Ein Family Office kümmert sich um das Gesamtvermögen einer Familie, also um alle Banken, Depots, Immobilien und Beteiligungen sowie alle Themen, die im Kontext des Vermögens anfallen. Wir sind Albrecht, Kitta & Co., eine unabhängige Vermögensverwaltung aus Hamburg mit Family Office Services. Den praktischen Unterschied sehen wir so: Die Vermögensverwaltung entscheidet über das Depot, das Family Office behält das Ganze im Blick und kontrolliert, dass die Vermögensverwaltung zum Gesamtkontext passt.
Ein Beispiel: Vier Konten bei drei Banken, eine vermietete Wohnung in Hamburg, eine Beteiligung an einer GmbH und ein älteres Depot, das seit Jahren niemand angefasst hat. Jede Position ist für sich erklärbar, aber die Frage, an der es hakt, ist: Wer rechnet das zusammen, ordnet es einer übergreifenden Strategie zu und sagt dir, was unterm Strich steht?
Was ist ein Family Office und was ist es nicht?
Ein Family Office ist die Instanz, die das Gesamtvermögen einer Familie zusammenrechnet und die Dienstleister kontrolliert, die daran arbeiten. Die BaFin definiert Family Offices als Unternehmen, „die sich mit der bankenunabhängigen Verwaltung großer privater Vermögen befassen“ (BaFin-Merkblatt, Stand Juli 2018).
Das Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt ein Family Office als „eine Organisationseinheit oder ein spezialisierter Dienstleister, der die komplexen Vermögensangelegenheiten einer vermögenden Familie ganzheitlich koordiniert, überwacht und gegebenenfalls verwaltet“.
Die BaFin knüpft die Erlaubnispflicht an die Tätigkeit, nicht an die Bezeichnung. „Family Office“ ist deshalb kein aufsichtsrechtlicher Titel, sondern beschreibt, was ein Unternehmen tatsächlich tut.
Zur Gegenprobe: Diese vier Dinge ist ein Family Office nicht.
- Keine Bank: Es verwahrt nichts, dein Geld bleibt bei deiner Bank.
- Kein Produkt: Du kaufst es nicht, du beauftragst es.
- Keine Vermögensverwaltung: In dieser Rolle entscheidet es nicht über Käufe und Verkäufe. Wer auch verwaltet, braucht dafür in der Regel eine eigene BaFin-Erlaubnis.
- Keine Rechts- oder Steuerberatung: Die bleibt beim Anwalt und bei der Steuerberaterin.
Wie viele Family Offices gibt es in Deutschland?
Laut der Global Family Office Deals Study 2025 von PwC liegt Deutschland mit 1.300 Family Offices weltweit auf Rang 3, hinter den USA (7.160) und Singapur (2.720). Für Europa nennt PwC über 6.600.
Die Zahlen der Family Offices in Deutschland und in Europa sind mit Vorsicht zu lesen. PwC zählt aus einer eigenen Anbieter-Datenbank, das ist kein amtliches Register. Deloitte kommt für Europa auf rund 2.020 Single Family Offices, ausdrücklich als Schätzung (Defining the Family Office Landscape, 2024).
Ein Widerspruch zwischen beiden Zahlen ist das nicht: Deloitte zählt nur Single Family Offices, PwC alle Family Offices seiner Datenbank. Eine Meldepflicht oder amtliche Statistik gibt es für Single Family Offices in Deutschland nicht.
Welche Arten von Family Offices gibt es?
Es gibt zwei Grundformen. Die BaFin beschreibt das private Family Office für das Vermögen einer Familie und das externe Family Office, das sich um mehrere vermögende Familien kümmert. Im Markt heißen dieselben Formen meist Single Family Office und Multi Family Office; das Gabler Wirtschaftslexikon behandelt „Multi Family Office“ und „externes Family Office“ als weitgehend gleichbedeutend.
Wann lohnt sich ein Single oder Multi Family Office?
Ein privates Family Office bzw. Single Family Office trägt sich aus unserer Sicht erst, wenn eine Familie eine komplette Organisation dauerhaft bezahlen und führen will: mit Personal, Systemen und einer eigenen Nachfolgeregelung. Weil die kursierenden Angaben zu dieser Schwelle weit auseinandergehen und sich keine auf eine nachprüfbare Studie zurückführen lässt, nennen wir bewusst keine Zahl.
Wir arbeiten für mehrere Familien. Praktisch heißt das: Jede Familie bekommt denselben Leistungskatalog, aus dem sie die passenden Services auswählt. Ab wann sich diese Services lohnen, können wir nicht pauschal sagen. Allerdings gibt es Bereiche, wie zum Beispiel die Nachfolgeplanung oder die Zusammenarbeit mit Steuerexperten, die sich aus unserer Sicht für fast jede vermögende Familie lohnen.
Was macht ein Family Office konkret?
Ein Family Office übernimmt die Arbeit rund um das Vermögen, die zwischen den einzelnen Depots und Beratern liegt. In unserem Family-Office-Vertrag sind das elf einzeln buchbare Leistungen, ein Menü, aus dem jede Familie ankreuzt, was sie braucht.
Die elf Leistungen, die wir auf der Seite zu unseren Family Office Services beschreiben, fallen im Alltag in vier Gruppen:
- Überblick schaffen: Gesamtvermögenssteuerung nach unserem Vermögenskonzept und die Konsolidierung aller Depots und Werte in einer Übersicht, im Fachjargon ein sogenanntes Multi-Depot-Controlling. Über Käufe und Verkäufe im verwalteten Depot entscheidet das Verwaltungsmandat.
- Berichten und kontrollieren: Vermögensreporting samt fester Frist, dazu die Kontrolle der Depotbanken und ihrer Kosten.
- Koordinieren: Schnittstelle zu Steuerberaterinnen, Anwälten und Notaren, ein gesicherter Datenraum auf unseren Servern und die Begleitung bei Nachlassplanung, Stiftungsgründung oder Testamentsvollstreckung (ohne eigene Rechtsberatung).
- Begleiten, wo es individuell wird: Immobilien und Beteiligungen, die wir in der Regel einmal im Jahr bewerten, weil sie keinen Tageskurs haben, dazu Finanzierungen, Erbschaftsthemen sowie Termine bei Bank und Notar, jeweils nach Absprache.
Bei Albrecht, Kitta & Co. sind die Family-Office-Leistungen mit festen Fristen hinterlegt: Das Reporting kommt quartalsweise oder halbjährlich nach deiner Wahl, fertig bis zum 14. Arbeitstag des Folgemonats, zugestellt in eine individuell eingerichtete Postbox. Damit du zu deinen Steuerterminen einen Stand hast, den du weitergeben kannst. Und mit deinem Berater sprichst du in der Regel einmal pro Quartal und bei Bedarf auch zwischendurch.
Gut zu wissen: Leistungskataloge lesen sich häufig gleich. Der Unterschied zeigt sich im Vertrag: Stehen dort Fristen, Turnus und Grenzen oder bleibt es bei „regelmäßig“ und „umfassend“?
Für welche Familien lohnt sich ein Family Office?
Wenn sich ein Vermögen auf mehrere Banken, Immobilien, Beteiligungen oder Generationen verteilt, spricht viel für ein Family Office. Bei Albrecht, Kitta & Co. beginnt die individuelle Betreuung ab 1.000.000 Euro, dieselbe Schwelle wie in unserem Mandat für die Vermögensverwaltung.
Wichtiger als die Summe ist aber die Komplexität: 1,5 Millionen Euro auf vier Banken, zwei Immobilien und einer GmbH-Beteiligung profitieren unter Umständen mehr von Family Office Services als 3 Millionen Euro auf einem Depot. Die Schwelle für die reine Depotverwaltung findest du im Beitrag ab welcher Summe sich eine Vermögensverwaltung lohnt.
Vier Situationen führen Familien zu uns:
- mehrere Banken und Depots ohne Gesamtübersicht
- Immobilien oder Beteiligungen neben dem Depot
- mehrere Generationen oder ein anstehender Übergang
- ein bevorstehender Verkauf oder eine große Übertragung/Erbschaft
In unseren Gesprächen sind es am häufigsten mehrere Banken und Depots ohne Gesamtübersicht, oft kommen sogar mehrere Situationen zusammen. Was dabei zuerst auffällt, sind meistens nicht die Kosten, sondern die Dopplungen: dieselben Titel in drei Depots, zusammen ein Klumpen, den einzeln keiner sieht.
Immobilien und Beteiligungen fehlen in einer solchen Depot-Rechnung ganz, weil sie keinen Tageskurs haben. Sobald mehrere Generationen mitreden, geht es dagegen weniger ums Rechnen als darum, ob alle dasselbe Bild vom Vermögen haben.
Beim Thema Verkauf hält sich eine Vorstellung besonders hartnäckig: dass ein Family Office erst nach dem Unternehmensverkauf entsteht. Laut PwC (2025) gehen aber nur 14 Prozent der Family Offices auf ein einzelnes „Cash Event“ zurück, bei 86 Prozent ist das Familienunternehmen weiter aktiv und Quelle des Vermögens.
Wann lohnt sich ein Family Office nicht?
Liegt dein Vermögen im Wesentlichen auf einem Depot bei einer Bank, löst ein Family Office ein Problem, das du gar nicht hast. Dann ist eine Vermögensverwaltung in der Regel passender und günstiger.
Drei Grenzen eines Family Office:
- Zusatzkosten: Ein Family Office kostet zusätzlich zur Vermögensverwaltung. Ist der Zusatznutzen am Ende nur ein schönerer Bericht, tragen sich die laufenden Kosten nicht.
- Abhängigkeit: Ein Anbieter weiß dann sehr viel über deine Familie, deshalb sind Kündigungsrecht und Vollmachtsgrenzen so wichtig.
- Fehlende Struktur: Wer bisher gar nichts geordnet hat, braucht zuerst eine Bestandsaufnahme.
Denn nur eine ausführliche Bestandsaufnahme des Gesamtvermögens in Kombination mit allen Einnahmen, Ausgaben, Zielen und Wünschen zeigt, ob und wenn ja, welche Family Office Services wirklich einen Mehrwert für den Mandanten bzw. die Familie bieten. Wir raten deshalb ausdrücklich, mit diesem kleineren Schritt zu beginnen. Eine Bestandsaufnahme lässt sich immer machen und verpflichtet zu nichts.
Was kostet ein Family Office?
Was ein Family Office kostet, hängt vor allem davon ab, welche Leistungen du buchst und wie verzweigt dein Vermögen ist. Einen einheitlichen Marktpreis gibt es nicht. Am Markt begegnen dir vor allem drei Vergütungsmodelle, manchmal auch kombiniert:
- Prozentuales Honorar: Ein Prozentsatz pro Jahr auf das betreute Vermögen. Entscheidend ist, worauf er gerechnet wird: nur auf das Depot oder auf das Gesamtvermögen samt Immobilien und Beteiligungen.
- Jährliches Festhonorar: Ein fester Betrag pro Jahr für einen vereinbarten Leistungsumfang, unabhängig davon, wie sich die Kurse entwickeln.
- Abrechnung nach Aufwand: Ein Stundensatz für einzelne, klar abgegrenzte Aufgaben, etwa die Begleitung einer Übertragung oder die Vorbereitung eines Verkaufs.
Welches Modell günstiger ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Ein niedriger Prozentsatz auf das Gesamtvermögen kann teurer sein als ein höherer auf das Depot allein. Ein Festhonorar ist planbar, passt aber nur, wenn der Leistungsumfang klar beschrieben werden kann. Ein Stundensatz lohnt sich eher für einzelne Aufgaben als für die laufende Betreuung.
Frag bei jedem Angebot nach:
- Worauf basiert das Honorar?
- Was sind die Stundensätze?
- Welche Leistungen sind enthalten?
- Ist die Umsatzsteuer schon eingerechnet?
- Welche Fristen muss ich kennen?
Depotgebühren, Transaktions- und Produktkosten kommen in der Regel gesondert hinzu, sie gehören zur Vermögensverwaltung. Mehr dazu im Beitrag welche Kosten bei einer Vermögensverwaltung entstehen.
Wir selber arbeiten mit verschiedenen Kostenmodellen: In manchen Fällen ist ein jährliches Honorar sinnvoll, in anderen passt ein flexibler Stundensatz besser.
Wie wir bei Albrecht, Kitta & Co. arbeiten
Wir trennen Family Office Services und Vermögensverwaltung mit zwei separaten Verträgen. Wir sind eine unabhängige, inhabergeführte Vermögensverwaltung aus Hamburg mit Family Office Services, gegründet 2013, tätig für mehrere Familien, Stiftungen und Einzelmandanten.
Am Anfang steht bei uns meistens die Vermögen360-Analyse, unabhängig davon, ob daraus ein Family-Office-Vertrag, ein Verwaltungsmandat oder beides wird. Der erste Schritt darin ist die gemeinsame Bestandsaufnahme.
Im Rahmen der Vermögen360-Analyse machen wir mit dem ak. Optimizer dein Gesamtvermögen sichtbar, also Struktur, Kosten und Klumpenrisiken über alle Vermögenswerte hinweg. Kurz erklärt: Ein Klumpenrisiko ist eine Stelle, an der sehr viel von einer einzigen Sache abhängt.
Daraus entwickeln wir die strategische Asset Allocation, passend zu deinen Zielen und deiner Risikotragfähigkeit. Das ist die Aufteilung deines Vermögens auf verschiedene Anlageklassen. Umgesetzt wird diese Struktur anschließend im BaFin-regulierten Mandat, nicht im Family-Office-Vertrag. Wie eine solche Aufteilung in der Praxis aussieht, zeigen 3 Beispiele aus unserer Praxis.
Für uns verdient jedes Vermögen jedoch mehr als „nur“ Verwaltung, weshalb wir über das Portfoliomanagement hinaus auch bei weiteren Vermögensthemen unterstützen. Welche Bereiche unsere Services genau umfassen, zeigen wir hier.
Stand: Oktober 2026.
Dein nächster Schritt: die Bestandsaufnahme
Wenn du wissen willst, wie viele bewegliche Teile dein Vermögen wirklich hat und welche Family Office Services dich entlasten könnten, ist eine gemeinsame Bestandsaufnahme der einfachste Anfang. Danach weißt du, was da ist und musst es nicht mehr im Kopf behalten. Ein unverbindliches Erstgespräch kostet dich eine Stunde Zeit.
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Häufige Fragen zu Family Offices
Bei Albrecht, Kitta & Co. kannst du den Family-Office-Vertrag jederzeit und ohne Frist kündigen, wir selbst müssen sechs Wochen zum Monatsende einhalten. Diese Ungleichheit ist Absicht: Du sollst gehen können, wenn es nicht passt. Mit dem Vertragsende erlöschen automatisch alle Vollmachten, die du uns erteilt hast. Ein Jahreshonorar rechnen wir zeitanteilig ab.
Nein. Eine Vermögensverwaltung kümmert sich um dein Depot, ein Family Office um das Gesamtvermögen deiner Familie, also auch um Immobilien, Beteiligungen, Erbschaften, mehrere Banken usw. Bei Albrecht, Kitta & Co. sind es zwei getrennte Verträge: der erlaubnisfreie Family-Office-Vertrag ohne Anlageentscheidungen und das BaFin-regulierte Mandat nach § 15 Abs. 1 WpIG. Den Unterschied im Detail erklären wir im Beitrag was eine Vermögensverwaltung von einem Family Office unterscheidet.
Bei Albrecht, Kitta & Co. beginnt die individuelle Betreuung ab 1.000.000 Euro, die Summe ist aber nur die halbe Antwort. Welche Leistungen für dich die richtigen sind, entscheidet eine Bestandsaufnahme deines Status quo und deiner Zukunftsplanung: Erst wenn dabei mehrere Banken, Immobilien, Beteiligungen oder Generationen zusammenkommen, trägt sich der laufende Aufwand. Liegt alles auf einem Depot, reicht meist eine Vermögensverwaltung und sie ist zugleich günstiger.
Das kommt darauf an, was es tut. Reine Family-Office-Leistungen wie Reporting, Konsolidierung oder die Kontrolle von Vermögensverwaltern sind laut BaFin grundsätzlich nicht erlaubnispflichtig. Sobald jemand Vermögen verwaltet oder Anlagen empfiehlt, braucht das eine Erlaubnis. In der BaFin-Unternehmensdatenbank findest du Albrecht, Kitta & Co. nach § 15 Abs. 1 WpIG, unsere Family-Office-Leistungen laufen über einen getrennten, erlaubnisfreien Vertrag. Welche Erlaubnis wofür nötig ist, haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben: wer in Deutschland überhaupt Vermögen verwalten darf.
Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er ersetzt keine individuelle, auf deine persönliche Situation abgestimmte Beratung. Kapitalanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Die steuerlichen Angaben in diesem Beitrag sind allgemeine Information nach dem Stand Oktober 2026 und keine Steuerberatung. Wie sich das in deinem Fall auswirkt, klärst du am besten mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater. Rechtliche Ausführungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Beratung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.