Rückblick Q1 | Ausblick Q2

BLICKWINKEL 2022 - CRUNCHTIME

Rückblick Q1 | Ausblick Q2

Rückblick Q2

  • Das zweite Quartal war medial weiterhin stark von dem vorherrschenden Konflikt zwischen Russland und er Ukraine gekennzeichnet.
  • Vor diesem Hintergrund hielten die Verwerfungen an den Rohstoffmärkten an.
  • Aber auch die Aktienmärkte verloren weiter an Wert.
  • Die Inflationsdaten sind so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
  • Positiv: Fast alle Einschränkungsmaßnamen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden aufgehoben.

Ausblick Q3

  • Das Umfeld für die Kapitalmärkte wird auch im kommenden Quartal herausfordernd bleiben.
  • Die Notenbanken werden weiter versuchen, die Inflation zu bekämpfen. Die Fed hat diesem Unterfangen höchste Priorität gegeben.
  • Sollten die Notenbanken das „soft landing“-Ziel (also den milden Rückgang der Konjunktur) erreichen, ergeben sich über das aktuelle Quartal hinaus vielversprechende Chancen an den Kapitalmärkten.

Konjunktur | Geopolitik

Rückblick Q1

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• Nur schwer zu ertragen ist die humanitäre Katastrophe, die sich durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst hat.

• Die EU und die USA haben starke Sanktionen gegen Russland verhängt. So hat Russland quasi keinen Zugriff mehr auf Euro und US-Dollar. In der Folge konnte Russland eine auf US-Dollar lautende Anleihe nur noch in Rubel bedienen. Dies könnte in der Folge offiziell zu einer Staatspleite führen.

• Gerade für die europäische Konjunktur hat der Krieg negative Auswirkungen. Die Wachstumsraten wurden deutlich gesenkt.

Ausblick Q2

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• Noch in der Diskussion steht ein Öl- und Gasembargo. Gerade Deutschland bleibt aktuell weiter beim Nein, da dies massive Einschnitte für die deutsche Konjunktur hätte.

• Fernab des Krieges laufen in vielen Ländern die Einschränkungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aus.

• Lediglich China hält noch an der „Zero-Covid-Strategie“ fest. Dies führt zum erneuten Aufkommen von Lieferengpässen, die die Weltwirtschaft im aktuellen Quartal verlangsamen könnten.

Geldpolitik

Rückblick Q1

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• Das sog. Goldilocks-Szenario, also eine wachsende Wirtschaft bei gleichbleibend geringen Inflations- und Zinsraten, endete bereits im vergangenen Jahr.

• In Deutschland lag die Inflationsrate per Februar bei +5,1%. In den USA lag sie sogar bei 7,9%.

• Die US-Notenbank Fed hat zur Bekämpfung dieser hohen Raten eine erste Zinserhöhung von 25 Basispunkten vorgenommen.

• Trotz erster Maßnahmen sind die Notenbanken deutlich „behind the curve“.

Ausblick Q2

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• Die Fed wird zum Ende des Quartals neben weiteren Zinserhöhungen mit der Verkürzung ihrer Bilanz beginnen. Hierfür wird sie fällig werdende Anleihen nicht mehr prolongieren. Hierdurch wird dem Kapitalmarkt Liquidität entzogen.

• Auch die EZB wird restriktiver werden müssen. Denn durch die anhaltenden hohen Inflationsraten ist der niedrige Leitzins nicht länger aufrecht zu halten. Wir gehen davon aus, dass der negative Leitzins bald Geschichte sein wird.

• Insgesamt werden uns die hohen Inflationsraten noch länger begleiten.

Aktien

Rückblick Q1

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• Im ersten Quartal des Jahres lagen die maßgeblichen Aktienindices allesamt im negativen Bereich.

• Gerade die europäischen Märkte litten zeitweise stark unter dem Krieg in der Ukraine. Der DAX verlor zeitweise mehr als 20% seit dem Jahresbeginn.

• Das gesamte erste Quartal zeigten sich zudem die Technologiewerteübermäßig schwach. Grund waren die Wachstumssorgen und steigenden Zinsen. 

Ausblick Q2

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• In den kommenden Wochen startet die Dividendensaison. Hier könnten vor allem die dividendenstarken Titel profitieren. Denn auch in diesem Jahr werden Rekordausschüttungen erwartet.

• Aber auch die Quartalsberichts-Saison in den USA wird aufschlussreich sein, ob und wie stark die Unternehmen die gestiegenen Löhne und Preise an die Kunden überwälzen konnten.

• Insgesamt ist wieder mit einem schwierigen Quartal an den Aktienmärkten zu rechnen. Jedoch ist die Stimmung der Marktteilnehmer so gedämpft, dass Kursgewinne realistisch sind. Denn Aktien bleiben als Sachwert ein sehr guter Inflationsschutz.

Anleihen

Rückblick Q1

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• Für den Bereich der Anleihen war es ein schwieriges Quartal.

• In Deutschland stieg die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen auf 0,70% p.a.. Die Verzinsung ist zwar noch immer historisch hoch, jedoch führte der Zinsanstieg zu deutlichen Kursverlusten dieser Anleihen.

• In den USA war die Bewegung noch größer. Hier verloren sehr langlaufende Anleihen zeitweise 25% seit dem Hoch aus 2020.

• Besonders stark zeigte sich der US-Dollar. Er profitierte von den gestiegenen Zinsen und der politischen Unsicherheiten.

Ausblick Q2

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• Auch im angelaufenen Quartal stand der Rentenmarkt besonders im Fokus. Ein Frühindikator für die Messung der Wahrscheinlichkeit einer Rezession sind die Zinskurven. Der prominenteste Vergleich sind hierbei die 10-jährigen – die 2-jährigen US-Staatsanleihen.

• Diese Zinskurve war für kurze Zeit invers. Die Rendite kurzlaufender Anleihen war also höher als die der langlaufenden Anleihen.

• Wir erwarten auch für das laufende Quartal einen schwierigen Anleihenmarkt. Jedoch gehen wir davon aus, dass die schnellen Zinsanstiege nicht in diesem Tempo fortgeführt werden. Der Markt hat hier einiges vorweg genommen.

Edelmetalle | Rohstoffe

Rückblick Q1

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• Der Verlauf der Ölpreise war geprägt durch den begonnenen Krieg in der Ukraine.

• Zum Quartalsschluss notierten die Ölsorten Brent und WTI bei +30% seit Jahresbeginn. Zeitweise waren die Kurszuwächse noch größer.

• Besonders inflationstreibend waren die starken Anstiege der Weizen- und weiteren Agrarrohstoffen. Russland und die Ukraine sind weltweit führend in vielen Bereiches des Getreideanbaus.

• Das Gold zeigte sich einmal mehr als Krisenwährung. Trotz eines starken US-Dollar und deutlich gestiegenen Zinsen notierte der Preis bei ca. +5%.

Ausblick Q2

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• Gold sollte weiterhin fester Bestandteil bei der Vermögensallokation sein. Wir erwarten, dass Gold langfristig den Kaufkraftverlust durch die Inflation überkompensieren wird.

• Auch im Silberpreis sehen wir noch viel Aufwärtspotential.

• Die Ölpreise werden zunächst weiter als Seismograph für die weitere Entwicklung in der Ukraine. Maßgeblich wird sein, ob weitere Sanktionen gegen Russland verhängt werden.

• Generell gehen wir von allgemein steigenden Rohstoffpreisen in den nächsten Monaten aus.

Weitere Finanzinstrumente

Rückblick Q1

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• Zwar notierte die Anlageklasse zum Quartalsschluss leicht im negativen Bereich.

• Jedoch konnte sich das ausgewählte Portfolio deutlich besser zeigen, als ein klassisches Anleihenportfolio.

• Auch der maximale Verlust innerhalb des ersten Quartals lag im Rahmen unserer Erwartungen.

• Wir haben keine Veränderungen an dem Portfolio vorgenommen, da die einzelnen Investments weiterhin eine geringe Korrelation zueinander aufweisen.

Ausblick Q2

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• Für das aktuelle Jahr erwarten wir, dass das Portfolio seinen Vorsprung zu einem klassischen Anleihenportfolio halten bzw. ausbauen kann.

• Gerade ein positiver Aktienmarkt sollte dem Portfolio Auftrieb geben.

• Das Gesamtportfolio ist weiter breit diversifiziert. • Bei Marktverwerfungen können wir entsprechend reagieren.

• Angestrebt wird eine deutliche Mehrrendite gegenüber klassischen Renteninvestments bei vergleichsweise moderateren Kursschwankungen gegenüber Aktienanlagen.

Sentiment

Rückblick Q1

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• Im abgelaufenen Jahr traten wenig Extremstimmungen auf. Hier verhielt sich das Jahr deutlich ruhiger als das Jahr 2020.

• Der Fear-and-Greed Index (Greed = Gier, Fear = Angst), der sich zwischen 0 und 100 bewegt, liegt aktuell in der Mitte. Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage.

Ausblick Q2

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• Wir betrachten den Indikator, um Überhitzungen oder übertriebene Angst erkennen zu können.

• Vieles spricht für weiter steigende Aktienkurse, die aber von hohen Schwankungen in den nächsten Monaten begleitet werden dürfte.

• Wir richten uns hier weiterhin an unserem eigenen Risikoindikator aus, der uns aktuell eine optimistische Richtung aufzeigt.

Fear & Greed Index | Quelle: CNN Business
Fear & Greed Over Time | Quelle: CNN Business

Glossar

BlackRock Geopolitical Risk Indikator

Verfolgt und misst die relative Häufigkeit von Analystenreportings, Finanznachrichten und Tweets, die in Verbindung mit geopolitischen Risiken stehen.

Case Shiller KGV

Spiegelt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens wider.

Unterscheidet sich vom klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses dadurch, dass zum Berechnen der inflationsbereinigte, mittlere Gewinn der letzten zehn Jahre verwendet wird. Dies soll temporäre Sondereinflüsse einzelner Jahre vermeiden.

Einkaufsmanagerindex
(EMI)

Einkaufsmanagerindex. Indikator zur Wirtschaftsentwicklung der verschiedenen Länder. Werte über 50 signalisieren Wachstum im Vergleich zum Vormonat. Einkaufsmanager werden monatlich zu folgenden Kerngrößen befragt: Auftragseingänge, Export, Auftragsbestand, Einkaufsmenge, Einkaufspreise/Verkaufspreise, Anzahl der Beschäftigten.

Fear & Greed Index

Der Fear & Greed Index ist ein von CNN Business (Cable News Network ist ein US-amerikanischer Fernsehsender) erstellter Indikator, der die Emotionen der Anleger an der Börse messbar machen soll. Er bewertet den S&P 500 Index nach möglichen Unter- oder Überbewertungen auf Grundlage von Panik und Gier. Die Signallinie des Index kann zwischen 0 und 100 schwanken. Hohe Werte über 50 lassen auf eine extreme Gier (Greed) schließen, während tiefe Werte unter 50 Panik (Fear) verdeutlichen.

Ted Spread

Der TED Spread (TED = englisch Treasury Bill Eurodollar Difference) ist die Differenz zwischen der Rendite für den Dreimonats-Libor und der Rendite für Dreimonats-Treasury Bills (T-Bills). Der TED Spread vergleicht demnach zwei Zinssätze auf Forderungen, die hinsichtlich der Laufzeit und der Währung übereinstimmen und sich nur hinsichtlich des Schuldners unterscheiden: Schuldner ist beim Libor eine Bank und bei T-Bills der amerikanische Staat. Daher misst der Ted Spread die Wahrscheinlichkeit für Bankeninsolvenzen

Volatilität

Die Volatilität ist ein Risikomaß und zeigt die Schwankungsintensität des Preises eines Basiswertes (z.B.  einer Aktie oder eines Index) innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, um so stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter - aber auch chancenreicher - ist eine Investition in das Basisobjekt. Es werden historische und implizite Volatilität unterschieden. In der dargestellten Grafik werden implizite Volatilitäten angezeigt.

Consumer Confidence Index (CCI)

Misst die Konsumneigung der Privathaushalte in den unterschiedlichen Regionen. Dazu werden 500 repräsentativ ausgewählte Konsumenten zu folgenden Themen befragt: Beurteilung der aktuellen finanziellen Situation des Haushaltes, Beurteilung der finanziellen Situation des Haushaltes in einem Jahr, Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in einem Jahr, Erwartung der konjunkturellen Entwicklung in den nächsten fünf Jahren, Kaufabsichten. Ein Wert über 100 signalisiert eine Erhöhung der Ausgaben in den Privathaushalten für die kommenden 12 Monate.

Repo-Markt

Repo ist die Abkürzung für "Repurchase Agreement". Gemeint ist eine kurzfristige Pfandleihe, bei der ein Transaktionspartner seine Wertpapiere einem anderen überlässt – sich aber versprechen lässt, dass er sie in ein bis zwei Tagen wieder zurückbekommt. Der Wertpapier-Verleiher erhält dafür Geld, das er gerade braucht, um fällige Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Transaktion wird dann am nächsten oder übernächsten Tag zurück abgewickelt: Der ursprüngliche Besitzer erhält sein Wertpapier zurück und bekommt obendrauf noch Zinsen dafür.

Dieses Pfänderspiel ist in den vergangenen Jahrzehnten zum Kern des modernen Finanzsystems geworden. Versicherer, Hedgefonds und vor allem Geldmarktfonds beteiligen sich daran. Sie sind auf diese Weise zu Schattenbanken geworden: Banken, die hinter den Banken stehen. Man weiß nicht viel über den Repo-Markt, auf dem die Schattenbanken mit den herkömmlichen Banken kooperieren. Viel staatliche Aufsicht findet in diesem Bereich des Kapitalmarktes nicht statt, Informationen fließen spärlich nach draußen. Doch die Schattenbanken sind inzwischen mindestens so wichtig wie traditionelle Banken, und in vielen Fällen haben sie deren Funktionen übernommen.