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Chris Holzheu

Chris Holzheu ist Senior Kundenberater bei Albrecht, Kitta & Co. und kümmert sich zusammen mit seinen Kollegen um die Anlagestrategien unserer Mandanten.
Weiß-goldener Spiralturm mit aufsteigenden Etagen auf cremefarbenem Hintergrund, Symbolbild für den Zinseszins

Wie funktioniert Zinseszins? Formel, Tabelle und 72er-Regel

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Chris Holzheu ist Senior Kundenberater bei Albrecht, Kitta & Co. und kümmert sich zusammen mit seinen Kollegen um die Anlagestrategien unserer Mandanten.

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Zinseszins bedeutet, dass bereits gutgeschriebene Zinsen oder Erträge im nächsten Jahr selbst mitverzinst werden. Das Kapital wächst dadurch nach der Formel Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz) hoch Jahre. Bei angenommen 5 % pro Jahr werden aus 10.000 € nach 10 Jahren 16.288,95 €, rund 1.300 € davon entstehen allein durch den Zinseszins. Der Effekt setzt allerdings voraus, dass die Erträge positiv sind und wieder angelegt werden. Kosten, Inflation, Steuern, Entnahmen und Verluste bremsen ihn mit derselben Mechanik. Für uns bei Albrecht, Kitta & Co., unabhängige Vermögensverwaltung aus Hamburg, zählt deshalb, was der Zinseszins in deinem Gesamtvermögen nach Kosten, Steuern und Inflation bewirkt.

Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Rechenbeispiele mit angenommenen Zinssätzen, bei jährlicher Verzinsung und vor Kosten, Steuern und Inflation, sofern nichts anderes dabeisteht. Sie sagen nichts darüber, wie sich eine Anlage tatsächlich entwickeln wird.

Was ist Zinseszins und was unterscheidet ihn vom einfachen Zins?

Beim einfachen Zins bleibt der Zuwachs jedes Jahr gleich, beim Zinseszins wächst der Zuwachs selbst. Konkret: Du legst 10.000 € zu angenommen 5 % pro Jahr an und lässt die Zinsen stehen.

JahrZinsen im JahrKapital am Jahresende
1500,00 €10.500,00 €
2525,00 €11.025,00 €
3551,25 €11.576,25 €

Im zweiten Jahr arbeiten die 500 € aus dem ersten Jahr mit, deshalb kommen 25 € mehr dazu. Beim einfachen Zins wären es jedes Jahr gleichbleibend 500 €, nach drei Jahren also 11.500 €.

Damit der Zinseszins wirkt, braucht es zwei Voraussetzungen: Die Erträge bleiben angelegt und sie sind positiv. Lässt du dir die Zinsen jedes Jahr auszahlen oder entnimmst du sie, bleibt es beim einfachen Zins. Sinkt der Wert, wirkt dieselbe Rechnung in die andere Richtung.

Übrigens: „Zins“ ist beim Zinseszins im weiteren Sinn gemeint. Derselbe Effekt entsteht bei wieder angelegten Dividenden, Ausschüttungen oder Kursgewinnen.

Wie berechnest du den Zinseszins? Die Formel Schritt für Schritt

Die Zinseszinsformel bedeutet nur: jedes Jahr mal (1 + Zinssatz). Die Herleitung in drei Schritten:

  1. Nach einem Jahr: K₁ = K₀ × (1 + p)
  2. Nach zwei Jahren wird das Ergebnis aus dem ersten Jahr noch einmal verzinst: K₂ = K₁ × (1 + p) = K₀ × (1 + p) × (1 + p) = K₀ × (1 + p)²
  3. Nach n Jahren hast du n-mal mit (1 + p) malgenommen: Kₙ = K₀ × (1 + p)ⁿ

Dabei ist K₀ dein Startkapital, p der Zinssatz als Dezimalzahl (5 % = 0,05) und n die Zahl der Jahre. Das „hoch n“ heißt: (1 + p) so oft mit sich selbst malnehmen, wie das Geld Jahre angelegt bleibt. Darin steckt der Zinseszins, denn jedes weitere Jahr multipliziert auch die Zinsen der Vorjahre.

Zum Vergleich die Formel für den einfachen Zins: Kₙ = K₀ × (1 + p × n). Dort wird der Zinssatz nur mit der Zahl der Jahre malgenommen.

Ein Rechenbeispiel mit 20.000 € über 20 Jahre bei angenommen 5 % pro Jahr:

  • mit Zinseszins: 20.000 € × 1,05²⁰ (≈ 2,6533) = 53.065,95 €
  • mit einfachem Zins: 20.000 € × (1 + 0,05 × 20) = 40.000,00 €
  • Unterschied: 13.065,95 €, die allein durch den Zinseszins entstehen

Tipp: In Excel oder Google Tabellen reicht die Eingabe =20000*(1+5%)^20. Die Zelle zeigt gerundet 53.065,95. Das Ergebnis ist nur so belastbar wie der Zinssatz, den du annimmst.

Wie viel macht der Zinseszins nach 10, 20 und 30 Jahren aus?

Am Anfang ist der Zinseszins klein, sein Anteil am Zuwachs steigt mit der Laufzeit und mit dem Zinssatz.

10.000 € bei angenommenen Zinssätzen (jährliche Verzinsung, vor Kosten, Steuern und Inflation, Werte gerundet; in Klammern der Anteil des Zinseszinses am Zuwachs):

Angenommener Zins pro Jahrnach 10 Jahrennach 20 Jahrennach 30 Jahren
2 %12.200 € (8,7 %)14.900 € (17,7 %)18.100 € (26,1 %)
4 %14.800 € (16,7 %)21.900 € (32,8 %)32.400 € (46,5 %)
6 %17.900 € (24,1 %)32.100 € (45,6 %)57.400 € (62,1 %)

So liest du den Wert in Klammern: Vom gesamten Zuwachs ziehst du den einfachen Zins ab, der Rest ist der Zinseszins. Bei angenommen 6 % über 30 Jahre sind das 47.434,91 € Zuwachs, davon 18.000 € einfacher Zins und 29.434,91 € Zinseszins, also 62,1 %.

Konkret heißt das: Bei angenommen 4 % pro Jahr stammt nach 10 Jahren erst rund ein Sechstel des Zuwachses aus dem Zinseszins, nach 30 Jahren fast die Hälfte. Ein späterer Start kürzt deshalb genau die Jahre, in denen der Zinseszins am stärksten wirkt, sofern die Erträge positiv sind und angelegt bleiben. Wie sich das bei regelmäßigem Sparen in Euro auswirkt, zeigen wir im Beitrag darüber, was ein später Start kostet.

Wann verdoppelt sich dein Geld? Die 72er-Regel

Die 72er-Regel ist eine Faustregel: 72 geteilt durch den Zinssatz in Prozent ergibt ungefähr die Zahl der Jahre, bis sich dein Geld verdoppelt. Exakt rechnest du mit dem natürlichen Logarithmus: ln 2 ÷ ln(1 + p). Beide Rechnungen unterstellen einen gleichbleibenden Zinssatz.

Angenommener Zins pro Jahr72er-Regelexakt
2 %36 Jahre35,00 Jahre
6 %12 Jahre11,90 Jahre
8 %9 Jahre9,01 Jahre
10 %7,2 Jahre7,27 Jahre

Unterhalb von rund 8 % überschätzt die Faustregel die Dauer leicht, darüber unterschätzt sie die Dauer leicht. Tipp: =LN(2)/LN(1+6%) ergibt in Excel gerundet 11,90.

Vielleicht kennst du aus unserem Beitrag darüber, wie Inflation deine Kaufkraft halbiert, die Faustzahl 70. Beide Faustzahlen beschreiben dieselbe Rechnung: Ob sich ein Betrag durch Zinsen verdoppelt oder seine Kaufkraft durch Inflation halbiert, folgt aus der Gleichung (1 + p)ⁿ = 2. Der exakte Teiler liegt bei sehr kleinen Sätzen nahe 69,3 und steigt mit dem Zinssatz. Deshalb trifft bei niedrigen Sätzen um 2 % die 70 genauer, bei Sätzen um 6 bis 10 % die 72.

Bei angenommen 6 % pro Jahr werden aus 10.000 € nach rund 11,9 Jahren 20.000 € und nach rund 23,8 Jahren 40.000 €. Die zweite Verdopplung bringt doppelt so viele Euro wie die erste, obwohl sie bei gleichbleibendem Zinssatz genauso lange dauert.

Macht es einen Unterschied, ob monatlich oder jährlich verzinst wird?

Ja: Werden Zinsen öfter gutgeschrieben, steigt der effektive Zins pro Jahr, weil die Zinsen früher selbst mitverzinst werden. Bei niedrigen Sätzen ist der Unterschied klein. Die Formel lautet: effektiver Zins pro Jahr = (1 + p/m)ᵐ − 1. Dabei ist m die Zahl der Zinsgutschriften im Jahr, bei monatlicher Gutschrift also 12.

  • Bei angenommen 2 % nominal und monatlicher Gutschrift ergibt sich ein effektiver Zins von 2,0184 % pro Jahr. Aus 10.000 € werden nach einem Jahr 10.201,84 € statt 10.200 €, also 1,84 € mehr.
  • Bei angenommen 5 % nominal sind es effektiv 5,1162 % pro Jahr. Nach zehn Jahren ergeben sich 16.470,09 € statt 16.288,95 €, also 181,14 € mehr.

Wann ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto die Zinsen gutschreibt, regeln die Bedingungen der jeweiligen Bank.

Wirkt der Zinseszins auch bei Schulden?

Ja, wirtschaftlich wirkt der Zinseszins gegen dich, sobald unbezahlte Zinsen eine Schuld erhöhen und im nächsten Zeitraum selbst Zinsen kosten, rechtlich ist das in Deutschland allerdings nur eingeschränkt zulässig. Eine im Voraus getroffene Vereinbarung, dass fällige Zinsen wieder Zinsen tragen sollen, ist nichtig (§ 248 Abs. 1 BGB), das Gesetz kennt aber Ausnahmen, z. B. für Einlagen.

Banken und Sparkassen dürfen im Voraus vereinbaren, dass nicht abgehobene Zinsen als neue verzinsliche Einlage gelten (§ 248 Abs. 2 S. 1 BGB). Deshalb ist Zinseszins auf Spar-, Tagesgeld- und Festgeldkonten zulässig. Außerdem fallen auf Zinsen keine Verzugszinsen an, Schadensersatz wegen des Verzugs bleibt aber möglich (§ 289 BGB). Bei einer rechtlichen Frage zu deinem eigenen Kreditvertrag hilft dir eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt weiter.

Gibt es Zinseszins bei Aktien, Fonds und ETFs?

Ja, als Wertzuwachs auf den Wertzuwachs. Einen festen Zins gibt es am Kapitalmarkt allerdings nicht: Renditen schwanken und können auch negativ sein. Der Effekt entsteht, weil ein gestiegener Wert die Basis für die nächste Veränderung ist. Dazu kommen wieder angelegte Dividenden oder Ausschüttungen. Das gilt auch nach unten: Fällt der Wert, rechnet jede folgende Veränderung von einem niedrigeren Stand aus.

Angenommen, eine Anlage steigt in einem Jahr um 50 % und fällt im nächsten um 50 %. Aus 10.000 € werden erst 15.000 €, dann 7.500 €, obwohl der Durchschnitt der beiden Jahresrenditen 0 % beträgt. Die Zinseszinsformel gilt am Kapitalmarkt deshalb nur als Durchschnittsrechnung mit einer angenommenen Rendite: Sie zeigt die Mechanik, den tatsächlichen Verlauf kann sie nicht vorhersagen. Ausführlich erklären wir diesen Schwankungseffekt im Beitrag darüber, warum Schwankung Rendite kostet.

Bei thesaurierenden Fonds verbleiben die Erträge im Fondsvermögen und werden dort wieder angelegt. Bei ausschüttenden Fonds fließen die Erträge an dich. Der Zinseszinseffekt entsteht dann nur, wenn du die Ausschüttung selbst wieder anlegst. Welche Variante zu dir passt, hängt von deiner Situation ab.

Was bremst den Zinseszins?

Dieselbe Mechanik, die ein Vermögen wachsen lässt, wirkt auch gegen dich. Gebremst wird der Zinseszins an fünf Stellen:

  1. Kosten: Laufende Kosten wirken jedes Jahr auf die bereits gewachsene Basis. Vereinfacht gerechnet senken sie die Rendite um den Kostensatz, aus angenommen 5 % vor Kosten werden bei angenommen 1 % Kosten also 4 %. Bei 10.000 € stehen nach 30 Jahren dann 32.433,98 € statt 43.219,42 € da. Rund 10.800 € fehlen, ein Viertel des Endwerts vor Kosten. Nach 10 Jahren sind es rund 1.500 €, wie unser Beitrag darüber zeigt, was Kosten, Steuern und Inflation von 10.000 Euro übrig lassen.
  2. Inflation: Der Endwert ist ein Betrag in Euro von morgen. Bei angenommen 5 % pro Jahr und angenommen 2 % Inflation pro Jahr stehen nach 30 Jahren nominal 43.219,42 € auf dem Papier. In heutiger Kaufkraft sind das rund 23.900 €. Im Alltag merkst du das daran, dass du dir für denselben Betrag Jahr für Jahr etwas weniger kaufen kannst.
  3. Steuern: Werden Erträge jährlich versteuert, fehlt die gezahlte Steuer in der Basis für das nächste Jahr. Auf Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags fällt in Deutschland Abgeltungsteuer von 25 % an (§ 32d EStG). Dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer (§ 4 SolZG), zusammen sind das 26,375 %. Bei Kirchensteuerpflicht ändert sich der Satz. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 € im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG).

Bei thesaurierenden Fonds kann trotz Wiederanlage jährlich eine Vorabpauschale anfallen (§ 18 InvStG). Sie mindert beim späteren Verkauf den steuerpflichtigen Gewinn (§ 19 Abs. 1 InvStG).

Alle Steuerangaben haben den Stand September 2026. Wie sich das in deinem Fall auswirkt, klärst du am besten mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.

  1. Entnahmen und Unterbrechungen: Die Formel unterstellt, dass nichts entnommen wird. Jede Entnahme verkleinert die Basis für alle folgenden Jahre, egal ob sie z. B. in eine Anschaffung, eine Immobilie oder den Ruhestand fließt. Wann Entnahmen auf Dauer tragen, zeigen wir im Beitrag darüber, wie viel Kapital du brauchst, um von den Erträgen zu leben.
  2. Verluste: Nach einem Verlust braucht es einen größeren Gewinn, um wieder auf den Ausgangswert zu kommen. Nach −20 % sind es +25 %, nach −30 % rund +43 % und nach −50 % braucht es +100 %. Bei angenommen 6 % pro Jahr dauert das Aufholen nach einem Minus von 50 % rund 11,9 Jahre, also eine volle Verdopplungszeit.

Im März 2020 zeigte sich bei manchen Depots, deren Aufteilung auf dem Papier zur Selbsteinschätzung passte, wie weit Selbsteinschätzung und tatsächliche Risikotragfähigkeit auseinanderliegen können. Deshalb stellen wir bei ak. neben jede Renditeannahme die Frage, welchen Rückgang du finanziell und im Kopf tragen kannst. Denn wer in einem Tief verkaufen muss, macht einen Buchverlust endgültig und nimmt dem Zinseszins die Basis. An mehreren der fünf Bremsen kannst du selbst ansetzen, z. B. bei den Kosten, beim Puffer für geplante Entnahmen oder bei einer Aufteilung, deren Schwankungen du aushältst.

Wie schauen wir bei ak. auf den Zinseszins in deinem Vermögen?

Wir schauen auf den Zinseszins in deinem Gesamtvermögen und entlang der Zeit. Maßstab ist, was nach Kosten, Steuern und Inflation übrig bleibt. Die Formel selbst gilt nur für einen einzelnen Betrag mit festem Zinssatz. Im Vermögen liegen dagegen meist mehrere Töpfe nebeneinander.

Liegt z. B. ein großer Teil auf dem Konto, verwässert das den Effekt für das Ganze, unabhängig davon, wie sich ein Depot daneben entwickelt. Täglich fällige Einlagen privater Haushalte wurden im August 2026 im Schnitt mit vorläufig 0,51 % verzinst (Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, abgerufen am 02.10.2026). Liquidität bleibt trotzdem ein strategischer Baustein, sie sollte nur bewusst geplant sein.

Im Rahmen der Vermögen360-Analyse stellt ak. Planning deine Einnahmen und Ausgaben im Zeitverlauf gegenüber, inklusive vorhersehbarer Cash-Events wie einer Erbschaft. Damit rechnen wir durch, ob und wie lange dein Vermögen trägt, auch wenn die ersten Jahre schwach laufen. Mit ak. Planning rechnen wir auch den Krisenfall durch: wie sich deine Vermögensstruktur zusammen mit deinen Einnahmen und Ausgaben in einer solchen Phase hält und was das für deine weitere Planung bedeutet. Entnahmen, Cash-Events, schwache Startjahre und Krisen sind die Stellen, an denen die einfache Zinseszinsformel aufhört zu gelten. Die Rechnung beruht auf Annahmen. Eine Garantie, dass es so kommt, gibt es nicht.

Wir begleiten vermögende Privatpersonen, Unternehmerinnen und Unternehmer, Stiftungen und Erben. Welche Strategie zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, denn jedes Vermögen ist anders. Ein individuelles Mandat übernehmen wir als Albrecht, Kitta & Co. in der Regel ab 1 Mio. €. Für Vermögen ab 25.000 € gibt es mit ak.digital einen digitalen Einstieg mit derselben Anlagephilosophie.

Wenn du wissen möchtest, wie der Zinseszins in deinem Vermögen wirkt und wo er gebremst wird, vereinbare gern ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.

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Häufige Fragen zum Zinseszins

Wie berechne ich den Zinseszins?

Mit der Formel Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz) hoch Jahre, wobei du den Zinssatz als Dezimalzahl einsetzt. Bei 10.000 € und angenommen 5 % pro Jahr ergibt das nach 10 Jahren 16.288,95 €, bei jährlicher Verzinsung und vor Kosten, Steuern und Inflation. In Excel oder Google Tabellen tippst du dafür =10000*(1+5%)^10. Das Ergebnis bleibt ein Rechenbeispiel: Wie sich eine Anlage tatsächlich entwickelt, hängt unter anderem von Zins oder Rendite, Kosten, Steuern und der Anlagedauer ab.

Wann verdoppelt sich mein Geld?

Nach der 72er-Regel teilst du 72 durch den Zinssatz in Prozent. Bei angenommen 6 % pro Jahr verdoppelt sich ein Betrag so nach rund 12 Jahren, exakt nach 11,9 Jahren. Bei niedrigen Sätzen trifft die Faustzahl 70 genauer: Bei angenommen 2 % dauert die Verdopplung exakt 35 Jahre. Beide Regeln unterstellen einen gleichbleibenden Zinssatz und die Wiederanlage aller Erträge, am Kapitalmarkt schwankt die Rendite dagegen von Jahr zu Jahr.

Gibt es Zinseszins bei ETFs und Aktien?

Ja, wenn Erträge wieder angelegt werden und die Wertentwicklung positiv ist. Einen festen Zins gibt es dabei allerdings nicht: Die Rendite von Aktien und ETFs schwankt und kann auch negativ sein. Dann wirkt der Effekt in die Gegenrichtung. Bei thesaurierenden Fonds bleiben die Erträge im Fonds, bei ausschüttenden entsteht der Zinseszins nur, wenn du die Ausschüttung selbst wieder anlegst. Für den Zinseszins entscheidet am Ende oft weniger die Fondsvariante als die Frage, ob du einen Rückgang aushältst, ohne verkaufen zu müssen.

Was bringt mehr: monatliche oder jährliche Verzinsung?

Bei gleichem Nominalzins bringt monatliche Verzinsung etwas mehr, weil die Zinsen früher mitverzinst werden. Bei angenommen 2 % nominal ergibt sich ein effektiver Zins von 2,0184 % pro Jahr. Aus 10.000 € werden so nach einem Jahr 1,84 € mehr als bei jährlicher Gutschrift. Bei höheren Sätzen und langen Laufzeiten wächst der Unterschied: Bei angenommen 5 % über 10 Jahre sind es 181,14 €.

Ist Zinseszins in Deutschland verboten?

Nur teilweise: Eine im Voraus vereinbarte Zinseszinsabrede ist nach § 248 Abs. 1 BGB grundsätzlich nichtig, das Gesetz kennt aber Ausnahmen, z. B. für Einlagen. Banken dürfen vereinbaren, dass nicht abgehobene Zinsen mitverzinst werden. Deshalb ist Zinseszins auf Spar-, Tagesgeld- und Festgeldkonten zulässig. Auf Zinsen fallen außerdem keine Verzugszinsen an (§ 289 BGB), Schadensersatz wegen des Verzugs bleibt möglich. Bei einer konkreten Frage zu deinem Vertrag hilft dir eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt weiter.

Die steuerlichen Angaben in diesem Beitrag sind allgemeine Information nach dem Stand September 2026 und keine Steuerberatung. Wie sich das in deinem Fall auswirkt, klärst du am besten mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.

Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er ersetzt keine individuelle, auf deine persönliche Situation abgestimmte Beratung. Kapitalanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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