Behavioral Finance (verhaltensorientierte Finanzwirtschaft) verbindet Psychologie und Ökonomie und untersucht, warum Anlegerinnen und Anleger systematisch vom Modell des rein rationalen Entscheiders abweichen, etwa durch Verlustaversion, Selbstüberschätzung oder Herdenverhalten. Grundlage ist unter anderem die Prospect Theory von Daniel Kahneman und Amos Tversky aus dem Jahr 1979. Wer typische Denkfehler kennt und Entscheidungen vor dem Ernstfall festlegt, kann ihren Einfluss auf die eigene Geldanlage verringern, ganz ausschalten lässt er sich aber nicht. Deshalb entwickeln wir als unabhängige Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. aus Hamburg die Anlagestrategie gemeinsam mit dir, bevor ein Kursrückgang sie auf die Probe stellt.
Der Beitrag erklärt, woher die Behavioral Finance kommt, stellt zehn typische Denkfehler mit je einem Beispiel aus dem Depot vor und ordnet die Effizienzmarkthypothese, Market Timing und mögliche Gegenmittel ein. Wie deine persönliche Haltung zu Geld deine Anlage prägt, zeigt unser Beitrag zur Finanzpsychologie.
Was ist Behavioral Finance und woher kommt sie?
Behavioral Finance ist das Forschungsfeld, das untersucht, wo und warum Menschen beim Umgang mit Geld vom klassischen Modell abweichen. Dieses Modell geht von Anlegerinnen und Anlegern aus, die alle verfügbaren Informationen auswerten und rational entscheiden. Die Abweichungen sind systematisch: Sie zeigen in eine vorhersehbare Richtung und heben sich deshalb über viele Anleger hinweg nicht einfach auf.
Den Grundstein legten die Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky mit ihrer Prospect Theory (Econometrica, 1979). Die Prospect Theory beschreibt, wie Menschen Entscheidungen unter Risiko treffen: Sie bewerten Gewinne und Verluste gegenüber einem Bezugspunkt, nicht ihr Endvermögen. Zudem verläuft ihre Bewertung für Verluste steiler als für Gewinne. Ob sich ein Depotstand von 500.000 Euro gut anfühlt, hängt deshalb davon ab, ob er vor einer Woche bei 450.000 oder bei 550.000 Euro lag.
Kahneman erhielt 2002 den Wirtschaftsnobelpreis, geteilt mit Vernon L. Smith, dafür, Erkenntnisse der psychologischen Forschung in die Wirtschaftswissenschaft integriert zu haben (Nobelpreis 2002). Sein langjähriger Forschungspartner Amos Tversky war bereits 1996 gestorben.
Bekannt ist auch Kahnemans Bild aus „Schnelles Denken, langsames Denken“ (2011, deutsch 2012): System 1 arbeitet schnell, automatisch und mühelos, System 2 langsam und mit Anstrengung. Kahneman nennt beide selbst fiktive Figuren, also ein Erklärbild und keine Hirnregionen. Im Alltag heißt das: Eine Eilmeldung über einen Kurssturz löst zuerst einen Impuls aus, die Prüfung kommt später oder gar nicht.
Welche typischen Denkfehler gibt es beim Investieren?
Beim Anlegen begegnen dir besonders häufig diese zehn Denkfehler: Verlustaversion, Dispositionseffekt, Ankereffekt, Bestätigungsfehler, Selbstüberschätzung, Herdenverhalten, Home Bias, Recency Bias, Mental Accounting und Status-quo-Bias. Fachleute sprechen von kognitiven Verzerrungen, auf Englisch Biases.
Was ist Verlustaversion?
Verlustaversion bedeutet, dass ein Verlust in der Wahrnehmung schwerer wiegt als ein gleich großer Gewinn. Wie stark, schätzten Tversky und Kahneman 1992 in einem Experiment (Journal of Risk and Uncertainty): Bei 25 Studierenden aus Berkeley und Stanford, die zwischen hypothetischen Lotterien wählten und pauschal bezahlt wurden, lag der Median bei 2,25. Ein Verlust wog dort also gut doppelt so schwer wie ein gleich großer Gewinn. Ehrlich dazugesagt: Der Wert stammt aus dem Labor und schwankt je nach Studie stark. Eine Metaanalyse von Brown, Imai, Vieider und Camerer (2024) über 607 Schätzungen aus 150 Studien kommt im Mittel auf rund 1,96, andere Auswertungen finden je nach Versuchsaufbau eine deutlich schwächere Verlustaversion.
Im Depot kann Verlustaversion so aussehen: Ein Minus von 20 % trifft dich oft härter, als dich ein Plus in derselben Höhe freut. Verlustpositionen bleiben dann leicht liegen, weil ein Verkauf den Verlust endgültig macht. Genau dieses Muster beschreibt der Dispositionseffekt.
Was ist der Dispositionseffekt?
Der Dispositionseffekt ist die Neigung, Gewinner zu früh zu verkaufen und Verlierer zu lange zu halten. Den Begriff prägten Hersh Shefrin und Meir Statman 1985. Terrance Odean (1998, Journal of Finance) untersuchte ihn an Handelsdaten von 10.000 Konten eines US-Discount-Brokers aus den Jahren 1987 bis 1993: Gewinnpositionen wurden anteilig rund 1,5-mal so häufig verkauft wie Verlustpositionen. Die verkauften Gewinner erzielten im Folgejahr im Schnitt eine um 3,4 Prozentpunkte höhere Überrendite als die gehaltenen Verlierer. Gut zu wissen: Das sind US-Daten eines einzigen Brokers aus einer anderen Zeit, auf heute oder auf Deutschland lassen sie sich nicht einfach übertragen.
Was ist der Ankereffekt?
Der Ankereffekt beschreibt, dass eine zufällige oder veraltete Zahl eine Schätzung beeinflusst, obwohl sie dafür keine Bedeutung hat. In einem Experiment von Tversky und Kahneman (1974, Science) gab ein Glücksrad eine Zufallszahl vor: Wer die 10 gesehen hatte, schätzte den Anteil afrikanischer Staaten in der UNO im Median auf 25 %, wer die 65 gesehen hatte, auf 45 %. Mit Geldanlage hatte das Experiment nichts zu tun. Übertragen aufs Depot, als Beispiel: Der eigene Kaufkurs oder das letzte Hoch wird zur Messlatte („Ich verkaufe, sobald ich wieder bei meinem Einstiegskurs bin“), obwohl beide Werte nichts über die weitere Entwicklung aussagen.
Was ist der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)?
Der Bestätigungsfehler ist die Neigung, vor allem Informationen zu suchen und zu gewichten, die die eigene Meinung stützen. Ein Beispiel: Nach dem Kauf einer Aktie liest du vor allem die zustimmenden Kommentare, Warnsignale rutschen eher durch.
Was ist Selbstüberschätzung (Overconfidence)?
Selbstüberschätzung heißt, das eigene Wissen, die eigene Trefferquote oder das Gespür für den richtigen Zeitpunkt zu hoch einzuschätzen. Im Depot zeigt sie sich zum Beispiel in häufigem Umschichten oder in wenigen, großen Positionen. Bei Unternehmerinnen und Unternehmern kann der Erfolg im eigenen Feld das Vertrauen ins eigene Börsenurteil mitwachsen lassen.
Was ist Herdenverhalten und was hat FOMO damit zu tun?
Herdenverhalten bedeutet, sich in unsicheren Situationen am Verhalten anderer zu orientieren. FOMO („Fear of Missing Out“) ist die Angst, eine Entwicklung zu verpassen. Sie verstärkt den Sog, mit der Mehrheit zu gehen. Der Ökonom Robert Shiller beschreibt Spekulationsblasen als psychologische Ansteckung von Mensch zu Mensch, angetrieben unter anderem vom Neid auf die Erfolge anderer (Nobelvortrag 2013). Ein typisches Beispiel ist der Einstieg in ein Thema, über das gerade alle sprechen, nachdem die Kurse schon stark gestiegen sind.
Was ist der Home Bias?
Der Home Bias ist die Neigung, heimische oder vertraute Märkte zu stark zu gewichten. Kenneth French und James Poterba (1991, American Economic Review) schätzten für Ende 1989 den Anteil heimischer Aktien im Aktienportfolio: 93,8 % in den USA, 98,1 % in Japan und 82,0 % in Großbritannien. Die Ursache dafür sahen sie eher in den Entscheidungen der Anleger selbst als in Beschränkungen. Die Zahlen sind allerdings alt und nach Angabe der Autoren grobe Schätzungen, aktuelle Werte für Deutschland liefern sie nicht.
Im Alltag zeigt sich der Home Bias etwa in vertrauten Namen aus dem eigenen Land oder aus der eigenen Branche. Ein Blick darauf, woraus ein Portfolio besteht, hilft, solche Schwerpunkte im eigenen Depot zu erkennen.
Was ist der Recency Bias?
Der Recency Bias ist die Neigung, die jüngste Entwicklung zu stark zu gewichten und in die Zukunft fortzuschreiben. Nach mehreren starken Börsenjahren wirkt Risiko dann klein, nach einem Einbruch wirkt jeder weitere Rückgang wahrscheinlich. Beides kann dazu führen, dass die Aufteilung des Vermögens eher der Stimmung folgt als dem Plan.
Was ist Mental Accounting?
Mental Accounting bedeutet, Geld gedanklich auf getrennte „Konten“ zu verteilen und jedes für sich zu bewerten. Der Begriff geht auf den Ökonomen Richard Thaler zurück (Nobelpreis 2017). Ein Beispiel: ein „Spieldepot“ mit hohem Risiko neben einem „Sicherheitsdepot“, ohne dass jemand auf das Risiko des Gesamtvermögens schaut.
Was ist der Status-quo-Bias?
Der Status-quo-Bias ist die Neigung, am Bestehenden festzuhalten, weil sich jede Änderung wie eine eigene, riskantere Entscheidung anfühlt. Ein Beispiel: Eine Aufteilung von vor vielen Jahren läuft unverändert weiter, obwohl sich deine Ziele inzwischen verändert haben.
Abstellen lassen sich Denkfehler beim Anlegen nicht. Ihr Einfluss kann aber kleiner werden, wenn eigene Anlageregeln schon stehen, bevor eine Entscheidung drängt. Weil viele Anlegerinnen und Anleger in dieselbe Richtung danebenliegen, stellt sich außerdem die Frage, was das für die Preise am Markt bedeutet.
Widerspricht Behavioral Finance der Effizienzmarkthypothese?
Behavioral Finance widerspricht der Effizienzmarkthypothese nur teilweise. Die Effizienzmarkthypothese von Eugene Fama (1970, Journal of Finance) besagt, dass Marktpreise die verfügbaren Informationen jederzeit „vollständig widerspiegeln“. Aus Sicht der Behavioral Finance können Preise dagegen zeitweise von ihrem fundamentalen Wert abweichen, unter anderem wegen systematischer Denkfehler. Gemeint ist der Wert, den die künftig erwarteten Gewinne und Dividenden eines Unternehmens rechtfertigen. In der Forschung stehen beide Sichtweisen nebeneinander: 2013 erhielten Eugene Fama und Robert Shiller gemeinsam mit Lars Peter Hansen den Wirtschaftsnobelpreis, obwohl ihre Arbeiten teils in entgegengesetzte Richtungen weisen.
Shiller argumentierte 1981, dass Aktienkurse deutlich stärker schwanken, als die späteren Dividenden rechtfertigen würden. Spekulationsblasen führt er, wie beim Herdenverhalten beschrieben, auf psychologische Ansteckung zurück. Übrigens: Laut Shiller selbst gibt es für den Begriff „Blase“ keine allgemein akzeptierte Definition (Nobelvortrag 2013).
Warum Fehlbewertungen nicht sofort verschwinden, erklären Andrei Shleifer und Robert Vishny (1997, Journal of Finance) mit den Grenzen der Arbitrage: Wer gegen eine Fehlbewertung handelt, also gezielt auf den Ausgleich falscher Preise setzt, braucht Kapital und trägt Risiko. Gerade wenn Preise weit vom fundamentalen Wert entfernt sind, kann dieser Ausgleich deshalb versagen.
Die Pressemitteilung zum Nobelpreis 2013 bringt beide Sichtweisen zusammen: Das heutige Verständnis von Preisen stützt sich teils auf Schwankungen von Risiko und Risikoneigung, teils auf Verhaltensverzerrungen und Marktfriktionen. Wir ziehen daraus vor allem einen Schluss: Selbst wenn ein Markt übertrieben wirkt, kennt niemand verlässlich den Zeitpunkt, an dem sich das korrigiert.
Warum können Market Timing und häufiges Handeln Rendite kosten?
Market Timing und häufiges Handeln können Rendite kosten, weil Denkfehler wie Selbstüberschätzung oder Verlustaversion zu mehr Käufen und Verkäufen führen können und jede Transaktion Kosten verursachen kann. Wer in einem Rückgang aussteigt, kann außerdem die Tage verpassen, an denen sich die Kurse erholen.
Wie teuer häufiges Handeln werden kann, zeigt eine Studie von Barber und Odean (2000). Die beiden werteten die Konten von 66.465 US-Haushalten bei einem Discount-Broker aus den Jahren 1991 bis 1996 aus. Der durchschnittliche Haushalt erzielte nach Kosten 16,4 % pro Jahr, das Fünftel mit dem höchsten Depotumschlag netto 11,4 % gegenüber 17,9 % für den Markt. Vor Kosten lagen Viel- und Wenighändler kaum auseinander, die Lücke entstand vor allem durch Handelskosten. Als Erklärung nennen die Autoren Selbstüberschätzung. Allerdings sind es US-Daten der 1990er-Jahre von einem Broker, aus einem starken Aktienmarkt und mit dem Kostenniveau von damals. Auf heute lassen sich diese vergangenen Werte nicht einfach übertragen. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung.
Dazu kommt die Frage des Zeitpunkts. J.P. Morgan Asset Management hat für den US-Aktienindex S&P 500 inklusive Dividenden durchgerechnet, was aus 10.000 US-Dollar von 2006 bis 2025 geworden wäre (Guide to Retirement 2026, Daten per 31.12.2025). Durchgehend investiert waren es 11,0 % pro Jahr, ohne die zehn besten Börsentage 6,6 % pro Jahr. Sechs der zehn besten Tage lagen höchstens zwei Wochen von einem der zehn schlechtesten Tage entfernt. Wichtig dabei: Das ist eine hypothetische Rechnung mit Rückschau für einen US-Index in US-Dollar, vor Kosten. Sie ist bewusst zugespitzt, weil sie unterstellt, dass jemand genau die besten Tage verpasst. Auf DAX oder Euro lässt sie sich nicht übertragen. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung.
Der Behavior Gap ist die Lücke zwischen der Rendite einer Anlage und der Rendite, die Anlegerinnen und Anleger damit tatsächlich erzielen. Er entsteht unter anderem durch Ein- und Ausstiege zu ungünstigen Zeitpunkten.
Unsere Haltung zum Market Timing fasst ein bekannter Börsensatz zusammen: „Time in the market beats timing the market.“ Wer investiert bleibt, muss den richtigen Zeitpunkt nicht treffen, trägt allerdings auch jeden Rückgang mit. Eine Garantie für ein besseres Ergebnis gibt es nicht. Wie eine Anlagestruktur entsteht, die aufs Durchhalten angelegt ist, zeigen drei Praxisbeispiele.
Was hilft gegen Denkfehler beim Investieren?
Gegen Denkfehler beim Investieren helfen vor allem Entscheidungen, die fallen, bevor der Markt Druck macht. Ausschalten lassen sich Denkfehler nicht, ihr Einfluss kann aber sinken, wenn die wichtigen Fragen beantwortet sind. Vier Dinge können dabei helfen:
- Die Strategie vorher festlegen. Wer die Aufteilung auf Anlageklassen passend zu Zielen und Anlagehorizont bestimmt, solange keine Entscheidung drängt, hat später einen Maßstab für jeden Impuls. Diese strategische Asset Allocation kann vor allem die Verlustaversion dämpfen.
- Nach festen Regeln rebalancieren. Beim Rebalancing wird die Aufteilung zu festen Zeitpunkten oder ab einer bestimmten Abweichung auf das Ziel zurückgeführt. Das heißt tendenziell: Gestiegenes verkaufen, Gefallenes nachkaufen. Das kann dem Herdenverhalten und dem Recency Bias entgegenwirken. Allerdings kann jede Umschichtung Kosten verursachen, vor Verlusten schützt Rebalancing nicht.
- Breit streuen. Eine Streuung über Anlageklassen, Regionen und Branchen kann den Home Bias und die Folgen von Selbstüberschätzung abfedern. Dazu gehört der Blick aufs Gesamtvermögen statt auf einzelne „Töpfe“ (Mental Accounting).
- Eigene Handlungsregeln aufschreiben. Halte zum Beispiel vorher fest, unter welchen Bedingungen du verkaufst oder nachkaufst (Dispositionseffekt). In hektischen Phasen kann eine selbst gesetzte Wartezeit vor jeder Entscheidung helfen, ebenso ein Gegenüber, das nachfragt, bevor du handelst.
Ehrlich dazugesagt: Regeln können den Einfluss von Denkfehlern verringern, sie garantieren kein Ergebnis. Gerade im Rückgang ist die Versuchung groß, sie zu brechen. Anpassen lässt sich eine Strategie trotzdem jederzeit, wenn sich dein Leben ändert, etwa deine Ziele oder dein Anlagehorizont. Eine Schlagzeile ist dafür ein schwacher Anlass. Wie du beim Vermögensaufbau dranbleibst, beschreibt ein eigener Beitrag.
Wie gehen wir bei Albrecht, Kitta & Co. mit Denkfehlern um?
In unserer Vermögensverwaltung klären wir zuerst deine Ziele und leiten daraus die Anlagestrategie ab. Unsere Berater haben Mandanten beispielsweise schon durch 2008 und durch 2020 begleitet und wissen, wie sich Disziplin in unruhigen Phasen auszahlt. Frei von Denkfehlern sind aber auch Vermögensverwalter nicht.
Ein Werkzeug, um deinen Plan vor dem Ernstfall zu prüfen, ist ak. Planning, ein Baustein unserer Vermögen360-Analyse. ak. Planning stellt deine Einnahmen und Ausgaben im Zeitverlauf gegenüber, inklusive vorhersehbarer Cash-Events wie einer Erbschaft. Mit ak. Planning rechnen wir auch den Krisenfall durch: wie sich deine Vermögensstruktur zusammen mit deinen Einnahmen und Ausgaben in einer solchen Phase hält und was das für deine weitere Planung bedeutet. Die Frage „Was macht ein Rückgang mit meinem Plan?“ lässt sich so beantworten, bevor die Verlustaversion mitredet. Die Rechnung ist ein Was-wäre-wenn auf Basis von Annahmen: Sie sagt keine Krise voraus und nennt keine Eintrittswahrscheinlichkeit.
Ob die Strategie noch zu deinem Leben passt, prüfen wir in einem Gespräch, in der Regel einmal pro Quartal (z. T. auch deutlich häufiger oder seltener). Wie sie für dich aussieht, hängt von deiner Situation ab: Jedes Vermögen ist anders, so einzigartig wie deine Ziele, Sorgen und Zukunftspläne.
Wo fängst du mit eigenen Anlageregeln an?
Eigene Anlageregeln beginnen bei den Entscheidungen, die du in einem Kursrückgang nicht spontan treffen möchtest. Wie solche Regeln für deine Ziele und deinen Anlagehorizont aussehen können, besprechen wir gern persönlich mit dir. Ein unverbindliches Erstgespräch ist kostenlos.
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Häufige Fragen zu Behavioral Finance
Behavioral Finance heißt auf Deutsch verhaltensorientierte Finanzwirtschaft. Das Forschungsfeld verbindet Psychologie und Ökonomie und untersucht, warum Anlegerinnen und Anleger systematisch vom Modell des rein rationalen Entscheiders abweichen. Als Grundstein gilt die Prospect Theory, die Daniel Kahneman und Amos Tversky 1979 veröffentlicht haben.
Typische Beispiele aus der Behavioral Finance sind Verlustaversion, Dispositionseffekt, Ankereffekt, Bestätigungsfehler, Selbstüberschätzung, Herdenverhalten, Home Bias, Recency Bias, Mental Accounting und der Status-quo-Bias. Im Depot zeigen sie sich etwa darin, dass Verlustpositionen zu lange liegen bleiben oder jemand erst einsteigt, nachdem die Kurse schon stark gestiegen sind. Feste Anlageregeln, die schon vor einer Entscheidung stehen, können ihren Einfluss verringern, ausschalten lassen sich diese Denkfehler aber nicht.
Behavioral Finance ist, anders als die Finanzpsychologie, ein Teil der Wirtschaftsforschung: Sie untersucht, wie Verlustaversion, Herdenverhalten und andere Verzerrungen Anlageentscheidungen und Marktpreise beeinflussen, bis hin zu Spekulationsblasen. Die Finanzpsychologie setzt früher an, bei deiner eigenen Geschichte mit Geld und bei deiner Risikotoleranz. Beide Felder überschneiden sich. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zur Finanzpsychologie.
Ein verlässliches Rezept, den Markt zu schlagen, liefert Behavioral Finance nicht. Sie beschreibt, wo Menschen und Märkte vom rationalen Modell abweichen. Fehlbewertungen können zudem bestehen bleiben, weil Arbitrage Kapital braucht und riskant ist (Shleifer und Vishny, 1997). Wir sehen den Nutzen deshalb eher darin, eigene Denkfehler zu erkennen und ihren Einfluss zu begrenzen, als darin, auf das Ende einer Übertreibung zu wetten.
Eine Vermögensverwaltung kann nicht ganz vor Denkfehlern schützen, aber helfen, deren Einfluss zu verringern. Unser Ansatz bei Albrecht, Kitta & Co.: Die Anlagestrategie steht, bevor der Markt sie unter Druck setzt. In einem Gespräch, in der Regel einmal pro Quartal (z. T. auch deutlich häufiger oder seltener), prüfen wir gemeinsam mit dir, ob sie noch zu deinem Leben passt. Eine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis gibt es dabei nicht.
Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er ersetzt keine individuelle, auf deine persönliche Situation abgestimmte Beratung. Kapitalanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
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