Nahaufnahme von goldfarbenen Goldnuggets als Symbol dafür, in Gold zu investieren und Vermögen langfristig abzusichern

Goldinvestments: Lohnt es sich in Gold zu investieren? + Tipps eines Portfoliomanagers

Gold fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Es ist Symbol für Reichtum, Macht und Beständigkeit. In einer Welt, die von wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und steigender Inflation geprägt ist, rückt Gold als Geldanlage erneut in den Fokus vieler Anleger. Doch jenseits der Schlagzeilen stellen sich rationale Fragen:

  • Sollte ich jetzt in Gold investieren?
  • Ist Gold wirklich eine sinnvolle Ergänzung für mein Portfolio?
  • Welche Rendite kann ich erwarten und welche Risiken birgt ein Investment?

 

Dieser Artikel beleuchtet die strategische Rolle von Gold aus der Perspektive eines erfahrenen Portfoliomanagers – Michael Wittek, Portfoliomanagement Direktor bei ak. – und gibt fundierte Antworten auf die Frage, ob sich ein Goldinvestment heute lohnt.

tl;dr – Kurz erklärt:

Sollte ich in Gold investieren? Ja, aber als Absicherung für dein Portfolio, nicht als Rendite-Maschine. Ein Anteil von 5–10% in physischem Gold oder ETCs wie Xetra Gold reduziert dein Risiko in Krisenzeiten und schützt vor Inflation. Gold wirft keine Zinsen ab, entwickelt sich aber oft gegenläufig zu Aktien, also genau dann, wenn du Stabilität brauchst. Der richtige Zeitpunkt zum Investieren ist jetzt, denn eine langfristige Anlagestrategie orientiert sich weniger am aktuellen Kurs, sondern an der fundamentalen Schutzfunktion von Gold.

Michael Wittek lächelt, schaut in die Kamera und trägt ein weißes Hemd

Über den Autor

Michael Wittek ist bei Albrecht, Kitta & Co. für das Portfoliomanagement verantwortlich. Zusammen mit seinem Team trifft er die Investmententscheidungen für alle Anlageklassen und hat die Märkte immer im Blick.

Inhalt

Gold – Eine zeitlose Faszination und aktuelle Relevanz

Gold ist mehr als nur ein Rohstoff. Es ist ein global anerkannter Wertspeicher, der weder von der Politik eines einzelnen Staates noch von der Bilanz eines Unternehmens abhängig ist. Diese Eigenschaft verleiht ihm eine einzigartige Stellung im Finanzsystem. Während Währungen wie der Euro oder der US-Dollar durch politische Entscheidungen und die Geldpolitik der Zentralbanken an Wert verlieren können, bewahrt Gold seinen inneren Wert. In Zeiten, in denen das Vertrauen in traditionelle Finanzanlagen schwindet, gewinnt diese Eigenschaft für Anleger an enormer Bedeutung.

Die Kernfrage vieler Anleger: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Gold?

Die Frage nach dem perfekten Timing ist bei jeder Geldanlage präsent. Der Goldpreis hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Höchststände erreicht, was viele Anleger zögern lässt. Die Sorge: Ein zu hoher Einstiegspreis würde die potenzielle Rendite schmälern…

Doch ein strategisches Investment sollte sich weniger am kurzfristigen Kurs orientieren, sondern vielmehr an der langfristigen Funktion, die das Edelmetall im eigenen Depot erfüllen soll. Es geht weniger um Spekulation auf den nächsten Preissprung, sondern um die systematische Diversifizierung des Gesamtvermögens.

Kurzgesagt: Wenn man über Goldinvestments im Rahmen einer langfristigen Anlagestrategie nachdenkt und somit plant, die Gold-Position langfristig zu halten, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu investieren.

Tipp: In diesem Artikel sprechen wir akut über die aktuelle Marktlage und unsere Gründe, warum wir unsere Goldpositionen weiterhin halten statt zu verkaufen.

Balkendiagramm mit jährlichen Renditen von Goldinvestments in USD von 2000 bis 2025, mit starken Schwankungen und einer YTD-Rendite von +58 % (2025)
Eigene Darstellung, Quelle: Bloomberg, 26.11.25.

Was Anleger von einem Portfoliomanager lernen können: Mehr als nur Preisprognosen

Ein professioneller Portfoliomanager konzentriert sich nur selten auf die Vorhersage kurzfristiger Marktbewegungen. Vielmehr geht es um den Aufbau einer robusten Portfoliostruktur, die unterschiedliche wirtschaftliche Szenarien übersteht. Gold spielt hierbei eine entscheidende Rolle als Diversifikator und Stabilisator.

Die folgenden Abschnitte erläutern, wie Gold strategisch eingesetzt werden kann, um das Risiko zu senken und Vermögen langfristig zu schützen. Diese Perspektive geht weit über die reine Betrachtung des Goldpreises hinaus.

Warum Gold? Die Rolle als Krisenwährung und Inflationsschutz

Die Argumente für Goldinvestments sind vielfältig und haben sich über Jahrzehnte bewährt. Im Kern geht es um Schutz und Werterhalt, insbesondere dann, wenn andere Anlageklassen unter Druck geraten. Gold dient im Portfolio nicht der Spekulation, sondern als strategischer Stabilisator gegen Inflation, Krisen und Marktvolatilität.

Foto einer goldenen Waage als Symbol für Goldinvestments als Krisenschutz und den Ausgleich von Marktrisiken im Vermögensportfolio
Gold als Stabilisator im Portfolio: In unsicheren Zeiten kann Gold als Gegengewicht zu Inflation und Marktrisiken dienen und das Gesamtvermögen ausbalancieren.

Gold als Wertspeicher: Eine historische Perspektive

Seit Jahrtausenden wird Gold als Tauschmittel und zur Wertaufbewahrung genutzt. Diese historische Konstanz ist ein entscheidender Faktor. Anders als Papierwährungen, die im Laufe der Geschichte immer wieder an Wert verloren haben, hat Gold seine Kaufkraft über sehr lange Zeiträume bemerkenswert gut erhalten.

Ein entscheidender Wendepunkt in der modernen Finanzgeschichte war die Entscheidung von US-Präsident Nixon im Jahr 1971, die direkte Konvertibilität des US-Dollars in Gold aufzuheben. Dieser Schritt beendete das Bretton-Woods-System und machte alle Währungen zu „Fiat-Geld“, dessen Wert ausschließlich auf Vertrauen basiert. Gold hingegen blieb ein physischer Wertanker.

Der "sichere Hafen" in Krisenzeiten: Schutz vor Unsicherheit und Währungsschwankungen

In Phasen geopolitischer Krisen, Börsencrashs oder wirtschaftlicher Rezessionen flüchten Anleger traditionell in Gold. Während Aktien und andere risikoreiche Investitionen in solchen Zeiten oft an Wert verlieren, tendiert der Goldpreis dazu, stabil zu bleiben oder sogar zu steigen. Diese oft negative Korrelation zu Aktien macht Gold zu einem wertvollen Instrument zur Risikostreuung im Portfolio. Es agiert als Puffer, der Verluste in anderen Bereichen abfedern kann.

Auch bei Währungsschwankungen, insbesondere einer Schwäche des US-Dollar, in dem Gold gehandelt wird, gewinnt das Edelmetall für Anleger im Euro-Raum an Attraktivität. Warum? Weil ein schwacher Dollar somit eine Art “Rabatt” auf dem Goldmarkt verursacht.

Inflationsschutz: Wie Gold vor Kaufkraftverlust schützt

Wenn die allgemeine Teuerungsrate steigt, verliert Geld auf dem Konto real an Wert. Gold als Sachwert kann in solchen Phasen einen effektiven Schutz bieten. Da die Goldmenge nicht beliebig vermehrt werden kann, behält es seinen Wert tendenziell besser als Währungen, deren Menge durch die Geldpolitik der Zentralbanken ausgeweitet wird. Besonders bei langanhaltender oder unerwartet hoher Inflation hat sich Gold historisch als zuverlässiger Schutz vor Kaufkraftverlust erwiesen, auch wenn dieser Effekt nicht immer sofort und linear eintritt.

Experten-Tipp: Gold als psychologischer Anker im Portfolio

Abseits der reinen Finanzkennzahlen erfüllt Gold eine wichtige psychologische Funktion. In turbulenten Marktphasen, wenn die Aktienkurse im Depot fallen, gibt der Besitz von Gold ein Gefühl der Sicherheit und Stabilität. Diese mentale Beruhigung kann Anlegern helfen, ruhig zu bleiben und keine panischen Verkaufsentscheidungen zu treffen. Zu wissen, einen realen, greifbaren Wert im Portfolio zu haben, der unabhängig von den Finanzmärkten existiert, ist ein oft unterschätzter, aber wesentlicher Vorteil.

Goldinvestments: Einflussfaktoren auf den Goldpreis

Der Goldpreis wird durch ein komplexes Zusammenspiel globaler Faktoren bestimmt. Wer in Gold investieren möchte, sollte die wichtigsten Treiber kennen, um die Marktdynamik besser einschätzen zu können. Wir haben die wichtigsten Fakten im Folgenden zusammengefasst.

Angebot und Nachfrage: Minenproduktion, Recycling und Schmuckindustrie

Wie bei jedem Gut wird der Preis von Gold fundamental durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Angebotsseite setzt sich aus der jährlichen Minenproduktion und dem Recycling von Gold aus Altbeständen zusammen. Beide Faktoren reagieren nur langsam auf Preisänderungen.

Die Nachfrageseite ist breiter gefächert: Neben der Schmuckindustrie, die häufig zuerst in den Sinn kommt, fragen auch die Technologiebranche und vor allem Investoren Gold nach. Die Preisbildung findet auf dem globalen Bullion Market statt, dessen wichtigster Handelsplatz London ist. Historisch spielte hier das tägliche Londoner Goldfixing eine zentrale Rolle bei der Preisfeststellung.

Die Macht der Zentralbanken: Goldreserven und Geldpolitik

Zentralbanken sind bedeutende Akteure auf dem Goldmarkt. Sie halten riesige Goldreserven als Teil ihrer Währungsreserven. In den letzten Jahren sind viele Zentralbanken, insbesondere aus Schwellenländern wie China, als Nettokäufer aufgetreten, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Diese Käufe stützen die Nachfrage und können den Goldpreis nachhaltig beeinflussen. Gleichzeitig hat die Geldpolitik, insbesondere die Höhe der Zinsen, einen direkten Einfluss auf die Attraktivität von Gold.

Zinsniveau und US-Dollar: Wichtige Treiber des Goldpreises

Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab. Steigen die Realzinsen (Zinsen nach Abzug der Inflation), werden zinstragende Anlagen wie Anleihen attraktiver, was den Goldpreis tendenziell belastet. Umgekehrt machen niedrige oder negative Realzinsen Gold als alternative Geldanlage attraktiver.

Da Gold global in US-Dollar gehandelt wird, besteht eine enge Wechselbeziehung: Ein starker US-Dollar macht Gold für Käufer in anderen Währungsräumen teurer und drückt den Preis, während ein schwacher US-Dollar den Goldpreis oft beflügelt.

Geopolitische Risiken und makroökonomische Daten: Wie globale Ereignisse den Kurs bestimmen

Kriege, politische Instabilität oder Handelskonflikte erhöhen die globale Unsicherheit und treiben private und institutionelle Anleger in den sicheren Hafen Gold. Diese Korrelation war besonders in den letzten 5 Jahren einer der Haupttreiber und sorgte für einen Goldpreisanstieg von fast 120% (in USD, Stand: 23.11.25, Quelle: Bloomberg.)

Liniendiagramm zur Goldpreisentwicklung in US-Dollar seit 2018 mit starkem Anstieg bis 2025 als Visualisierung für in Gold investieren
Eigene Darstellung, Quelle: Bloomberg, 26.11.2025. - Goldpreis in USD je Feinunze.

Auch wichtige Wirtschaftsdaten wie Inflationszahlen, Arbeitsmarktdaten oder das Wirtschaftswachstum beeinflussen die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich der zukünftigen Geldpolitik und damit indirekt auch den Goldpreis.

Praxistipp für Anleger: Die Komplexität der Preisbildung verstehen und nicht auf kurzfristige Schwankungen reagieren

Die Vielzahl der Einflussfaktoren macht kurzfristige Prognosen des Goldpreises nahezu unmöglich. Ein strategischer Investor sollte dies akzeptieren. Statt zu versuchen, den Markt zu timen, ist es sinnvoller, Gold aufgrund seiner fundamentalen Eigenschaften als langfristigen Stabilisator zu verstehen.

Die Entscheidung für ein Goldinvestment sollte somit nicht von der Erwartung des nächsten Preisanstiegs abhängen, sondern von der bewussten Entscheidung, das Portfolio bestmöglich gegen diverse Risiken abzusichern.

Goldinvestments auf dem Prüfstand: Vor- und Nachteile

Wie jede Anlageklasse hat auch Gold spezifische Vor- und Nachteile, die Anleger sorgfältig abwägen sollten, bevor sie eine Investitionsentscheidung treffen.

Die Vorteile von Gold

  • Diversifikation: Gold entwickelt sich oft gegenläufig zu Aktien oder Anleihen, was das Gesamtrisiko im Portfolio reduziert.
  • Werterhalt: Historisch bewährter Schutz vor Inflation und Währungsabwertung.
  • Krisenwährung: Fungiert als sicherer Hafen in unsicheren wirtschaftlichen und politischen Zeiten.
  • Globale Liquidität: Gold kann weltweit und jederzeit in jede Währung umgetauscht werden.
  • Physischer Besitz: Im Gegensatz zu einigen Finanzprodukten ist physisches Gold ein greifbarer Sachwert ohne Gegenparteirisiko.
  • Steuerliche Aspekte: In Deutschland können Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold unter Umständen und nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei sein. Hier lohnt sich vor dem Kauf die steuerliche Beratung.

Die Nachteile und Risiken von Goldinvestments

  • Keine laufenden Erträge: Gold generiert keine Zinsen oder Dividenden. Die Rendite ergibt sich ausschließlich aus Kurssteigerungen.
  • Volatilität: Der Goldpreis kann erheblichen Schwankungen unterliegen. Es gibt keine Garantie für steigende Kurse.
  • Lagerkosten und Sicherheit: Physisches Gold muss sicher gelagert werden, was Kosten für ein Bankschließfach oder einen Tresor verursacht (Tipp: ETCs können eine sinnvolle Alternative darstellen, dazu unten mehr.)
  • Wechselkursrisiko: Da Gold in US-Dollar notiert, unterliegen Anleger im Euroraum einem Währungsrisiko.
  • Transaktionskosten: Beim Kauf und Verkauf von physischem Gold fallen Aufschläge (Spreads) auf den reinen Materialwert an.

Wege ins Gold: Überblick über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten

Wer sich für ein Goldinvestment entscheidet, hat verschiedene Möglichkeiten, dieses umzusetzen. Die Wahl hängt von den individuellen Zielen und Präferenzen, der Anlagesumme sowie der Risikobereitschaft ab. Hier kommt eine Auswahl der geläufigsten Goldinvestments.

Physisches Gold: Barren und Münzen für den direkten Besitz

Der direkteste Weg ist der Kauf von physischen Goldbarren oder Anlagemünzen (z.B. Krügerrand, Maple Leaf). Der große Vorteil liegt im direkten Besitz ohne Emittentenrisiko. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf vertrauenswürdige Händler, die transparente Preise und eine Echtheitsgarantie bieten.

Neben spezialisierten Edelmetallhändlern bieten auch viele Banken den Kauf an. Wichtig ist zudem die sichere Lagerung und bei einem Online-Kauf ein versicherter Versand. Ein entscheidender Vorteil sind die steuerliche Aspekte: Gewinne sind nach einer Haltedauer von einem Jahr möglicherweise steuerfrei.

Wertpapierbasierte Goldinvestments: Flexibilität und Liquidität

Eine Alternative zum physischen Besitz sind an der Börse gehandelte Wertpapiere, die einfach über das Depot via Online Banking gekauft werden können. Am beliebtesten sind sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs), die physisch hinterlegt und deren Gewinne beim Verkauf ebenfalls nach 12 Monaten steuerfrei sein können:

  • Xetra Gold: Dies ist das bekannteste Produkt in Deutschland. Es wird von der Deutschen Börse herausgegeben und ist zu 100 % mit physischem Gold hinterlegt. Anleger haben sogar einen verbrieften Auslieferungsanspruch auf das Gold.

 

  • Euwax Gold II: Ein Konkurrenzprodukt der Börse Stuttgart, das ebenfalls physisch besichert ist und einen Auslieferungsanspruch bietet.

 

Der Vorteil dieser Produkte liegt in den geringen Transaktionskosten und der einfachen Handelbarkeit. Außerdem spart man sich die Kosten für einen eigenen Tresor.

Der Nachteil ist das Emittentenrisiko: Rechtlich handelt es sich um Schuldverschreibungen. Auch wenn das Gold als Sondervermögen gilt, besteht im Falle einer Insolvenz des Emittenten ein Restrisiko.

Goldminen-ETFs als indirekte Goldinvestments

Eine ergänzende Methode sind indirekte Goldinvestments, wie z.B. die Investition in Goldminen-ETFs. Diese bilden Indizes von Goldminenunternehmen ab und ermöglichen es Anlegern, von der Produktion und Gewinnentwicklung dieser Firmen zu profitieren. Im Gegensatz zu physischem Gold werfen Goldminen-Aktien potenziell Dividenden ab, was für ertragsuchende Anleger attraktiv sein kann.

Vorteile 👍:
Goldminen-ETFs bieten Diversifikation über mehrere Produzenten, potenzielle Dividendenerträge und oft eine Hebelwirkung auf den Goldpreis: wenn Gold steigt, können die Minengewinne überproportional zunehmen. Zudem sind diese Produkte einfach über jede Bank erwerbbar.

Nachteile 👎:
Allerdings sind Goldminen-Unternehmen nicht nur vom Goldpreis abhängig. Betriebliche Risiken, Managemententscheidungen, Explorations-Risiken, Arbeitskonflikte und geopolitische Faktoren am Standort können die Wertentwicklung erheblich beeinflussen. Auch unterliegen diese Wertpapiere höherer Volatilität als physisches Gold. Hinzu kommt: Dividendenerträge und Gewinne sind nicht nach 12 Monaten steuerfrei.
Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Aktien dieser Unternehmen fallen, obwohl der Goldpreis steigt.

Gold für’s optimale Portfolio: Strategie-Tipps eines Portfoliomanagers

Wir sind überzeugt: Häufig ist die entscheidende Frage nicht, ob man in Gold investieren sollte, sondern wie viel Gold für das individuelle Portfolio sinnvoll ist.

Gold als Beimischung: Der optimale Goldanteil im Anlageportfolio

Für die meisten Anleger ist Gold kein Hauptinvestment, sondern eine strategische Beimischung. Eine gängige Faustregel, die auch wir als sinnvoll ansehen, ist ein Anteil von 5 % bis 10 % des Gesamtportfolios. Diese Quote ist hoch genug, um in Krisenzeiten eine spürbar stabilisierende Wirkung zu entfalten, aber nicht so hoch, dass sie die Gesamtrendite in langen Aufschwungphasen übermäßig bremst. Die genaue Gewichtung hängt allerdings vom individuellen Risikoprofil und den restlichen Anlagen im Depot ab.

💡 Experten-Tipp:  Definiere ein jährliches Gold-Investmentziel (z.B. 5.000 €) und teile es in vier gleiche Raten auf. Kaufe quartalsweise und unabhängig vom aktuellen Preis. So nimmst du dem Investment die Emotionalität und profitierst vom Durchschnittskosteneffekt (auch: „cost average effect“).

Gold als strategisches Investment: Weniger für Rendite, mehr für Stabilität

Aus professioneller Sicht wird Gold nicht primär zur Erzielung einer hohen Rendite eingesetzt. Dafür sind Anlageklassen wie Aktien langfristig deutlich besser geeignet. Die Hauptaufgabe von Gold im Portfolio ist die Risikosteuerung. Es dient als Versicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse, die sogenannten „Schwarzen Schwäne“. Die Rendite von Gold ist der Preis für diese Versicherung. Man hofft, sie nie zu benötigen, ist aber froh, sie zu haben, wenn der Ernstfall eintritt.

Achtung: Aktuell befinden wir uns in einer Sondersituation. Selten sind sowohl die Aktienmärkte als auch der Goldpreis parallel so stark gestiegen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, hängen aber stark mit der aktuellen geopolitischen Lage zusammen: das Vertrauen in den US-Dollar schwindet, die Zukunft ist so unvorhersehbar wie lange nicht, aber die Aktienmärkte reiten optimistisch auf der KI-Welle. Ob es sich hier doch eher um eine Blase handelt, analysieren wir hier.

Häufige Irrtümer über Gold: Entlarvt von einem Portfoliomanager

Um Gold ranken sich viele Mythen, die zu falschen Anlageentscheidungen führen können. Es ist wichtig, diese kritisch zu hinterfragen.

Mythos 1: Gold ist immer der beste Inflationsschutz.

Gold kann vor Inflation schützen, aber der Zusammenhang ist nicht immer unmittelbar und linear. In Phasen moderater oder sinkender Inflation können andere Anlagen wie inflationsgeschützte Anleihen oder Aktien von Unternehmen mit Preissetzungsmacht die bessere Wahl sein. Die richtige Einschätzung des wirtschaftlichen Kontexts ist hier entscheidend.

Mythos 2: Gold wirft immer Rendite ab.

Dieser Mythos ist falsch. Gold erwirtschaftet keine laufenden Erträge. Die Rendite hängt ausschließlich von der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ab. Es gibt lange Phasen, in denen der Goldpreis seitwärts tendiert oder sogar fällt, wie z.B. von September 2011 bis Dezember 2015. Ein Investment in Gold ist daher immer eine Wette auf einen steigenden Preis, die nicht aufgehen muss.

Mythos 3: Gold ist vollkommen krisensicher und steigt immer.

Obwohl Gold in vielen Krisen gestiegen ist, ist dies keine Garantie. Der Goldpreis unterliegt wie jede andere Anlageklasse Schwankungen und kann auch in Krisenzeiten fallen, beispielsweise wenn Anleger zur Liquiditätsbeschaffung alle Vermögenswerte verkaufen müssen (siehe kurzzeitig im März 2020). Es ist ein Krisen-Absorber, aber kein Allheilmittel.

Mythos 4: Physischer Besitz ist immer besser als Wertpapiere.

Physischer Besitz eliminiert das Emittentenrisiko, bringt aber Nachteile bei Lagerung, Sicherheit und Handelbarkeit mit sich. Für Anleger, die Flexibilität und geringe Transaktionskosten schätzen, können physisch hinterlegte ETCs wie Xetra Gold die effizientere Lösung sein. Die Wahl hängt von den persönlichen Prioritäten ab: maximale Sicherheit versus maximale Flexibilität. Die steuerliche Behandlung kann sich ebenfalls unterscheiden.

Fazit

Lohnt es sich also, in Gold zu investieren? Aus der Sicht eines Portfoliomanagers lautet die Antwort eindeutig: Ja, aber auf die richtige Weise und mit der richtigen Erwartungshaltung. Gold sollte nicht als spekulatives Instrument zur schnellen Renditeerzielung betrachtet werden, sondern als strategischer und wertvoller Baustein zur Diversifikation und Absicherung eines breit aufgestellten Portfolios.

Ein Anteil von 5 % bis 10 % des Gesamtvermögens, investiert in physische Barren und Münzen oder in qualitativ hochwertige, physisch hinterlegte ETCs, kann die Stabilität des Depots in turbulenten Zeiten signifikant erhöhen. Gold dient als Versicherung gegen Inflation, Währungsturbulenzen und geopolitische Krisen.

Vor dem Investieren sollte sich Anleger bei unabhängigen Quellen informieren und / oder mit Experten austauschen.

Letztendlich ist Gold der Fels in der Brandung, wenn andere Anlageklassen ins Wanken geraten. Eine zeitlose Absicherung in einer unsicheren Welt.

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Anika Albrecht von Albrecht, Kitta & Co. Vermögensverwaltung lächelnd im Porträt mit E-Mail-Symbol, aufgenommen in der Hamburger Innenstadt – Ihr Kontakt für Newsletter-Themen.
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FAQs

Kann ich Gold als Altersvorsorge nutzen?

Gold kann durchaus Bestandteil einer Altersvorsorgestrategie sein, sollte aber nicht das Fundament bilden. Da Gold langfristig moderate Renditen generiert, ist es besser als Diversifikationselement neben Aktien und Anleihen geeignet. Eine klassische Altersvorsorge sollte stärker auf renditestarke Anlagen wie breit gestreute Aktienfonds und Rentenpapiere setzen, mit 5-10% Gold als stabilisierendem Beimischung. Für die Pensionierung ist ein robustes Gesamtportfolio wichtiger als Gold allein.

Es gibt keine offizielle Mindestanlagesumme, aber praktisch gilt: Für physische Barren sollte man mit mindestens 500-1.000 Euro rechnen, um Transaktionskosten nicht zu hoch werden zu lassen. Wer kleinere Beträge investieren möchte, sollte eher zu ETCs wie Xetra Gold greifen, die bereits ab wenigen hundert Euro erworben werden können. Unabhängig vom Betrag: Ein Goldanteil von 5-10% des Gesamtportfolios ist eine solide Richtlinie, nicht eine absolute Minimumanlage.

Physisches Gold in einem privaten Tresor oder Bankschließfach gehört dir und ist nicht betroffen. Bei ETCs wie Xetra Gold ist das Gold als Sondervermögen geschützt, ähnlich wie Aktien in einem Depot – es bleibt auch bei Insolvenz des Emittenten dein Eigentum und wird nicht zur Gläubigerbefriedigung herangezogen. Das Bundesinsolvenzantragsrecht und internationale Regelungen schützen dich hier. Allerdings solltest du beachten, dass ETCs technisch Schuldverschreibungen sind, weshalb physisches Gold im extremsten Fall das absolute Maximum an Sicherheit bietet.

Nein, wenn du Gold als langfristige Wertanlage behandelst. Kursschwankungen sind normal und gehören zum Markt – auch für Gold. Tatsächlich können Phasen mit fallendem Goldpreis sogar vorteilhaft sein, wenn du planst, zusätzlich zu investieren („Dollar-Cost-Averaging“). Wichtig ist, dass Gold nicht mit der Erwartung konstant steigender Preise gekauft wird, sondern mit der Erwartung, dass es im Zeitablauf unter Schwankungen seinen Wert steigern kann.

Disclaimer

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