerdings nicht. Übrigens: Wenn Geld dich dauerhaft stark belastet, ist eine psychologische Fachperson die richtige Ansprechpartnerin.
Wie verbindet Albrecht, Kitta & Co. Finanzpsychologie und Vermögensverwaltung?
Am Anfang steht bei uns die Person: Jedes Vermögen ist anders, so einzigartig wie deine Ziele, Sorgen und Zukunftspläne. Unsere Kundenreise hat sechs Schritte. Sie beginnt mit deinem Status quo und deinen Zielen, also auch mit der Frage, was dein Vermögen für dich tun soll.
Im dritten Schritt geht es um die Struktur: Wir machen mit dem ak. Optimizer, dem ersten Baustein unserer Vermögen360-Analyse, dein Gesamtvermögen sichtbar, also Struktur, Kosten und Klumpenrisiken über alle Vermögenswerte hinweg. Daraus entwickeln wir die strategische Asset Allocation, passend zu deinen Zielen und deiner Risikotragfähigkeit.
Für Lebensübergänge kommt der zweite Baustein dazu: ak. Planning stellt deine Einnahmen und Ausgaben im Zeitverlauf gegenüber, inklusive vorhersehbarer Cash-Events wie einer Erbschaft. Damit rechnen wir durch, ob und wie lange dein Vermögen trägt, auch wenn die ersten Jahre schwach laufen. Mit ak. Planning rechnen wir auch den Krisenfall durch: wie sich deine Vermögensstruktur zusammen mit deinen Einnahmen und Ausgaben in einer solchen Phase hält und was das für deine weitere Planung bedeutet. Die Rechnung beruht auf Annahmen, die tatsächliche Entwicklung kann davon abweichen.
Anschließend begleiten wir dich weiter, mit einem Gespräch in der Regel einmal pro Quartal (z. T. auch deutlich häufiger oder seltener). Dort ist Raum, über Veränderungen in deinem Leben und in deinem Blick auf Risiko zu sprechen. Unsere Berater haben Mandanten beispielsweise schon durch 2008 und durch 2020 begleitet und wissen, wie sich Disziplin in unruhigen Phasen auszahlt.
Welche Anlagestrategie passt zu dir?
Das hängt davon ab, was dein Geld für dich bedeutet und was du im Ernstfall tragen kannst. Beides lässt sich im persönlichen Gespräch gut sortieren. Ein Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
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Häufige Fragen zur Finanzpsychologie
Der Unterschied liegt im Blickwinkel. Behavioral Finance beschreibt typische Denkfehler, die viele Menschen am Kapitalmarkt teilen. Finanzpsychologie fragt, welche persönlichen Überzeugungen, Erfahrungen und Gefühle deine Entscheidungen über Geld prägen, etwa was Geld für dich bedeutet. Die Begriffe werden allerdings nicht einheitlich verwendet. Welche Denkfehler typisch sind, erklärt unser Beitrag Behavioral Finance einfach erklärt.
Risikotoleranz beschreibt, wie viel Schwankung du eingehen willst. Risikotragfähigkeit beschreibt, wie viel Verlust du finanziell verkraften kannst, ohne deine Ziele aufzugeben. Auch das Gesetz trennt beides: § 64 Abs. 3 WpHG zählt die Risikotoleranz zu den Anlagezielen und die Fähigkeit, Verluste zu tragen, zu den finanziellen Verhältnissen. Dazu kommt als dritter Begriff die Risikowahrnehmung, also wie bedrohlich sich ein Risiko für dich anfühlt.
Eher über konkrete Beträge als über eine Selbsteinschätzung: Welcher Verlust in Euro über ein Jahr wäre für dich noch tragbar, ohne dass deine Ziele wackeln? Bei Albrecht, Kitta & Co. rechnen wir das mit deinem Gesamtvermögen durch, also auch mit Immobilien, Beteiligungen und Rentenansprüchen. Konkrete Beträge statt einer Selbsteinschätzung sehen auch die ESMA-Leitlinien vor, dort für die Frage, welche Verluste du hinnehmen willst. Vor Verlusten schützt das nicht, es zeigt dir aber vorher, welche Verluste du nach heutigem Stand verkraften könntest.
Ja, deine Risikobereitschaft kann sich im Laufe des Lebens ändern, etwa nach einer Krise oder an Lebensübergängen. Eine Studie mit Kundinnen und Kunden einer italienischen Bank fand nach der Finanzkrise 2008 eine deutlich gestiegene Risikoaversion (Guiso, Sapienza und Zingales, 2018). Das betrifft allerdings nur eine Bank in einem Land und sagt nichts darüber, wie stark es bei dir wäre. Auch der Ruhestand kann dein Profil verändern, die ESMA-Leitlinien nennen das Erreichen des Rentenalters als möglichen Anlass, Kundenangaben zu aktualisieren.
Hilfreich ist, zuerst zu klären, wofür das Geld da sein soll. Erst danach geht es darum, wie es angelegt wird. Wir bei Albrecht, Kitta & Co. sehen häufig hohe Kontostände, hinter denen eine aufgeschobene Entscheidung steht. Eine Pause ist verständlich, sie sollte aber bewusst gewählt sein, zum Beispiel mit einem festen Zeitpunkt, an dem du die Entscheidung wieder aufnimmst.
Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er ersetzt keine individuelle, auf deine persönliche Situation abgestimmte Beratung. Kapitalanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
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