Kurz gesagt: Geldanlage in Krisenzeiten lohnt sich, wenn du einen langen Atem hast. Die Börsengeschichte zeigt: Bisher hat sich jede Krise wieder aufgelöst und wer breit gestreut investiert und ruhig bleibt, hat auch nach schweren Einbrüchen wieder Renditen erzielt. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht, denn Kursverluste bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals bleiben möglich. Aus Sicht unserer unabhängigen Vermögensverwaltung aus Hamburg ist das größte Risiko meist aber nicht die Krise selbst, sondern aus Angst zum falschen Zeitpunkt auszusteigen.
Krisen gehören zur Geldanlage dazu. „Irgendwas ist immer“, so fühlt es sich zumindest an, wenn man die Nachrichten verfolgt. Wir haben unsere Mandanten schon durch die Finanzkrise 2008 und den Corona-Crash 2020 begleitet und dabei immer wieder gesehen: Genau in solchen Phasen entscheidet sich, ob ein Vermögen wächst oder ob Panik teure Fehler produziert.
Ruhig anzulegen bedeutet vor allem eines: einen kühlen Kopf bewahren und an einer langfristigen Strategie festhalten, statt auf jede Schlagzeile zu reagieren. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was die Geschichte über Krisen lehrt, warum sich Geduld gerade in unsicheren Zeiten auszahlt und wie du dein Geld Schritt für Schritt gelassen anlegst.
Was lehren die größten Wirtschaftskrisen für die Geldanlage in Krisenzeiten?
Wer die Geldanlage in Krisenzeiten verstehen will, schaut am besten zuerst zurück. Denn ein Blick in die Geschichte beruhigt: Kapitalmärkte haben schon viele Krisen durchgestanden und sich danach immer wieder erholt. Zu den bekanntesten Einbrüchen der Wirtschaftsgeschichte zählen:
- Tulpenmanie (1637)
- Weltwirtschaftskrise (1929)
- Ölpreiskrisen (1973 und 1979)
- Schwarzer Montag (1987)
- Golfkriege (1980, 1990, 2003)
- Asienkrise (1997)
- Dotcom-Blase (2000)
- Anschläge des 11. September (2001)
- Finanzkrise (2007)
- Corona-Krise (2020)
- Kriege in der Ukraine und in Nahost (seit 2022/2023)
So unterschiedlich diese Ereignisse auch waren, eines haben sie gemeinsam: Zunächst sorgten sie für Panik und Unsicherheit, doch langfristig haben sie sich wieder aufgelöst. Wer investiert blieb, war am Ende in aller Regel im Vorteil.
Wie wirken sich Krisen auf die Kapitalmärkte aus?
Kurzfristig können Krisen die Kurse heftig einbrechen lassen. Das sorgt bei vielen Anlegerinnen und Anlegern zunächst für Nervosität, ist historisch betrachtet aber selten von Dauer. Denn nach dem Einbruch folgt in aller Regel eine Erholung, auch wenn sie manchmal Jahre braucht. Wie tief die Rückgänge ausfallen und wie lange die Erholung dauert, zeigen zwei bekannte Beispiele besonders deutlich.
1. Beispiel: „Black Monday“ 1987
Am 19. Oktober 1987 verlor der Dow Jones an einem einzigen Tag 22,6 % seines Werts. Vom Höchststand im August 1987 bis zum Tief im Dezember ging es rund 33 % nach unten. Bis zur vollständigen Erholung dauerte es zwei Jahre, bis Dezember 1989.
2. Beispiel: New-Economy- / Dotcom-Blase 2000
Der deutsche DAX verlor vom Höchststand im März 2000 bis zum Herbst 2002 bis zu 67 %. Die Erholung zog sich über fünf Jahre bis in den Sommer 2007.
Wer ausgerechnet auf dem Höchststand im Jahr 2000 gekauft hatte, musste sogar bis 2013 warten, um dauerhaft im Plus zu liegen. Diese Zahlen wirken abschreckend. Entscheidend ist aber, was danach passiert: In beiden Fällen haben sich die Märkte erholt und neue Höchststände erreicht. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger war der Einbruch am Ende eine Delle, kein Dauerzustand.
Warum du bei Geldanlage in Krisenzeiten gelassen bleiben solltest
Die wichtigste Fähigkeit bei der Geldanlage in Krisenzeiten ist Gelassenheit. Das klingt einfach, fällt in der Praxis aber schwer, denn fallende Kurse lösen Verlustangst aus und verleiten zu hektischen Entscheidungen. Genau diese Emotionen sind es, die aus einer vorübergehenden Kursdelle einen dauerhaften Verlust machen können. Dabei sprechen gleich mehrere Erkenntnisse aus der Kapitalmarktforschung dafür, gerade in turbulenten Phasen investiert zu bleiben statt in Panik zu verkaufen. Zwei davon sind besonders aufschlussreich und wir schauen sie uns nacheinander an.
Warum ist langfristiges Anlegen sicherer als kurzfristiges Handeln?
Der erste Grund betrifft den Anlagehorizont: Je länger du investiert bleibst, desto verlässlicher wird dein Ergebnis. Beim S&P 500 gilt historisch, dass jeder, der über einen Zeitraum von 20 Jahren investiert war, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt einen Gewinn erzielt hat. Wer dagegen versucht, mit täglichem Handeln richtigzuliegen, kommt auf eine Trefferquote von nur knapp über 50 %. Das ist letztlich kaum mehr als ein Münzwurf. Aus unserer Erfahrung als Vermögensverwalter ist Zeit im Markt daher wichtiger als der perfekte Moment.
Ein ähnliches Bild zeichnet das DAX-Rendite-Dreieck: Jede historische Einmalanlage in den DAX war nach spätestens zwölf Jahren im Plus. Über 20 Jahre lag die durchschnittliche DAX-Rendite laut Deutschem Aktieninstitut (DAI) zudem bei 8,6 % pro Jahr. Für uns als Vermögensverwalter gilt daraus abgeleitet ein einfacher Grundsatz: Zeit im Markt schlägt das Timing des Marktes. Wie wir daraus eine konkrete Strategie ableiten, zeigen wir dir an drei Praxisbeispielen, wie du jetzt anlegen kannst.
Warum ist das Aussteigen aus Angst so teuer?
Der zweite Grund ist mindestens genauso wichtig: Wer in der Krise verkauft, verpasst fast zwangsläufig die stärksten Erholungstage. Und diese kommen überraschend früh. Aus Sicht unserer Portfoliomanager ist die entscheidende Zahl hier, dass rund 80 % der besten Börsentage in Bärenmärkte oder in die ersten zwei Monate eines neuen Bullenmarktes fallen, also genau in die Phasen größter Verunsicherung.
Die Beispiele sind eindrücklich:
- Der beste Tag des S&P 500 seit 1993 war der 28. Oktober 2008, mitten in der Finanzkrise, mit rund +11,7 %.
- Der zweitbeste Tag war der 13. März 2020, mitten in der Corona-Krise, mit rund +10,3 %.
- Die drei besten DAX-Tage seit 1980 fielen allesamt in den Oktober 2008 und den März 2020, mit Tagesgewinnen zwischen 11 % und 11,4 %.
Wer aus Angst aussteigt, ist an diesen Tagen fast nie dabei und das kostet Rendite. Hinzu kommen die Transaktionskosten für das ständige Hin und Her, die hart erarbeitete Gewinne zusätzlich auffressen können. Gelassen investiert zu bleiben ist deshalb in der Regel die klügere Entscheidung als hektisches Umschichten. Genau hier liegt ein großer Vorteil einer durchdachten Strategie: Sie nimmt dir die Entscheidung im Moment der Panik ab.
Geldanlage in Krisenzeiten: Solltest du jetzt in Aktien investieren?
Bei der Geldanlage in Krisenzeiten stellt sich diese Frage in jeder Marktphase neu und unsere Antwort bleibt im Kern dieselbe: Für einen langen Anlagehorizont zahlt sich Anlegen in Aktien über die Zeit aus, sofern du das Kapital die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre nicht brauchst. Wer diesen Atem mitbringt, sollte weniger auf den perfekten Einstiegszeitpunkt schielen als darauf, überhaupt und breit gestreut investiert zu sein.
Denn ob eine Krise gerade akut ist, ändert an diesem Grundsatz wenig. Wichtiger sind drei Dinge: eine zur eigenen Situation passende Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen, echte Streuung über Regionen und Branchen sowie die Disziplin, die einmal gewählte Strategie durchzuhalten. Erst kommt also das Warum, dann das Wertpapier. Aus Sicht unserer Vermögensverwaltung zählt dabei das Gesamtbild deines Vermögens mehr als die Suche nach dem perfekten Einstiegstag.
Wie wir die aktuelle Marktlage konkret einschätzen, welche Anlageklassen wir gerade bevorzugen und wo wir Chancen und Risiken sehen, das aktualisieren wir außerdem regelmäßig in unserem Marktausblick. Dort findest du unsere jeweils frische Sicht auf Zinsen, Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Dieser Beitrag hier bleibt dagegen bewusst zeitlos: Er erklärt das Prinzip, der Marktausblick liefert die aktuelle Momentaufnahme.
Fazit
Warum Geldanlage in Krisenzeiten kein Grund zur Sorge ist
Für die langfristige Geldanlage sind Krisen letztlich zweitrangig. Wer in Jahrzehnten denkt statt in Tagesschwankungen, hat historisch selbst bei den schlechtesten Einstiegszeitpunkten wieder Renditen erzielt, sofern der Anlagehorizont lang genug war. Die längsten Studien zeigen das für rund 20 Jahre, für die Praxis raten wir zu mindestens zehn bis fünfzehn Jahren. Die größten Fehler entstehen dabei selten durch Krisen, sondern durch panisches Reagieren.
Geldanlage in Krisenzeiten: So machst du dein Vermögen krisenfest
Ein Vermögen, das für Krisen gerüstet ist, steht auf mehreren Beinen. Der wichtigste Baustein ist eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg. Historisch haben sich in Krisen zudem besonders stabilisierend erwiesen: Gold als langfristiger Stabilitätsanker und sogenannte Total-Return-Investments, die auf einen positiven Ertrag über den gesamten Marktzyklus ausgelegt sind.
Genau hier liegt unsere Aufgabe als Vermögensverwalter. Mit unserem aktiven Risikomanagement versuchen wir, Verluste in schwierigen Phasen zu begrenzen, statt Krisen einfach auszusitzen. In der Vermögen360-Analyse schauen wir uns außerdem dein gesamtes Vermögen an und prüfen, wie krisenfest es wirklich aufgestellt ist. Bei größeren und komplexeren Vermögen bündeln wir das im Rahmen unserer Family Office Services. Wir haben unsere Mandanten durch 2008 und 2020 begleitet und wissen daher, wie viel in solchen Momenten von einem kühlen Kopf und einem klaren Plan abhängt.
Welche Mischung zu deiner Situation passt, schauen wir uns als unabhängige Vermögensverwaltung aus Hamburg gern gemeinsam an. Vereinbare dazu einfach ein unverbindliches Erstgespräch oder abonniere unseren Newsletter für regelmäßige Einordnungen aus unserer Vermögensverwaltung.
FAQs - Häufig gestellte Fragen
Sollte ich in einer Krise mein Geld vom Aktienmarkt abziehen?
In den meisten Fällen ist das keine gute Idee. Rund 80 % der besten Börsentage fallen in Bärenmärkte oder den Beginn einer Erholung. Wer aus Angst verkauft, verpasst genau diese Tage und zahlt zusätzlich Transaktionskosten. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger ist ruhig investiert bleiben meist die bessere Wahl. Auch in unserer Vermögensverwaltung setzen wir deshalb auf Ruhe statt Aktionismus.
Lohnt es sich, ausgerechnet in einer Krise mit dem Investieren anzufangen?
Ja, wenn dein Anlagehorizont lang genug ist. Historisch war beim S&P 500 jede 20-Jahres-Anlage im Gewinn, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Krisen bieten oft sogar günstigere Einstiegskurse. Entscheidend ist, dass du das Kapital die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre nicht brauchst. Aus Sicht unserer Portfoliomanager zählt dabei der Zeitraum mehr als der perfekte Zeitpunkt.
Wie lange sollte ich mindestens investiert bleiben?
Je länger, desto verlässlicher. Beim DAX war jede Einmalanlage laut Rendite-Dreieck nach spätestens zwölf Jahren im Plus, über 20 Jahre lag die Rendite im Schnitt bei 8,6 % pro Jahr (Quelle: DAI). Als Orientierung empfehlen wir einen Horizont von zehn bis fünfzehn Jahren aufwärts.
Wie schützt ihr bei ak. Vermögen in Krisenzeiten?
Wir setzen auf breite Diversifikation über mehrere Anlageklassen, stabilisierende Bausteine wie Gold und ein aktives Risikomanagement, das Verluste begrenzen soll. In der Vermögen360-Analyse prüfen wir, wie krisenfest dein Vermögen aufgestellt ist. So begleiten wir unsere Mandanten aus Hamburg auch durch turbulente Phasen.
Woher weiß ich, welche Strategie in der Krise zu mir passt?
Das hängt von deiner persönlichen Situation ab: Vermögenshöhe, Anlagehorizont, Risikotragfähigkeit und Lebenssituation. Eine pauschale Antwort gibt es nicht und steuerliche Aspekte besprichst du am besten mit deinem Steuerberater. Welche Anlagestrategie für dich sinnvoll ist, klären wir gern in einem persönlichen Erstgespräch.