Eine zu große Auswahl erschwert finanzielle Entscheidungen vor allem dann, wenn die Optionen schwer vergleichbar sind, die Entscheidung selbst schwierig ist, die eigenen Ziele noch nicht feststehen oder die Wahl möglichst wenig Aufwand machen soll. In der Forschung heißt das Choice Overload: Wer überfordert ist, schiebt eher auf, ist mit der Wahl weniger zufrieden oder bereut sie später. Eine feste Regel „mehr Auswahl, schlechtere Entscheidung“ gibt die Studienlage allerdings nicht her. Eine Meta-Analyse über 50 Experimente fand im Mittel einen Effekt nahe null (Scheibehenne, Greifeneder und Todd, 2010). Von den Bedingungen, unter denen sich der Effekt deutlich zeigt, lassen sich offene Ziele am ehesten klären. Wir bei Albrecht, Kitta & Co. in Hamburg stellen die Frage nach deinem Ziel vor jede Liste mit Anlagen.
In diesem Beitrag erfährst du, was die berühmte Marmeladen-Studie zeigt und was nicht, wann viele Optionen eine Entscheidung tatsächlich schwerer machen, wie sich das beim Anlegen zeigt und was helfen kann. Das betrifft besonders alle, die nach einem Unternehmensverkauf oder einer Erbschaft plötzlich vor sehr vielen Möglichkeiten stehen.
Was ist Choice Overload?
Choice Overload ist der Fachbegriff dafür, dass mehr Optionen eine Entscheidung erschweren können. Auf Deutsch lässt er sich mit „Überforderung durch Auswahl“ übersetzen. Typische Folgen sind Aufschub, häufigeres Wechseln, geringere Zufriedenheit mit dem Ergebnis oder Bedauern. Eine Entscheidungslähmung kann die Folge sein, sie muss es aber nicht.
Choice Overload ist eng verwandt mit den Fragen der Behavioral Finance, die untersucht, wie Menschen tatsächlich mit Geld entscheiden. Einen Überblick über typische Denkfehler beim Anlegen findest du in unserem Beitrag zu Behavioral Finance. In diesem Beitrag geht es nur darum, was die Menge der Möglichkeiten mit einer Entscheidung macht.
Von Choice Overload zu unterscheiden ist Decision Fatigue, auf Deutsch Entscheidungsmüdigkeit: die Annahme, dass viele Entscheidungen hintereinander die nächsten verschlechtern. Choice Overload betrifft dagegen die Zahl der Optionen bei einer einzelnen Entscheidung.
Vohs und Kollegen (2008) fanden in Laborstudien, dass Menschen nach einer Reihe von Wahlentscheidungen weniger Selbstkontrolle zeigten, zum Beispiel öfter aufschoben. Das Modell dahinter, das sogenannte Ego-Depletion-Modell, hat sich in großen Wiederholungsstudien nicht bestätigt: Hagger und Kollegen (2016) fanden in 23 Laboren mit 2.141 Teilnehmenden keinen belastbaren Effekt, Vohs und Kollegen (2021) in 36 Laboren mit 3.531 Teilnehmenden in den vorab festgelegten Tests keinen signifikanten. Diese Großversuche prüften allerdings die Erschöpfung durch Selbstkontroll-Aufgaben, nicht das Wählen selbst.
Den Gedanken, dass mehr Optionen eine Entscheidung erschweren können, hat Barry Schwartz mit seinem Buch „The Paradox of Choice“ (2004) bekannt gemacht. Seine These: Mehr Optionen können die Zufriedenheit mit der eigenen Wahl senken. Denn mit jeder Alternative wachsen die Opportunitätskosten, also der Wert dessen, worauf du mit deiner Entscheidung verzichtest. Zugleich steigen die Erwartungen und mit ihnen das Bedauern, wenn das Ergebnis nicht passt. Besonders betroffen sind nach Schwartz Menschen, die bei jeder Entscheidung das Beste suchen, sogenannte Maximierer. Wie weit diese These trägt, zeigt der Forschungsstand in den nächsten Abschnitten.
Was zeigt die Marmeladen-Studie und hält sie stand?
Die Marmeladen-Studie zeigt, dass eine große Auswahl in einem einzelnen Versuch mehr Aufmerksamkeit brachte, aber deutlich seltener zu einem Kauf führte. Iyengar und Lepper bauten dafür einen Probierstand in einem Supermarkt in Kalifornien auf, an dem abwechselnd 24 oder 6 Marmeladensorten standen (Iyengar und Lepper, 2000, Journal of Personality and Social Psychology). Am großen Stand blieben mehr Menschen stehen. Gekauft haben aber nur rund 3 % derer, die am großen Stand anhielten, gegenüber rund 30 % am kleinen. Für die Einordnung wichtig: Das war ein einzelnes Feldexperiment.
Zehn Jahre später haben Scheibehenne, Greifeneder und Todd (2010) im Journal of Consumer Research 63 Versuchsbedingungen aus 50 Experimenten mit zusammen 5.036 Teilnehmenden ausgewertet. Ihr Ergebnis: Im Mittel liegt der Effekt der Auswahlgröße nahe null, die einzelnen Studien streuen aber stark. In manchen schadete mehr Auswahl, in anderen half sie. Für dich heißt das: Die Marmeladen-Studie ist echt, verallgemeinern lässt sie sich nicht.
Wann macht eine zu große Auswahl Entscheidungen schwerer und wann nicht?
Eine zu große Auswahl macht Entscheidungen vor allem unter vier Bedingungen schwerer, die Chernev, Böckenholt und Goodman (2015) in einer Meta-Analyse im Journal of Consumer Psychology herausgearbeitet haben:
- Die Optionen sind schwer vergleichbar. Jede Möglichkeit hat viele Merkmale und keine ist auf den ersten Blick klar besser.
- Die Entscheidung selbst ist schwierig, etwa weil sie unter Zeitdruck fallen muss.
- Du weißt noch nicht genau, was du willst. Die Forschung nennt das Unsicherheit über die eigenen Präferenzen.
- Du willst die Entscheidung mit möglichst wenig Aufwand hinter dich bringen. Dann wirkt jede zusätzliche Option wie zusätzliche Arbeit.
Chernev und Kollegen werteten dafür 99 Beobachtungen mit rund 7.200 Teilnehmenden aus. Berücksichtigt man die vier Bedingungen, zeigt sich ein signifikanter Effekt der Auswahlgröße, gemessen an Zufriedenheit oder Sicherheit mit der Wahl, Bedauern, Aufschub und der Neigung, später zu wechseln. Wo die Bedingungen fehlen, kann eine große Auswahl auch unproblematisch sein, das passt zur starken Streuung der früheren Studien.
Warum treffen bei der Geldanlage oft mehrere Bedingungen für Choice Overload zusammen?
Bei einer Anlageentscheidung treffen oft mehrere Bedingungen für Choice Overload zusammen, das lässt sich aus der Studienlage ableiten. In Deutschland gibt es laut Bundesbank allein rund 3.700 inländische Publikumsfonds (Stand Juli 2026). Dazu kommen ausländische Fonds und ETFs, Anleihen oder Einzelaktien, jeweils mit eigenen Kosten, Risiken und Schwerpunkten, die sich schwer nebeneinanderlegen lassen. Außerdem ist die Entscheidung selbst schwierig: Ob sie gut war, zeigt sich oft erst nach Jahren. Gerade nach einem Unternehmensverkauf oder einer Erbschaft können die eigenen Ziele noch offen sein.
Von den vier Bedingungen für Choice Overload ist die Unsicherheit über die eigenen Ziele diejenige, die du selbst am ehesten verkleinern kannst.
Wie zeigt sich eine zu große Auswahl bei der Geldanlage?
Vor allem in drei Mustern: Aufschub, Griff zur Voreinstellung und gleichmäßiges Verteilen. Die meisten Daten dazu stammen aus Fondsmenüs der betrieblichen Altersvorsorge in den USA und der Prämienrente in Schweden, wo Beschäftigte aus einem vorgegebenen Angebot wählen. Mehrere dieser Studien messen Zusammenhänge und können Ursache und Wirkung nicht sicher trennen. Auf vermögende Anlegerinnen und Anleger in Deutschland lassen sie sich nicht direkt übertragen, aufschlussreich sind die Muster trotzdem.
Schiebst du die Entscheidung auf?
Aufschub ist gut möglich, wenn das Angebot groß und dein Ziel noch offen ist. Iyengar, Huberman und Jiang (2004) werteten Daten von knapp 800.000 Beschäftigten aus US-Altersvorsorgeplänen aus: In Plänen mit mehr Fonds nahmen weniger Beschäftigte überhaupt teil, nach Berechnung der Autoren rund 1,5 bis 2 Prozentpunkte weniger je zehn zusätzliche Fonds. Ob die Zahl der Fonds selbst die Ursache ist, können solche Daten allerdings nicht sicher zeigen, denn Pläne und Belegschaften unterscheiden sich auch in anderen Punkten. Zudem geht es um US-Altersvorsorge, nicht um private Vermögen in Deutschland.
Eine verwandte Beobachtung machen wir bei Mandantinnen und Mandanten: Ein hoher Kontostand hat oft weniger mit dem Wunsch nach Sicherheit zu tun als mit einer Entscheidung, die noch aussteht.
Greifst du zur Voreinstellung oder zur einfachsten Option?
Viele greifen zur Voreinstellung, zumindest in den untersuchten Altersvorsorgeplänen. Madrian und Shea (2001) beobachteten nach Einführung der automatischen Anmeldung in der betrieblichen Altersvorsorge in den USA eine deutlich höhere Teilnahme, viele Beschäftigte blieben beim voreingestellten Beitragssatz und Fonds. Die Autoren erklären das mit Trägheit und damit, dass die Voreinstellung als Empfehlung des Arbeitgebers gelesen wurde. Eine Voreinstellung muss aber nicht zu deinen Zielen passen, auch wenn sie sich wie eine Empfehlung anfühlt.
In Schweden konnten Sparerinnen und Sparer beim Start der Prämienrente im Jahr 2000 aus über 450 Fonds wählen. Rund ein Drittel landete im Standardfonds und damit mehr als in jedem anderen einzelnen Fonds, obwohl eine staatliche Werbekampagne damals ausdrücklich zur eigenen Wahl aufrief (Cronqvist und Thaler, 2004). Als die Kampagne später wegfiel, landeten fast alle neuen Teilnehmenden im Standardfonds (Thaler, Nobelpreisvortrag 2017). Auch das betrifft Altersvorsorge mit vorgegebenem Menü, auf deine Situation ist es nur mit Vorsicht übertragbar.
Iyengar und Kamenica (2010) fanden in Daten von über 500.000 Beschäftigten: Je mehr Fonds ein US-Plan anbot, desto höher war der Anteil in Geldmarkt- und Anleihefonds. Im Labor wählten Teilnehmende aus elf Optionen häufiger die sichere Variante als aus drei. Ein zweites Experiment zeigt, dass dahinter eher der Wunsch nach der einfacheren Option steckt als nach weniger Risiko. Der Teil mit den Plandaten zeigt allerdings nur einen Zusammenhang.
Verteilst du einfach gleichmäßig?
Manche Sparer verteilen ihre Beiträge tatsächlich gleichmäßig auf die angebotenen Fonds: Benartzi und Thaler (2001) beschreiben das in der American Economic Review als „1/n“-Regel. In ihren Daten folgte der Aktienanteil dem Anteil der Aktienfonds im Menü. Umstritten ist, wie stark das wirkt. Huberman und Jiang (2006) fanden mit Daten von über 500.000 Teilnehmenden nur eine schwache Abhängigkeit. Dafür nutzten die Teilnehmenden typischerweise drei bis vier Fonds, egal ob der Plan 4 oder 59 anbot. Gemeinsam ist den Studien zur 1/n-Regel: Wie das Fondsangebot zusammengestellt ist, prägt die Aufteilung mit, wenn auch unterschiedlich stark. Beide Arbeiten beschreiben US-Altersvorsorgepläne, eine Empfehlung für eine bestimmte Zahl von Fonds folgt daraus nicht.
Was hilft, wenn du vor zu vielen Möglichkeiten stehst?
Vier Hebel können helfen: dein Ziel klären, bevor du Produkte vergleichst; mit einer festen Aufteilung die Auswahl verkleinern; eine gute statt der besten Wahl genügen lassen; Einzelentscheidungen an Regeln oder Menschen abgeben. Alle vier zielen darauf ab, dass weniger Fragen gleichzeitig zu klären sind. Ob deine Entscheidung dadurch besser ausfällt, bleibt trotzdem offen.
Erstens: Warum solltest du dein Ziel klären, bevor du Produkte vergleichst?
Weil ein geklärtes Ziel die Bedingung verkleinert, die du selbst am ehesten beeinflussen kannst: die Unsicherheit über die eigenen Präferenzen. So lässt es sich aus der Meta-Analyse von Chernev und Kollegen (2015) ableiten, ein eigener Befund zur Geldanlage ist es nicht. Konkret legst du dafür deine Maßstäbe fest, bevor du die erste Fondsliste öffnest, etwa die Anlagedauer und die Schwankung, die du aushalten willst. Der Nutzen: Am Ende kannst du zwischen weniger Möglichkeiten wählen, die zu deinem Ziel passen. Wer geerbt hat, findet im Beitrag darüber, wie du nach einer Erbschaft mit plötzlichem Vermögen umgehst, einen Einstieg.
Zweitens: Warum macht eine feste Aufteilung die Auswahl kleiner?
Weil eine festgelegte Aufteilung viele Einzelfragen vorab beantwortet. Steht fest, welcher Anteil deines Vermögens auf Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen entfällt, wird aus der Frage „Welcher von Tausenden Fonds?“ die kleinere Frage „Was füllt diesen Teil der Aufteilung?“. Das verkleinert die Zahl der Optionen, die du überhaupt vergleichen musst. Zugleich lässt du so weniger das Angebot entscheiden, wie viel Risiko in deinem Depot landet. Genau diesen Einfluss beschreiben die 1/n-Studien. Dass schon das Gliedern in solche Kategorien Laien zufriedener mit ihrer Wahl macht, ist für Kaufentscheidungen belegt (Mogilner, Rudnick und Iyengar, 2008), für Geldanlage allerdings nicht.
Gemeint ist bei der Aufteilung das Gesamtvermögen: Auch Werte wie Immobilien oder Beteiligungen zählen mit, selbst wenn sie nicht im Depot liegen. Wer nach einem Unternehmensverkauf noch an der Firma beteiligt ist oder eine vermietete Wohnung hält, hat damit einen Teil der Aufteilung schon belegt. Die Auswahl im Depot füllt dann den übrigen Teil. Mehr dazu steht im Beitrag darüber, wie du dein Vermögen auf Anlageklassen aufteilst.
Drittens: Reicht eine gute Wahl statt der besten?
Oft ja. Herbert A. Simon beschrieb 1956, dass Menschen in der Praxis eine zufriedenstellende statt der optimalen Lösung suchen: Sie setzen ein Anspruchsniveau und wählen eine Option, die es erfüllt. Dieses Vorgehen heißt Satisficing.
Passend dazu fanden Schwartz und Kollegen (2002): Maximierer berichten im Schnitt weniger Zufriedenheit und mehr Bedauern. Das ist ein statistischer Zusammenhang, kein Beleg dafür, dass das Maximieren selbst unzufrieden macht.
Praktisch heißt das: Setz dir vorher ein Anspruchsniveau, zum Beispiel bei Kosten oder Streuung. Was es nicht erfüllt, sortierst du aus, damit du nicht jede Option mit jeder vergleichen musst.
Viertens: Welche Entscheidungen kannst du abgeben und welche nicht?
Abgeben kannst du viele Einzelentscheidungen, dein Ziel bleibt bei dir. Ein Teil lässt sich an Regeln abgeben: Legst du vorher fest, wann du die Aufteilung wieder anpasst, nimmt dir das viele spätere Einzelentscheidungen ab. Wie solche Regeln aussehen können, steht im Beitrag zu Behavioral Finance. Solche Anpassungen können allerdings Kosten und Steuern auslösen. Was das für dich bedeutet, klärst du mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.
Der andere Teil lässt sich an Menschen abgeben. In der Finanzportfolioverwaltung entscheidet die Vermögensverwalterin mit Entscheidungsspielraum über die einzelnen Anlagen, so beschreibt es das Wertpapierinstitutsgesetz (§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 9 WpIG). Was das Geld erreichen soll und wie viel Risiko erlaubt ist, wird vorher gemeinsam vereinbart. Wie das im Alltag aussieht, erklärt der Beitrag, wer in einer Vermögensverwaltung die Einzelentscheidung trifft. Delegieren nimmt dir die Auswahl ab, das Risiko bleibt: Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich auch mit einem Mandat nicht zusagen.
Wo setzen wir bei Albrecht, Kitta & Co. an, wenn die Auswahl zu groß wird?
Wir setzen vor der Produktauswahl an. Jedes Vermögen ist anders, so einzigartig wie deine Ziele, Sorgen und Zukunftspläne. Deshalb klären wir mit dir, was dein Vermögen leisten soll.
Am Anfang unserer Vermögen360-Analyse steht ihr erster Baustein: Wir machen mit dem ak. Optimizer dein Gesamtvermögen sichtbar, also Struktur, Kosten und Klumpenrisiken über alle Vermögenswerte hinweg. Daraus entwickeln wir die strategische Asset Allocation, passend zu deinen Zielen und deiner Risikotragfähigkeit. Diese Aufteilung deines Vermögens ist dann der Maßstab für die Auswahl der einzelnen Anlagen.
In unserer Vermögensverwaltung treffen wir die Einzelentscheidungen innerhalb des Rahmens, den wir mit dir vereinbart haben. Dafür haben wir die Erlaubnis der BaFin zur Finanzportfolioverwaltung (§ 15 Abs. 1 WpIG). In der Regel einmal pro Quartal (z. T. auch deutlich häufiger oder seltener) besprichst du mit uns persönlich, ob Ziel und Rahmen bleiben oder sich ändern sollen.
Ein individuelles ak.-Mandat beginnt i. d. R. ab 1 Mio. € und läuft ohne Transaktionsgebühren. Ist dein Vermögen kleiner, kommt ak.digital infrage: digitale Vermögensverwaltung ab 25.000 €, betreut vom selben Team und nach derselben Anlagephilosophie.
Wie passen Ziel, Aufteilung und Auswahl in deinem Fall zusammen?
Im persönlichen Gespräch: Das klären wir gern gemeinsam mit dir. Ein Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen vorab unsere 3 Praxisbeispiele, wie du jetzt anlegen kannst.
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Häufige Fragen zur zu großen Auswahl bei Geldentscheidungen
Choice Overload bezeichnet die Überforderung durch zu viele Optionen: Eine Entscheidung wird aufgeschoben, die Zufriedenheit mit der Wahl sinkt oder die Wahl wird später bereut. Über viele Studien gemittelt ist der Effekt allerdings nahe null (Scheibehenne, Greifeneder und Todd, 2010). Deutlich zeigt er sich vor allem, wenn die Optionen schwer vergleichbar sind, die Entscheidung schwierig ist, die eigenen Ziele unklar sind oder die Wahl möglichst wenig Aufwand machen soll (Chernev, Böckenholt und Goodman, 2015). Bei der Geldanlage dürften oft mehrere dieser Bedingungen zusammentreffen. Ein geklärtes Ziel kann die Auswahl dann verkleinern.
Widerlegt ist sie nicht, verallgemeinern lässt sie sich aber auch nicht. Iyengar und Lepper (2000) zeigten in einem Supermarkt, dass an einem Probierstand mit 24 Marmeladensorten anteilig deutlich weniger gekauft wurde als an einem Stand mit 6 Sorten. Das war ein einzelnes Feldexperiment. Eine Meta-Analyse über 50 Experimente fand im Mittel einen Effekt nahe null (Scheibehenne, Greifeneder und Todd, 2010). Eine spätere Auswertung zeigt, dass er vor allem unter bestimmten Bedingungen auftritt, etwa wenn die Optionen schwer vergleichbar oder die eigenen Ziele unklar sind (Chernev, Böckenholt und Goodman, 2015).
Oft, weil viele Optionen auf noch offene Ziele treffen. Aufschub ist eine der typischen Folgen, die die Forschung zu großer Auswahl misst, besonders wenn die eigenen Präferenzen unklar sind (Chernev, Böckenholt und Goodman, 2015). In unserer Arbeit bei Albrecht, Kitta & Co. begegnen uns immer wieder Kontostände, die vor allem deshalb so hoch sind, weil eine Anlageentscheidung noch aussteht. Ein Ausweg kann sein, vorher wenige Kriterien wie Kosten, Anlageklasse oder Streuung festzulegen und nur zwischen den Möglichkeiten zu wählen, die sie erfüllen.
Nicht automatisch. Madrian und Shea (2001) zeigten in der betrieblichen Altersvorsorge in den USA, dass viele Beschäftigte bei voreingestelltem Beitragssatz und Fonds blieben, auch weil sie die Voreinstellung als Empfehlung ihres Arbeitgebers lasen. Die Studie lässt sich nicht direkt auf Anlegerinnen und Anleger in Deutschland übertragen. Ob eine Standardlösung zu dir passt, hängt von deinem Ziel, deinem Anlagehorizont und deiner Risikotragfähigkeit ab.
Die Einzelentscheidungen ja, dein Ziel nicht. In der Finanzportfolioverwaltung entscheidet der Vermögensverwalter mit Entscheidungsspielraum über die einzelnen Anlagen (§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 9 WpIG). Das geschieht innerhalb des Rahmens, den ihr vorher gemeinsam vereinbart habt. Bei Albrecht, Kitta & Co. arbeiten wir dafür mit der Erlaubnis der BaFin zur Finanzportfolioverwaltung. Ziel und Rahmen besprechen wir mit dir im persönlichen Gespräch, in der Regel einmal pro Quartal (z. T. auch deutlich häufiger oder seltener). Ein bestimmtes Ergebnis ist damit nicht zugesichert, die Risiken der Kapitalanlage bleiben.
Dieses Thema hat auch steuerliche Aspekte. Die behandeln wir hier bewusst nicht im Detail; kläre sie bitte mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.