Rückblick Q2 | Ausblick Q3

BLICKWINKEL 2022 - CRUNCHTIME

Rückblick Q2 | Ausblick Q3

Rückblick Q3

  • Im abgelaufenen Quartal waren die hohen Inflationsraten sowie der weiter vorherrschende Krieg in der Ukraine die bestimmenden Themen.
  • Die beiden großen Notenbanken EZB und Fed erhöhten die Zinsen weiter.
  • An den Aktienmärkten gab es eine größere Sommerrallye, die jedoch in der zweiten Hälfte des Quartals wieder abverkauft wurde.
  • Die Anleihenmärkte wurden durch die stark gestiegenen Zinsen bestimmt. Hier kletterten die Staatsanleiherenditen sowohl im kurzfristigen als auch im langfristigen Laufzeitenbereich auf Mehrjahreshochs.

Ausblick Q4

  • Die kommenden Daten werden zeigen, ob die Notenbanken durch ihre vollzogenen Maßnahmen die Inflation bereits drosseln konnten.
  • Für die Aktien erwarten wir ein weiter herausforderndes Umfeld, wobei noch weitere Kursabschläge antizyklische Kaufgelegenheiten darstellen könnten.
  • Bei den Anleihen sehen wir die Renditehochs bei den amerikanischen und deutschen Staatsanleihen bald erreicht. Auch hier ergeben sich erste Chancen.
  • Bei unserer Steuerung der Aktienquote orientieren wir uns weiterhin an unserem Risikoindikator.

Konjunktur & Geopolitik

Rückblick Q2

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• Konjunkturell wurde das zweite Quartal durch das Thema Inflation bestimmt.

• Es fällt auf, dass das Verbrauchervertrauen in den USA einen noch nie so tiefen Messwert erreichte. Bemerkenswert auch deshalb, weil diese Umfrage bereits seit mehreren Jahrzehnten durchgeführt wird.

• Ausschlaggebend sind hierbei die nachhaltig steigenden Preise auf breiter Front.

• Aber auch geopolitisch sorgte der weiterhin geführte Krieg in der Ukraine für Schlagzeilen.

Ausblick Q3

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• Für das dritte Quartal rückt die Ende Juli beginnende Berichtssaison in den Mittelpunkt.

• Hieraus wird sich ableiten lassen, wie gut die Unternehmen die Preissteigerungen an die Endkunden überwälzen konnten und ob der jeweilige Ausblick auf das Gesamtjahr verändert werden muss.

• Auch erste konkrete Rückschlüsse auf eine eventuelle Rezession wird man innerhalb der nächsten drei Monate ziehen können.

Geldpolitik

Rückblick Q2

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• Die amerikanische Notenbank Fed hat im Juni ihren Leitzins erhöht. Dieser notiert nun bei der Spanne 1,5% - 1,75%. Mit einer Erhöhung von 0,75%-Punkten war es der größte Zinsschritt seit 1994.

• Auch die EZB hat neben dem Auslaufen des Anleihenkaufprogramms eine erste Zinserhöhung im Juli angekündigt. Gemessen an den Inflationsraten bleibt die EZB der Fed jedoch zum wiederholten Mal hinterher

• Währenddessen kündigen viele Regionen in China an, dass sie Maßnahmenpakete zur Wiederbelebung der Wirtschaft schnüren werden.

Ausblick Q3

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• Auch für die nächste Notenbanksitzung in den USA sind weitere Zinsschritte angekündigt. Fed-Chef Powell sieht die Bekämpfung der Inflation als aktuell einziges Ziel an.

• Hinzu kommt, dass die Bilanzreduktion (Quantitative tightening) Fahrt aufnimmt. Zum Ende des Q3 wird die Fed ca. USD 90 Mrd. Liquidität abgeschöpft haben.

• Die EZB hingegen versucht derweil händeringend die Differenz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen zu verringern.

Aktien

Rückblick Q2

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• Das erste Halbjahr endet als eines der schlechtesten der Geschichte.

• So verloren die bedeutendsten Indices ca. 20% an Wert. „Angeführt“ wird die Liste von dem Technologieindex Nasdaq-100, der knapp 30% an Wert verlor.

• Lediglich Öl-Investments konnten eine deutlich positive Rendite erzielen. Gründe sind hier die hohen Inflationszahlen gepaart mit einer monatelangen Ressourcen-Knappheit.

Ausblick Q3

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• Für das dritte Quartal rückt die Ende Juli beginnende Berichtssaison in den Mittelpunkt.

• Hieraus wird sich ableiten lassen, wie gut die Unternehmen die Preissteigerungen an die Endkunden überwälzen konnten und ob der jeweilige Ausblick auf das Gesamtjahr verändert werden muss.

• Bislang erwarten die Analysten eine stabile Gewinnentwicklung für die nächsten 12 Monate. Ob diese Prognose korrekt ist, wird sich in diesem Quartal zeigen. Aufgrund der vielschichtigen Gemengelage ist mit erhöhter Volatilität zu rechnen.

Anleihen

Rückblick Q2

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• Auch der Anleihesektor erlebte eines der schlechtesten Halbjahre der Geschichte.

• Durch die weltweiten Renditeanstiege sowie die Ausweitung von Risikoprämien bei Unternehmensanleihen erlebten selbst konservativ geführte Anleiheportfolios einen verhältnismäßig großen Wertverlust.

• Mit Ausnahme der 3-Monats-Gelder haben sich die Zinskurven ziemlich abgeflacht bzw. sind teilweise invers. Inverse Zinskurven deuteten in der Vergangenheit sehr häufig bevorstehende Rezessionen an.

Ausblick Q3

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• Für das angelaufene Quartal erwarten wir hohe Schwankungen im Anleihebereich.

• Sollten wir rückläufige Inflationsdaten erhalten, werden u.E. die Renditen der Staatsanleihen sinken. Hier ergeben sich entsprechende Chancen auf Kursgewinne.

• Hinsichtlich der Unternehmensanleihen könnten sich im kommenden Quartal interessante Einstiegsgelegenheiten ergeben. Ausschlaggebend hierfür werden die Gewinnentwicklungen der Unternehmen sein.

Edelmetalle & Rohstoffe

Rückblick Q2

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• Der Verlauf der Ölpreise war geprägt durch den Krieg in der Ukraine.

• Zum Halbjahresschluss notierten die Ölsorten Brent und WTI bei +40% seit Jahresbeginn. Zeitweise waren die Kurszuwächse noch größer.

• Das als Inflationsschutz geltende Gold konnte seinem Namen nicht gerecht werden. Zu stark waren der US-Dollar und der breite Zinsanstieg.

• Insgesamt war nahezu der gesamte Rohstoffsektor von Knappheit geprägt, da die gegen Russland verhängten Sanktionen das Angebot drückten.

Ausblick Q3

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• Zum Ende des letzten Quartals kamen viele Rohstoffe (inkl. Die Ölpreise) von ihren Höchstkursen zurück, da die Kapitalmärkte damit beginnen, eine eventuelle Rezession einzupreisen.

• Mit der durch Sanktionen herbeigeführten Knappheiten und einer eventuellen Rezession prallen zwei Welten aufeinander, die für weiterhin hohe Volatilität sorgen werden.

• Gold sollte weiterhin fester Bestandteil bei der Vermögensallokation sein. Wir erwarten, dass Gold langfristig den Kaufkraftverlust durch die Inflation überkompensieren wird.

Total Return

Rückblick Q2

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• Auch die Anlageklasse Total Return musste Wertverluste hinnehmen.

• Jedoch konnte sich das ausgewählte Portfolio deutlich besser zeigen, als ein klassisches Anleihenportfolio.

• Auch der maximale Verlust innerhalb des ersten Halbjahr lag im Rahmen unserer Erwartungen.

• Wir haben das Portfolio im ersten Halbjahr unverändert fortgeführt.

Ausblick Q3

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• Für das aktuelle Jahr erwarten wir, dass das Portfolio seinen Vorsprung zu einem klassischen Anleihenportfolio halten bzw. ausbauen kann.

• Das Gesamtportfolio ist weiter breit diversifiziert.

• Bei Marktverwerfungen können wir entsprechend reagieren und Chancen wahrnehmen.

• Angestrebt wird eine deutliche Mehrrendite gegenüber klassischen Renteninvestments bei vergleichsweise moderateren Kursschwankungen gegenüber Aktienanlagen.

Sentiment

Rückblick Q2

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• Hervorgerufen durch die anhaltend negative Entwicklung der Aktienmärkte verschlechterte sich die Stimmung der Marktteilnehmer mehr und mehr.

• Ein Stimmungstief wurde Anfang Mai erreicht. Hier setzten erste Käufe ein.

• Der Fear-and-Greed Index (Greed = Gier, Fear = Angst), der sich zwischen 0 und 100 bewegt, liegt aktuell im Bereich der Angst.

• Der Pessimismus ist stark ausgeprägt. Weitere Stimmungsindikatoren bestätigen dies.

Ausblick Q3

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• Wir betrachten den Indikator, um Überhitzungen oder übertriebene Angst erkennen zu können.

• Die schlechte Stimmung könnte für eine Gegenbewegung zu Beginn des Quartals sorgen.

• Wir richten uns hier weiterhin an unserem eigenen Risikoindikator aus, der uns dynamisch Signale in dem aktuellen Kapitalmarktumfeld gibt.

Fear & Greed Index | Quelle: CNN Business
Fear & Greed Over Time | Quelle: CNN Business

Glossar

BlackRock Geopolitical Risk Indikator

Verfolgt und misst die relative Häufigkeit von Analystenreportings, Finanznachrichten und Tweets, die in Verbindung mit geopolitischen Risiken stehen.

Case Shiller KGV

Spiegelt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens wider.

Unterscheidet sich vom klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses dadurch, dass zum Berechnen der inflationsbereinigte, mittlere Gewinn der letzten zehn Jahre verwendet wird. Dies soll temporäre Sondereinflüsse einzelner Jahre vermeiden.

Einkaufsmanagerindex
(EMI)

Einkaufsmanagerindex. Indikator zur Wirtschaftsentwicklung der verschiedenen Länder. Werte über 50 signalisieren Wachstum im Vergleich zum Vormonat. Einkaufsmanager werden monatlich zu folgenden Kerngrößen befragt: Auftragseingänge, Export, Auftragsbestand, Einkaufsmenge, Einkaufspreise/Verkaufspreise, Anzahl der Beschäftigten.

Fear & Greed Index

Der Fear & Greed Index ist ein von CNN Business (Cable News Network ist ein US-amerikanischer Fernsehsender) erstellter Indikator, der die Emotionen der Anleger an der Börse messbar machen soll. Er bewertet den S&P 500 Index nach möglichen Unter- oder Überbewertungen auf Grundlage von Panik und Gier. Die Signallinie des Index kann zwischen 0 und 100 schwanken. Hohe Werte über 50 lassen auf eine extreme Gier (Greed) schließen, während tiefe Werte unter 50 Panik (Fear) verdeutlichen.

Ted Spread

Der TED Spread (TED = englisch Treasury Bill Eurodollar Difference) ist die Differenz zwischen der Rendite für den Dreimonats-Libor und der Rendite für Dreimonats-Treasury Bills (T-Bills). Der TED Spread vergleicht demnach zwei Zinssätze auf Forderungen, die hinsichtlich der Laufzeit und der Währung übereinstimmen und sich nur hinsichtlich des Schuldners unterscheiden: Schuldner ist beim Libor eine Bank und bei T-Bills der amerikanische Staat. Daher misst der Ted Spread die Wahrscheinlichkeit für Bankeninsolvenzen

Volatilität

Die Volatilität ist ein Risikomaß und zeigt die Schwankungsintensität des Preises eines Basiswertes (z.B.  einer Aktie oder eines Index) innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, um so stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter - aber auch chancenreicher - ist eine Investition in das Basisobjekt. Es werden historische und implizite Volatilität unterschieden. In der dargestellten Grafik werden implizite Volatilitäten angezeigt.

Consumer Confidence Index (CCI)

Misst die Konsumneigung der Privathaushalte in den unterschiedlichen Regionen. Dazu werden 500 repräsentativ ausgewählte Konsumenten zu folgenden Themen befragt: Beurteilung der aktuellen finanziellen Situation des Haushaltes, Beurteilung der finanziellen Situation des Haushaltes in einem Jahr, Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in einem Jahr, Erwartung der konjunkturellen Entwicklung in den nächsten fünf Jahren, Kaufabsichten. Ein Wert über 100 signalisiert eine Erhöhung der Ausgaben in den Privathaushalten für die kommenden 12 Monate.

Repo-Markt

Repo ist die Abkürzung für "Repurchase Agreement". Gemeint ist eine kurzfristige Pfandleihe, bei der ein Transaktionspartner seine Wertpapiere einem anderen überlässt – sich aber versprechen lässt, dass er sie in ein bis zwei Tagen wieder zurückbekommt. Der Wertpapier-Verleiher erhält dafür Geld, das er gerade braucht, um fällige Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Transaktion wird dann am nächsten oder übernächsten Tag zurück abgewickelt: Der ursprüngliche Besitzer erhält sein Wertpapier zurück und bekommt obendrauf noch Zinsen dafür.

Dieses Pfänderspiel ist in den vergangenen Jahrzehnten zum Kern des modernen Finanzsystems geworden. Versicherer, Hedgefonds und vor allem Geldmarktfonds beteiligen sich daran. Sie sind auf diese Weise zu Schattenbanken geworden: Banken, die hinter den Banken stehen. Man weiß nicht viel über den Repo-Markt, auf dem die Schattenbanken mit den herkömmlichen Banken kooperieren. Viel staatliche Aufsicht findet in diesem Bereich des Kapitalmarktes nicht statt, Informationen fließen spärlich nach draußen. Doch die Schattenbanken sind inzwischen mindestens so wichtig wie traditionelle Banken, und in vielen Fällen haben sie deren Funktionen übernommen.