Wie viel Notgroschen du brauchst, hängt von deinen Ausgaben ab: Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben, bei 4.000 Euro Ausgaben im Monat also 12.000 bis 24.000 Euro. Wo du in dieser Spanne landest, richtet sich danach, wie sicher dein Einkommen ist, wer davon abhängt und welche Kosten unangekündigt fällig werden können.
Bei Albrecht, Kitta & Co., einer unabhängigen Vermögensverwaltung aus Hamburg, sehen wir den Notgroschen als ersten Teil deiner Liquidität und als den einzigen, den eine Faustregel beziffern kann. Liquidität insgesamt planen wir bewusst als strategischen Baustein deiner Vermögensstruktur. Für die Frage, wo der Notgroschen liegen soll, hilft eine einfache Unterscheidung: Der Notgroschen beschreibt einen Zweck, das Tagesgeldkonto ist ein möglicher Ort dafür.
In diesem Beitrag geht es darum, wovon die Höhe abhängt, wo die Reserve gut aufgehoben ist und was die Inflation mit ihr macht.
Wie viel Notgroschen solltest du haben?
Als Orientierung für den Notgroschen gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Du rechnest mit allem, was von deinem Konto abgeht, auf den Monat umgerechnet. Für einen Haushalt mit 4.000 Euro Ausgaben im Monat sieht das so aus:
| Spanne | Rechnung | Notgroschen |
|---|---|---|
| 3 Monatsausgaben | 3 × 4.000 € | 12.000 € |
| 6 Monatsausgaben | 6 × 4.000 € | 24.000 € |
Zu den Monatsausgaben zählt mehr als der tägliche Konsum. Dazu gehören zum Beispiel:
- Miete oder Kreditrate
- Nebenkosten wie Strom, Heizung und Wasser
- Versicherungsbeiträge
- Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs
- Mobilität, vom Tanken bis zum Monatsticket
- regelmäßige Vorauszahlungen
- und alles andere, was bei dir regelmäßig abgebucht wird.
Tipp: Damit dein Notgroschen auf einer realistischen Zahl steht, geh die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durch und teile die Summe deiner Ausgaben durch zwölf. So erwischst du auch Posten, die nur einmal im Jahr fällig werden, etwa die Kfz-Versicherung.
Monatsausgaben oder Monatsgehälter: Womit rechnest du den Notgroschen?
Unser Maßstab bei Albrecht, Kitta & Co. sind die Monatsausgaben. Das Gehalt misst, was reinkommt, während der Notgroschen decken soll, was rausgeht.
Verdient ein Haushalt 5.000 Euro im Monat und gibt 4.000 Euro aus, sind drei Monatsgehälter 15.000 Euro, drei Monatsausgaben aber nur 12.000 Euro. Mit dem Gehaltsmaßstab liegen in diesem Beispiel also 3.000 Euro mehr in der Reserve, als drei Monate Leben kosten. Umgekehrt fällt ein Gehaltsmaßstab zu knapp aus, wenn du mehr ausgibst, als regelmäßig reinkommt, etwa weil du einen Teil deiner Ausgaben aus Erspartem bestreitest.
Eine verbindliche Vorgabe gibt es nicht: Weder die Bundesbank noch die BaFin geben eine Höhe für private Rücklagen vor. Auch unsere Spanne von drei bis sechs Monatsausgaben ist eine Faustregel.
Eine publizierte Referenz rechnet mit dem Gehalt: Die Verbraucherzentrale nennt in einem Spar-Ratgeber zum Berufsstart als Daumenregel einen Puffer von zwei bis drei Monatsgehältern (Stand der Seite: 12.02.2026). Wie groß der Puffer tatsächlich sein sollte, hängt laut Verbraucherzentrale von der individuellen Situation ab.
Wovon hängt die Höhe deines Notgroschens ab?
Die Höhe deines Notgroschens hängt vor allem davon ab, wie lange du im ungünstigen Fall ohne volles Einkommen auskommen müsstest und welche Kosten dann zusätzlich anfallen können. Gesetzliche Fristen begründen die Faustregel zwar nicht, sie zeigen aber, welche Zeiträume realistisch sind:
- Wirst du als Angestellte oder Angestellter krank, zahlt dein Arbeitgeber das Gehalt in der Regel bis zu sechs Wochen weiter (§ 3 Abs. 1 EntgFG). Danach folgt in der gesetzlichen Krankenversicherung das Krankengeld.
- Wer selbst kündigt und dafür keinen wichtigen Grund hat, bekommt in der Regel zwölf Wochen lang kein Arbeitslosengeld, die sogenannte Sperrzeit (§ 159 Abs. 1 und 3 SGB III).
Zwölf Wochen Sperrzeit sind knapp drei Monate ohne Arbeitslosengeld. Nach dieser Überlegung deckt das untere Ende der Spanne eine solche Phase rechnerisch gerade ab, das obere Ende gibt Luft, wenn sie länger dauert oder mit anderen Kosten zusammenfällt.
Wo du in der Spanne landest, verschieben vor allem fünf Punkte:
- Einkommensart: Mit einem festen Gehalt kannst du dich eher am unteren Ende der Spanne orientieren. Schwanken deine Einnahmen, spricht mehr für das obere Ende.
- Wer von deinem Einkommen abhängt: Versorgst du Kinder, eine Partnerin oder einen Partner oder pflegebedürftige Angehörige mit, trifft ein Einkommensausfall mehrere Menschen. Das spricht für einen größeren Puffer.
- Wohnen: Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zahlst du Reparaturen selbst, von der Heizung bis zum Dach. Das spricht eher für das obere Ende der Spanne.
- Bestehende Absicherungen: Eine Berufsunfähigkeits- oder Krankentagegeldversicherung kann die Zeit verkürzen, die dein Notgroschen überbrücken muss. Den Notgroschen ersetzt sie allerdings nicht, weil Leistungen oft nicht ab dem ersten Tag fließen.
- Unregelmäßige Kosten: Je mehr bei dir immer wieder unangekündigt fällig wird, von der Zahnbehandlung bis zur Autoreparatur, desto größer darf der Puffer sein.
Wie viel Notgroschen brauchen Selbstständige?
Wenn du selbstständig bist, spricht viel für das obere Ende der Spanne von drei bis sechs Monatsausgaben, bei stark schwankenden Einnahmen auch für mehr.
Bist du gesetzlich krankenversichert und hast Krankengeld per Wahlerklärung abgesichert, bekommst du es in der Regel erst ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 SGB V). Die ersten sechs Wochen trägst du also selbst, es sei denn, du hast für diese Zeit einen Wahltarif deiner Krankenkasse gewählt (§ 53 Abs. 6 SGB V) oder eine private Krankentagegeldversicherung abgeschlossen.
Hilfreich ist außerdem, betriebliche und private Reserve getrennt zu denken. So zehrt eine schwache Auftragslage nicht zuerst deinen privaten Puffer auf. Die betriebliche Reserve richtet sich nach den laufenden Kosten deines Betriebs, die private nach deinen Ausgaben im Alltag. Stabilisieren sich deine Einnahmen über längere Zeit, kannst du die Höhe jederzeit nachjustieren.
Was ist der Unterschied zwischen Notgroschen und Tagesgeld?
Der Notgroschen ist ein Zweck, das Tagesgeldkonto ist ein Ort. Der Notgroschen ist Geld, das du für Unvorhergesehenes zurücklegst. Das Tagesgeldkonto ist ein täglich verfügbares, in der Regel verzinstes Konto, auf dem diese Reserve liegen kann.
Umgekehrt ist nicht alles, was auf einem Tagesgeldkonto liegt, automatisch Notgroschen. Auf demselben Konto kann auch Geld für eine geplante Anschaffung liegen, etwa für ein neues Auto oder eine Renovierung. Deshalb lohnt es sich, für den Notgroschen einen festen Betrag zu bestimmen, damit du auf einen Blick siehst, was darüber hinaus auf dem Konto liegt und eine eigene Aufgabe braucht. Was wir bei unseren Kunden häufig beobachten: Der Betrag über dem Notgroschen wartet oft noch auf eine Entscheidung.
Wo liegt der Notgroschen richtig?
Der Notgroschen ist auf einem Konto gut aufgehoben, das täglich verfügbar, im Nennwert stabil und über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger und je Institut geschützt ist, zum Beispiel auf einem separaten Tagesgeldkonto. Die drei Kriterien konkret:
- Täglich verfügbar: Du kommst ohne Kündigungsfrist an das Geld.
- Nennwertstabil: Was du einzahlst, bekommst du als denselben Betrag zurück, ohne Kursschwankung.
- Durch die Einlagensicherung geschützt: Fällt die Bank aus, ist dein Guthaben bis zur gesetzlichen Grenze abgesichert.
Dazu kommt ein weiches Kriterium: Die Reserve sollte möglichst getrennt vom Alltagsgeld liegen. Wie die gängigen Orte die drei festen Kriterien erfüllen, zeigt die Tabelle:
| Ort | Täglich verfügbar | Nennwertstabil | Einlagensicherung |
|---|---|---|---|
| Girokonto | ja | ja | ja |
| Tagesgeldkonto | ja, per Überweisung aufs Referenzkonto | ja | ja |
| Festgeld | nein, gebunden bis zum Laufzeitende | ja | ja |
| Geldmarktfonds | in der Regel börsentäglich handelbar, Geld erst nach der Abwicklung | nein, der Wert kann schwanken | nein, Fondsanteile sind keine Einlage |
Reicht das Girokonto für den Notgroschen?
Das Girokonto reicht als Ort für den Notgroschen grundsätzlich aus: Es ist täglich verfügbar, nennwertstabil und über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger und je Institut geschützt. Zwei Nachteile hat es trotzdem. Erstens ist es in der Regel kaum oder gar nicht verzinst. Zweitens liegt die Reserve dort zusammen mit dem Alltagsgeld.
Dann verschwimmt die Grenze leicht: Nach einem Urlaub und einer neuen Waschmaschine ist die Reserve kleiner geworden, ohne dass du das bewusst entschieden hast. Ein separates Tagesgeldkonto schafft diese Trennung, weil die Reserve dort ihr eigenes Konto und ihren eigenen Kontostand hat. Auch die Verbraucherzentrale rät für den Puffer zum Tagesgeldkonto.
Was ist mit Festgeld und Geldmarktfonds?
Festgeld erfüllt Nennwertstabilität und Einlagensicherung, ist aber bis zum Ende der Laufzeit gebunden. Für Geld, das jederzeit bereitstehen soll, fehlt ihm damit die tägliche Verfügbarkeit.
Geldmarktfonds fallen nicht unter die Einlagensicherung, weil Fondsanteile keine Bankeinlage sind. Das Fondsvermögen wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft gehalten, bei Fonds nach deutschem Recht in der Regel als Sondervermögen (§ 92 Abs. 1 KAGB). Geht die Fondsgesellschaft in die Insolvenz, gehört dieses Sondervermögen nicht zu ihrer Insolvenzmasse (§ 99 Abs. 3 KAGB). Eine feste Rückzahlung ist mit dieser Trennung aber nicht verbunden: Der Wert kann schwanken. Worauf es bei kurzfristig verfügbarem Geld ankommt, liest du in einem eigenen Beitrag.
Wie weit schützt die Einlagensicherung deinen Notgroschen?
Bei Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten greift die gesetzliche Einlagensicherung: Sie schützt dein Guthaben bei einer Bank bis 100.000 Euro je Einleger und je Institut (§ 7 Abs. 3, § 8 Abs. 1 EinSiG). Ein Notgroschen von 12.000 bis 24.000 Euro liegt für sich genommen weit unter der Sicherungsgrenze. Mitgezählt wird allerdings alles, was du bei derselben Bank auf Konten hast. Bei Banken aus anderen Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) gilt deren Einlagensicherung, ebenfalls bis 100.000 Euro, die Regeln im Detail können aber abweichen (BaFin).
Die 100.000 Euro beschreiben, was im Fall einer Bankpleite geschützt ist. Wie hoch deine Reserve sein sollte, lässt sich daraus nicht ablesen. In eigenen Beiträgen haben wir aufgeschrieben, was die Einlagensicherung im Detail abdeckt und was bei mehr als 100.000 Euro auf einem Konto gilt.
Was macht die Inflation mit deinem Notgroschen?
Für deinen Notgroschen zeigt sich die Inflation von zwei Seiten: Der Betrag auf dem Konto verliert an Kaufkraft und die Summe, die er decken soll, wächst mit. Steigen die Preise, bekommst du für dieselben 12.000 Euro weniger, beim Wocheneinkauf genauso wie bei der Heizungswartung.
Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im September 2026 um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 348 vom 30.09.2026, vorläufiges Ergebnis). Für täglich fällige Einlagen privater Haushalte weist die Deutsche Bundesbank im Neugeschäft 0,51 Prozent pro Jahr aus (Stand August 2026, vorläufiger Wert, Zinsstatistik). In diesen Wert gehen Giro- und Tagesgeldkonten gemeinsam ein. Den Tagesgeldzins zeigt er deshalb eher zu niedrig, weil Girokonten meist kaum verzinst sind.
Beide Werte nebeneinander zeigen: Auch mit Tagesgeldzins verliert dein Notgroschen derzeit im Durchschnitt an Kaufkraft, nur langsamer als ganz ohne Zins.
Bei 0,51 Prozent Zins (dem Bundesbank-Wert für Giro- und Tagesgeld zusammen) und 3,3 Prozent Inflation verliert ein Notgroschen von 24.000 Euro im ersten Jahr rechnerisch rund 650 Euro Kaufkraft. Bei 12.000 Euro sind es rund 320 Euro. Angenommen ist, dass Zins und Inflation ein Jahr lang konstant bleiben, gerechnet vor Steuern. Wie sich Zins und Inflation weiter entwickeln, sagt diese Modellrechnung nicht.
Steigen die 4.000 Euro Monatsausgaben mit 3,3 Prozent, sind es nach einem Jahr rund 4.132 Euro. Die Spanne für den Notgroschen liegt dann bei rund 12.400 bis 24.800 Euro. Beide Rechnungen zeigen denselben Effekt von zwei Seiten. Die rund 650 Euro kommen also nicht noch zur höheren Spanne hinzu. Damit dein Notgroschen mit deinen Ausgaben Schritt hält, rechne ihn einmal im Jahr nach. Gute Anlässe sind außerdem ein Umzug, ein Kind oder ein neuer Job.
Den Kaufkraftverlust kannst du als Preis dafür sehen, dass das Geld sofort verfügbar ist. Im Gegenzug verschafft dir der Notgroschen in einer schwierigen Phase Zeit: Solange er reicht, musst du keine Anlagen zur Unzeit verkaufen.
Was passiert mit dem Geld jenseits des Notgroschens?
Der Notgroschen ist nur der erste Teil deiner Liquidität. Daneben gibt es Geld für geplante Ausgaben der nächsten ein bis zwei Jahre. Dazu kommt die strategische Liquidität: Geld, das du bewusst verfügbar hältst, um in schwachen Marktphasen Spielraum zu haben. Wie diese drei Teile zusammenspielen, zeigen wir im Beitrag dazu, wie viel insgesamt auf dem Tagesgeldkonto liegen sollte.
Geld, das keinen dieser drei Zwecke hat, kann längerfristig angelegt werden. Dabei gilt: Angelegtes Geld kann im Wert schwanken, bis hin zu Verlusten. Welchen Ertrag es bringt, lässt sich vorher nicht zusagen. Geld, das du in den nächsten ein bis zwei Jahren brauchst, ist deshalb auf einem Konto meist besser aufgehoben als in schwankungsanfälligen Anlagen. Wie viel Risiko zu dir passt, hängt von deinen Zielen, deinem Zeithorizont und deiner Risikotragfähigkeit ab. Wie das aussehen kann, zeigen drei durchgerechnete Praxisbeispiele, wie wir Vermögen strukturieren.
Wie ordnen wir deinen Notgroschen in deine Vermögensplanung ein?
Die Faustregel ist ein guter Startpunkt. Wie viel Liquidität du zu welchem Zeitpunkt brauchst, lässt sich aber genauer rechnen. Das machen wir mit ak. Planning, dem zweiten Baustein unserer Vermögen360-Analyse. ak. Planning stellt deine Einnahmen und Ausgaben im Zeitverlauf gegenüber, inklusive vorhersehbarer Cash-Events wie einer Erbschaft. Damit rechnen wir durch, ob und wie lange dein Vermögen trägt, auch wenn die ersten Jahre schwach laufen.
Mit ak. Planning rechnen wir auch den Krisenfall durch: wie sich deine Vermögensstruktur zusammen mit deinen Einnahmen und Ausgaben in einer solchen Phase hält und was das für deine weitere Planung bedeutet. Aus dieser Gegenüberstellung sehen wir, wann welcher Betrag gebraucht wird. So wird klar, welcher Teil deiner Liquidität Reserve ist und welcher eine Aufgabe mit Datum hat. Das kann dir Ruhe geben, weil jeder Betrag eine Aufgabe hat. Unvorhergesehenes lässt sich allerdings mit keiner Planung ausschließen. Auch ein besseres Anlageergebnis ist damit nicht zugesagt.
Sprich mit uns
Wenn du wissen möchtest, wie groß deine Reserve sein sollte und welche Aufgabe das Geld darüber hinaus bekommen kann, lass uns darüber sprechen. Ein Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Ein individuelles Mandat bei Albrecht, Kitta & Co. beginnt in der Regel ab 1 Million Euro. Bei ak.digital kannst du bereits ab 25.000 Euro einsteigen.
Das könnte dich auch interessieren
- Wie viel Geld sollte man maximal auf dem Tagesgeldkonto haben?
- Einlagensicherung: Wie sicher ist dein Geld auf der Bank?
- Sollte man bei kurzfristigen Geldanlagen auf Sicherheit setzen?
- Sind 50.000 Euro Erspartes viel?
- Was passiert, wenn man mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hat?
Häufige Fragen zum Notgroschen
Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben, bei 4.000 Euro Ausgaben im Monat also 12.000 bis 24.000 Euro. Eine verbindliche Vorgabe gibt es nicht: Weder die Bundesbank noch die BaFin geben eine Höhe vor. Die Verbraucherzentrale nennt in einem Spar-Ratgeber zum Berufsstart als Daumenregel zwei bis drei Monatsgehälter. Wir bei Albrecht, Kitta & Co. rechnen mit Ausgaben, weil der Notgroschen laufende Kosten decken soll.
Beide Konten eignen sich, aus unserer Sicht hat ein separates Tagesgeldkonto aber zwei Vorteile: Es trennt die Reserve sichtbar vom Alltagsgeld und ist in der Regel verzinst. Beide sind täglich verfügbar und über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger und je Institut geschützt (§ 7 Abs. 3, § 8 Abs. 1 EinSiG). Auch mit Zins verliert der Notgroschen durch die Inflation derzeit im Durchschnitt an Kaufkraft, nur langsamer als ganz ohne Zins. Die Bundesbank weist für täglich fällige Einlagen privater Haushalte, also Giro- und Tagesgeldkonten zusammen, im Neugeschäft 0,51 Prozent pro Jahr aus (Stand August 2026, vorläufig). Die Verbraucherpreise lagen im September 2026 nach vorläufigen Zahlen um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Der Notgroschen selbst gehört eher nicht in Anlagen, weil er jederzeit verfügbar sein und seinen Nennwert halten soll. Geldmarktfonds erfüllen das nur eingeschränkt: Sie fallen nicht unter die Einlagensicherung, haben keine feste Rückzahlung und können im Wert schwanken. Für deine Anlagen hat der Notgroschen eine eigene Aufgabe: Solange er reicht, musst du in einer schwierigen Phase nichts zur Unzeit verkaufen. Verfügbar bleiben sollte in der Regel auch Geld, das du in den nächsten ein bis zwei Jahren brauchst oder als strategische Liquidität hältst. Was darüber hinausgeht, kann längerfristig angelegt werden. Dabei kann der Wert schwanken, bis hin zu Verlusten. Wie viel Risiko zu dir passt, hängt von deinen Zielen, deinem Zeithorizont und deiner Risikotragfähigkeit ab.
Auch im Ruhestand gelten drei bis sechs Monatsausgaben als Orientierung. Bestreitest du einen Teil deiner Ausgaben aus deinem Vermögen, hilft es, zwei Beträge auseinanderzuhalten: Die eingeplanten Entnahmen gehören in die Liquiditätsplanung. Der Notgroschen deckt das, was trotzdem unangekündigt kommt, etwa eine Zahnbehandlung oder eine Reparatur am Haus.
Ein einfacher Weg ist ein fester monatlicher Betrag, der per Dauerauftrag auf ein eigenes Konto für die Reserve geht, bis die Zielsumme erreicht ist. Dort zeigt dir der Kontostand nach einer Entnahme sofort, wie viel fehlt. Hast du Geld entnommen, ist es eine gute Orientierung, den Notgroschen zuerst wieder aufzufüllen, bevor du zusätzliches Geld anlegst. Steigen deine Ausgaben, passt du die Zielsumme an, am einfachsten einmal im Jahr.
Disclaimer
Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er ersetzt keine individuelle, auf deine persönliche Situation abgestimmte Beratung. Kapitalanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Steuerliche Fragen klärst du am besten mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.