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Bild von Michael Wittek

Michael Wittek

Direktor Portfoliomanagement und hauptverantwortlich für die ak. Anlagestrategien.
Abstrakter Funke aus weißer Keramik mit Goldkanten über einem Papierstapel als Sinnbild für den Prospekt zum Anthropic Börsengang

Anthropic-Börsengang: Was im Prospekt steht und wie wir das einordnen

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Direktor Portfoliomanagement und hauptverantwortlich für die ak. Anlagestrategien.

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Stand: 3. November 2026. Grundlage unserer Einordnung zum Anthropic-Börsengang ist der vorläufige Prospekt in der Fassung vom 2. November 2026.

Für seinen Börsengang hat das US-KI-Unternehmen Anthropic am 26. Oktober 2026 den vorläufigen Prospekt (Form S-1) bei der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht und am 2. November 2026 eine ergänzte Fassung nachgereicht. Laut Prospekt lag der Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 bei rund 33,2 Milliarden Dollar nach gut 2,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Dem stehen ein Nettoverlust von 104 Milliarden Dollar (überwiegend Buchverluste ohne Geldabfluss) und eine Kontrollstruktur gegenüber, in der Käufer der angebotenen Aktien kaum mitbestimmen.

Für uns bei Albrecht, Kitta & Co., unabhängige Vermögensverwaltung aus Hamburg, ist beim Anthropic-Börsengang der Preis die entscheidende Frage. Preisspanne und Termin stehen zwar noch nicht fest, in den bisher berichteten Bewertungen sind die großen Erwartungen an Anthropic aus unserer Sicht aber schon eingepreist. Für die von uns verwalteten Vermögen haben wir uns deshalb entschieden, beim Börsengang nicht zu zeichnen, wie schon beim Börsengang von SpaceX im Juni 2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und keine Anlageberatung, auch unsere Entscheidung ist keine Empfehlung für dich. Wer global breit gestreut investiert, ist nach einer Aufnahme in die großen Indizes ohnehin beteiligt, sofern diese Aufnahme kommt. Ob ein Einzeltitel zusätzlich ins Depot passt, ist eine individuelle Frage.

Was steht im Anthropic-Prospekt?

Im vorläufigen Anthropic-Prospekt bei der SEC stehen stark gestiegene Umsätze, ein einzelnes Quartal mit operativem Gewinn und ein sehr hoher Nettoverlust. Wir haben den Prospekt selbst gelesen, denn dort muss das Unternehmen seine Zahlen und Risiken offenlegen. Ehrlich gesagt hat uns dabei weniger eine einzelne Zahl überrascht als das Tempo dahinter: Der Umsatz ist binnen eines Jahres auf etwa das 13-Fache gestiegen.

Kennzahl (laut Prospekt)WertEinordnung
Umsatz Januar bis September 202633,2 Mrd. $2025 lag der Umsatz im selben Zeitraum bei 2,5 Mrd. $, jetzt ist er also etwa 13-mal so hoch.
Operatives Ergebnis 3. Quartal 2026 (GAAP)Verlust von 567 Mio. $Im 2. Quartal stand ein Gewinn von 974 Mio. $. Von den sieben Quartalen im Prospekt ist es das einzige mit Gewinn.
Operatives Ergebnis Januar bis September 2026 (GAAP)Verlust von 1,26 Mrd. $Summe aus drei Quartalen: 1. Quartal Verlust von 1,67 Mrd. $, 2. Quartal Gewinn von 974 Mio. $, 3. Quartal Verlust von 567 Mio. $.
Nettoergebnis Januar bis September 2026Verlust von 104 Mrd. $94,3 Mrd. $ davon sind Buchverluste: Wandelanleihen und ähnliche Instrumente werden höher bewertet. Geld fließt dafür nicht ab.

Der Nettoverlust von 104 Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten 2026 ist hoch. Laut Anthropic-Prospekt besteht er zu gut 94 Milliarden Dollar aus Buchverlusten ohne Geldabfluss: Weil der Unternehmenswert gestiegen ist, sind Wandelanleihen und ähnliche Instrumente höher zu bewerten. Die Ansprüche dieser Geldgeber auf künftige Aktien sind damit mehr wert, der Wertzuwachs wird bei Anthropic als Verlust gebucht. Einen operativen Gewinn von knapp einer Milliarde Dollar weist Anthropic dagegen nur für das zweite Quartal aus, nach US-Rechnungslegung (GAAP). Im dritten Quartal folgte wieder ein operativer Verlust von 567 Millionen Dollar. Als Hauptgründe nennt Anthropic 5 Milliarden Dollar für Rechenkapazität aus kurzfristigen Verträgen, die derzeit deutlich mehr kostet als langfristig eingekaufte und 2 Milliarden Dollar Kosten ohne Geldabfluss aus einem Programm, das Spenden aufstockt. Über die neun Monate steht operativ ein Verlust von knapp 1,3 Milliarden Dollar.

Welche Risiken nennt der Anthropic-Prospekt?

Beim Lesen des Prospekts sehen wir bei Albrecht, Kitta & Co. vor allem drei Punkte kritisch, die Anthropic selbst offenlegt:

  1. Die Kontrollstruktur: Eine einzige Aktie der Klasse F, gehalten von einer Gesellschaft der sieben Mitgründer, bündelt 50,1 % der Stimmrechte. Ein Treuhandgremium, der Long-Term Benefit Trust, bestimmt die Mehrheit des Boards. Wer die angebotenen Aktien der Klasse A kauft, hat bei wichtigen Entscheidungen deshalb kaum Mitsprache. Das gilt laut Prospekt unabhängig davon, wie diese Aktionäre abstimmen. Dazu ist Anthropic eine Public Benefit Corporation: Das Board muss die Interessen der Aktionäre gegen einen Gemeinwohlzweck abwägen.
  2. Die Abhängigkeit von wenigen Kunden: Laut Prospekt entfielen 2025 auf zwei Kunden jeweils rund 12 % des Umsatzes. In den ersten neun Monaten 2026 lag kein einzelner Kunde mehr über 10 %, die fünf größten Kunden kamen zusammen aber auf rund ein Viertel des Umsatzes. Als Risikofaktor nennt Anthropic weiterhin, dass ein großer Teil des Umsatzes an wenigen Kunden und Vertriebswegen hängt.
  3. Das Versicherungsrisiko: Anthropic hält es im Prospekt für möglich, dass die Versicherungsbranche insgesamt die Haftung aus einem katastrophalen KI-Vorfall nicht abdecken kann. So etwas liest man in einem Börsenprospekt nicht alle Tage.

Können Privatanleger in Deutschland Anthropic-Aktien zeichnen?

Privatanlegerinnen und Privatanleger in Deutschland können Anthropic-Aktien möglicherweise zeichnen, also vor dem ersten Handelstag zum Ausgabepreis bestellen. Sicher ist das noch nicht: Laut Prospekt sind öffentliche Angebote in bestimmten Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums vorgesehen. Welche Länder dabei sind, ist allerdings offen. Klären wird sich das voraussichtlich erst mit der Preisspanne. Welche Banken und Broker hierzulande Zeichnungen annehmen, ebenfalls: Die Einzelheiten zum Angebot in Europa soll laut Prospekt ein eigener EU-Prospekt regeln. Laut US-Prospekt verteilen die konsortialführenden Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley die Aktien auf die insgesamt 22 Banken im Konsortium. Ob eine dieser Banken die Aktien auch ihrer Privatkundschaft in Deutschland anbietet, ist bisher nicht bestätigt. Beim Börsengang von SpaceX im Juni 2026 konnten deutsche Privatanlegerinnen und Privatanleger über mehrere Banken und Neobroker zeichnen.

Auch wer zeichnen kann, bekommt bei großer Nachfrage oft nur einen Teil der gewünschten Aktien oder gar keine. So war es Berichten zufolge auch bei SpaceX, das Angebot war deutlich überzeichnet.

Was sagt eine hohe Nachfrage über den Kurs nach dem Börsengang?

Ein Ansturm bei der Zeichnung sagt wenig darüber aus, wie sich eine neue Aktie nach dem ersten Handelstag entwickelt.

Die SpaceX-Aktie wurde zu 135 Dollar ausgegeben und schloss am ersten Handelstag, dem 12. Juni 2026, bei 160,95 Dollar, also rund 19 % höher. Am 16. Juni, zwei Handelstage später, schloss sie bei 211,39 Dollar, dann drehte der Trend: Ab Mitte Juli schloss die Aktie rund vier Wochen lang fast durchgehend unter dem Ausgabepreis, am 5. August bei 108,27 Dollar. Am 2. November 2026 schloss sie bei 136,37 Dollar, rund 15 % unter ihrem ersten Schlusskurs und praktisch auf Höhe des Ausgabepreises, am Handelstag davor waren es 134,72 Dollar. Nach großen Börsengängen sehen wir immer wieder starke Schwankungen: Aus dem Hype wird ein Run auf die ersten frei handelbaren Aktien, dann verkaufen erste Zeichner mit Gewinn. Wohin der Kurs danach läuft, ist von Fall zu Fall verschieden, für eine einzelne Aktie lässt sich daraus nichts vorhersagen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

Bin ich mit einem ETF automatisch an Anthropic beteiligt?

Noch nicht. Wer einen breit gestreuten globalen Aktien-ETF besitzt, wird Anthropic erst nach einer Aufnahme in die großen Indizes im Depot haben. Das Gewicht ist zunächst klein, weil globale Indizes wie der MSCI World nur die frei handelbaren Aktien zählen. Ob und wann diese Aufnahme kommt, ist offen. Ob ein Einzeltitel zusätzlich ins Depot passt, hängt von deinem Vermögen, deinen Zielen und deiner Risikotragfähigkeit ab und lässt sich nur im persönlichen Gespräch beantworten.

Wie du dein Vermögen sinnvoll aufteilst, zeigt unser Beitrag zur Asset Allocation.

Wie hoch ist die Bewertung beim Anthropic-Börsengang?

Den Ausgabepreis der Anthropic-Aktie kennt noch niemand, eine offizielle Bewertung nennt der Prospekt bisher nicht. Laut Bloomberg (Stand: 28. Oktober 2026) signalisierten Investoren zuletzt rund 1,4 bis 1,5 Billionen Dollar, bis zu 1,75 Billionen gelten als möglich. Frühere Berichte nannten bis zu 2 Billionen. Zum Vergleich: Bei der letzten privaten Finanzierungsrunde im Mai 2026 lag die Bewertung bei 965 Milliarden Dollar.

Aus unserer Sicht nimmt eine solche Bewertung sehr viel künftiges Wachstum schon vorweg. Eine Dividende plant Anthropic laut Prospekt nicht. Ein Ertrag entsteht für Aktionärinnen und Aktionäre also nur über den Kurs, der auch fallen kann. Für Anlegerinnen und Anleger im Euroraum kommt das Wechselkursrisiko zum Dollar hinzu.

Wie nervös ist der Markt vor dem Anthropic-Börsengang?

Die Stimmung an den Börsen ist spürbar nervöser als vor dem SpaceX-Börsengang im Juni 2026. Der Nasdaq-100 lag am 2. November 2026 rund 10 % unter seinem Rekordhoch vom 6. Oktober (FRED), dazu kommen Zweifel, ob sich die hohen KI-Investitionen auszahlen. Rücksetzer dieser Größe gehören an den Börsen dazu, auch wenn sie sich unangenehm anfühlen. Vor einem Börsengang kann eine kühlere Stimmung sogar zu einer nüchterneren Preisfindung führen, weil Anlegerinnen und Anleger die Bewertung kritischer prüfen. Wie es weitergeht, lässt sich allerdings nicht vorhersagen.

Manche hoffen, dass der Anthropic-Börsengang eine neue Rally auslöst. Das halten wir für möglich, aber nicht für wahrscheinlich. Auf Dauer entscheiden Unternehmensgewinne und Zinsen über die Richtung der Märkte, mehr dazu in unserem aktuellen Marktausblick.

Klar ist: Wer global breit gestreut investiert und langfristig dabeibleibt, muss das richtige Timing nicht treffen. Schwankungen gehören dennoch dazu. Wie wir eine Anlagestrategie an der persönlichen Situation ausrichten, zeigen diese drei Praxisbeispiele.

Zeichnet Albrecht, Kitta & Co. beim Anthropic-Börsengang?

Nein. Für die von uns verwalteten Vermögen haben wir uns entschieden, beim Anthropic-Börsengang nicht zu zeichnen, so wie schon beim SpaceX-Börsengang im Juni 2026. Diese Entscheidung gilt für die Strategie unserer Mandate und ist keine Empfehlung für dich. Ob eine Zeichnung zu dir passt, hängt von deinem Vermögen, deinen Zielen und deiner Risikotragfähigkeit ab.

Der wichtigste Grund ist der Preis. Die großen Fantasien, was Anthropic mit seiner KI Claude künftig alles leisten könnte, sind in den bisher berichteten Bewertungen aus unserer Sicht schon eingepreist. Für starke Kursgewinne müsste Anthropic deshalb mit noch größeren Fantasien überraschen. Nur: Was ist die Steigerung von „alles ist möglich“?

Dazu kommt ein Risiko, das wir für die Mandate nicht eingehen wollten: Nach dem ersten Ansturm kann der Kurs einer neuen Aktie auch deutlich nachgeben. Bei SpaceX schloss die Aktie zunächst deutlich über dem Ausgabepreis, ab Mitte Juli dann rund vier Wochen lang fast durchgehend darunter, zuletzt wieder etwa auf dessen Höhe. Wie sich die Anthropic-Aktie entwickelt, kann niemand vorhersagen, denn vergangene Wertentwicklungen sind, wie bereits erwähnt, kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

Nach unserer Erfahrung bieten zudem nur wenige Depotbanken an, direkt beim Börsengang zu zeichnen. Für Vermögensverwaltungen wie uns, die mit diversen Depotbanken zusammenarbeiten, ist eine Zeichnung deshalb oft gar nicht so einfach umzusetzen. Ausschlaggebend bleibt für uns aber der Preis.

Anthropic als Investment schließen wir damit nicht kategorisch aus, unsere Entscheidung betrifft nur die Zeichnung beim Börsengang. Wie sich das Unternehmen nach dem Börsengang entwickelt, beobachten wir weiter.

Worauf kommt es bei Anthropic nach dem Börsengang an?

Nach dem Börsengang kommt es bei Anthropic aus unserer Sicht vor allem darauf an, ob das Wachstum hält und Anthropic operativ dauerhaft Gewinne schreibt. Außerdem achten wir auf diese Punkte:

  • Kosten für Rechenkapazität: Anthropic hat sich laut Prospekt zu Ausgaben für Rechenzentren und Chips von mehreren Hundert Milliarden Dollar verpflichtet, mit Laufzeiten teils bis 2045. Viele dieser Zahlungen sind auch dann fällig, wenn die Nachfrage einmal schwächer ausfällt.
  • Wettbewerb und Abhängigkeiten: Unter KI-Anbietern herrscht harter Wettbewerb. Laut Prospekt hängt Anthropic von wenigen Cloud-Anbietern ab, die zugleich Investoren, Kunden und Wettbewerber sind. Das regulatorische Umfeld beschreibt Anthropic selbst als unsicher.
  • Auslaufende Haltefristen: Für Altaktionäre laufen die Haltefristen (Lock-ups) gestaffelt über rund ein Jahr aus. Jede Freigabe kann zusätzliches Angebot auf den Markt bringen.

Wie ordnen wir solche Börsengänge für dich ein?

Was ein einzelner Titel für dich bedeutet, betrachten wir immer im Zusammenhang mit deinem gesamten Vermögen und deinen Zielen. Das gilt besonders, wenn dein Unternehmen oder dein Beruf ohnehin stark von KI abhängt: Dann kann eine KI-Aktie ein weiteres Klumpenrisiko ins Vermögen bringen, also zu viel Gewicht auf einem einzigen Thema.

Wenn du wissen möchtest, wie das für dein Vermögen aussieht, sprich mit uns in einem Erstgespräch.

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Häufige Fragen zum Anthropic-Börsengang

Wann geht Anthropic an die Börse?

Einen festen Termin gibt es noch nicht. Anthropic hat seinen vorläufigen Prospekt am 26. Oktober 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht und am 2. November 2026 ergänzt, Preisspanne und Datum fehlen darin weiterhin. Gehandelt werden soll die Aktie an der Nasdaq unter dem Kürzel „ANT“ (Stand: 3. November 2026). Die Preisspanne zeigt dann, wie viel künftiges Wachstum im Ausgabepreis steckt. Schon in den bisher berichteten Bewertungen ist aus unserer Sicht sehr viel davon eingepreist.

Kann ich Anthropic-Aktien in Deutschland zeichnen?

Möglicherweise. Laut Anthropic-Prospekt sind öffentliche Angebote in bestimmten Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums vorgesehen, welche Länder und Broker dabei sind, ist noch offen (Stand: 3. November 2026). Auch wenn du zeichnen kannst, garantiert eine Zeichnung keine Zuteilung: Bei großer Nachfrage bekommen viele nur einen Teil der gewünschten Aktien oder gar keine. Neue Aktien können zudem unter den Ausgabepreis fallen. Ob eine Zeichnung zu deiner Strategie passt, ist eine individuelle Frage, eine Empfehlung spricht Albrecht, Kitta & Co. dazu nicht aus.

Zeichnet Albrecht, Kitta & Co. Anthropic-Aktien beim Börsengang?

Nein. Für die von uns verwalteten Vermögen zeichnen wir beim Anthropic-Börsengang nicht, wie schon beim SpaceX-Börsengang im Juni 2026. Der wichtigste Grund ist der Preis: In den bisher berichteten Bewertungen sind die großen Erwartungen an Anthropic aus unserer Sicht schon eingepreist. Dazu kann der Kurs einer neuen Aktie nach dem ersten Ansturm auch deutlich nachgeben, dieses Risiko wollten wir für die Mandate nicht eingehen. Kategorisch ausgeschlossen ist Anthropic als Investment für uns damit nicht, unsere Entscheidung betrifft nur die Zeichnung beim Börsengang. Für deine eigene Entscheidung ist das keine Empfehlung: Ob eine Zeichnung zu dir passt, hängt von deinem Vermögen, deinen Zielen und deiner Risikotragfähigkeit ab.

Macht Anthropic Gewinn?

Unterm Strich nein. In den ersten neun Monaten 2026 steht laut Prospekt operativ ein Verlust von knapp 1,3 Milliarden Dollar, netto ein Verlust von 104 Milliarden Dollar, der überwiegend aus Bewertungseffekten ohne Geldabfluss besteht. Einen operativen Gewinn von knapp einer Milliarde Dollar nach US-Rechnungslegung (GAAP) weist Anthropic nur für das zweite Quartal aus, im dritten Quartal folgte wieder ein operativer Verlust von 567 Millionen Dollar. Aus unserer Sicht zählt vor allem, ob Anthropic operativ dauerhaft Gewinne schreibt.

Wer kontrolliert Anthropic nach dem Börsengang?

Laut Prospekt die Gründer und ein Treuhandgremium, der Long-Term Benefit Trust. Eine einzige Aktie der Klasse F, gehalten von einer Gesellschaft der sieben Mitgründer, bündelt 50,1 % der Stimmrechte, der Trust bestimmt die Mehrheit des Boards. Käufer der angebotenen Aktien der Klasse A haben bei Abstimmungen dadurch kaum Einfluss, das sehen wir kritisch.

Bin ich mit einem ETF automatisch in Anthropic investiert?

Noch nicht: Ein ETF hält Anthropic erst, wenn die Aktie in den Index aufgenommen wird, den er abbildet, zunächst mit kleinem Gewicht. Ob und wann das passiert, ist offen. Ob ein Einzeltitel zusätzlich in dein Depot passt, hängt von deiner Situation ab und lässt sich nur im persönlichen Gespräch klären.

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