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DOLLAR ERST HUI, DANN PFUI

In Kürze

Die Fed wird im ersten Quartal im Zinserhöhungsmodus bleiben. Gleichzeitig dürfte Europa vor den USA in eine Rezession rutschen. Außerdem ist hier die Inflation noch höher als in den Vereinigten Staaten. Schließlich gilt der Dollar angesichts des Kriegs in der Ukraine und der aggressiven Drohungen Chinas gegenüber Taiwan weiter als sicherer Hafen. Das alles spricht für den Greenback, der schon bald wieder die Parität zum Euro erreichen könnte.

Zur Mitte des Jahres könnte diese Entwicklung dann aber drehen. Denn auch die USA steuern auf eine Rezession zu. Erfahrungsgemäß bleibt der Dollar fest bis die Wirtschaft anfängt zu schrumpfen. Doch wenn ein Ende der Rezession in Sicht kommt – rezessive Phasen dauern in der Regel nicht besonders lang – könnte der Greenback unter Druck geraten. Denn dann verlassen die Anleger die vermeintlich sicheren Häfen und wenden sich wieder verstärkt Risikowährungen zu.

Der Dollar ist schon jetzt zu teuer.

Das vielleicht gewichtigste Argument gegen den Dollar lautet, dass er schlichtweg sehr hoch bewertet ist. Am 22.08.2022 stand der EUR/USD Kurs zum ersten Mal seit 21 Jahren bei 1,00. Unter dem Aspekt der Kaufkraftparität liegt das faire Umtauschverhältnis EUR/USD bei ca. 1,25. Außerdem verlieren die USA vor allem aufgrund der zum Teil bedenklichen Tendenzen bei den Republikanern an politischer Stabilität. Das könnte die Rolle als sicherer Hafen schwächen.

ist es her, dass der Euro weniger wert war, als $1

KLAR IST

Kurzfristig wird sich an der Stärke des Dollars kaum etwas ändern. In Richtung Jahresmitte könnte es dann langsam, aber sicher, zu einer Trendwende kommen, deren Ausmaß allerdings überschaubar bleibt. Langfristig betrachtet bleibt der Dollar – trotz aller Unkenrufe – die Welt-Reserve-Währung Nummer 1.

ERWARTE DAS UNERWARTETE

Die Rezession kommt in den USA früher und verläuft schwerer als geahnt. Gleichzeitig sorgen radikale Republikaner zunehmend für Chaos in den Vereinigten Staaten. Dafür stimmt ein stark geschwächtes Russland in der Ukraine zumindest einem Waffenstillstand zu. In diesem Umfeld verliert der Dollar massiv an Boden.

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Anika Albrecht
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