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NACHHALTIG(ER) INVESTIEREN: 5 TIPPS FÜR 2023

Seit Anfang August 2022 gilt in der EU die sogenannte Taxonomie Verordnung, mit dem Ziel nachhaltiges Investieren besser zu regulieren. Sie definiert – vereinfacht ausgedrückt – welche Investments als nachhaltig gelten und welche nicht. Seitdem hat sich die Welt verändert. Vor allem gibt es eine tiefe Kluft zwischen den Bedürfnissen der Kunden und den Vorgaben des Gesetzgebers. Warum das aktuelle Regelwerk aktuell eher lähmt, als zum nachhaltigen Investieren motiviert, wurde bereits in unserem Artikel zur Taxonomie geklärt: Jetzt wollen wir selber gegen die Lähmung angehen.

Dafür haben wir aus unseren Erfahrungen fünf Fehler abgeleitet, die man als Investor beim nachhaltigen Investieren vermeiden sollte. Zudem blicken wir optimistisch auf das neue Jahr und glauben weiterhin an den positiven Impact von „grüneren“ Anlageprodukten. Deshalb haben wir zudem fünf pragmatische Tipps formuliert, wie man trotz der Regulatorik in 2023 nachhaltiger investieren kann. 

Überblick

Nachhaltig Investieren:
5 häufige Fehler

1. Sich verwirren lassen

Keiner weiß, wo die Reise hingeht, aber es gibt schon heute gute Möglichkeiten, sein Geld nach bestem Wissen und Gewissen „grün“ anzulegen. Anleger sollten sich also nicht von der unklaren Regulatorik verwirren lassen und trotzdem nachhaltig investieren.

2. Zu kurzfristig denken

Viele nachhaltige Investments können nur langfristig ihr volles Potenzial entfalten. Deshalb empfiehlt es sich, für nachhaltige Geldanlagen einen längeren Zeithorizont einzuplanen. 

Ohne langfristiges Denken und Entscheidungsfreude funktionieren nachhaltige Investments nicht.

3. Keine Entscheidungen treffen

Es gibt schon jetzt viele unterschiedliche Strategien, Geld nachhaltig anzulegen. Das kann zu einer Überflutung an Information und dann dazu führen, dass gar keine Entscheidung getroffen wird. 

4. „Alte“ Kennzahlen wie Rendite und Kosten vernachlässigen.

Geldanlagen sind nur dann wirklich langfristig erfolgreich, wenn sie gute Nachhaltigkeitskonzepte verfolgen und auch Rendite erwirtschaften. 

5. Sich nur auf die “Best in Class” Strategie verlassen.

Das Problem ist, dass dabei in kritischen Branchen (z.B. kontroverse Waffen) ein Investment erfolgen kann. Es werden lediglich die schlechten Unternehmen dieser Branche ausgeschlossen, aber nicht kritische Branchen selbst als Ganzes. Daher müssen Best in Class Ansätze mit vernünftigen Ausschlusskriterien ergänzt werden. Achtung: Nicht von “ESG”- Bezeichnungen im Namen der Anlageprodukte blenden lassen.  

Der Ansatz der Klassenbesten greift zu kurz. Es braucht auch Ausschlusskriterien.

Nachhaltig Investieren:
5 Tipps aus der Praxis

1. Die eigenen Werte identifizieren.

Zu Beginn steht die Auseinandersetzung mit der Frage „Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich für mich?“. Erst, wenn man für sich definiert hat, welche Kriterien einem besonders wichtig sind (z.B. CO₂-Reduktion, faire Arbeitsbedingungen oder Tierschutz) und welche man auf gar keinen Fall unterstützen möchte (wie Umweltverschmutzung oder Waffenproduktion), kann man mit der Auswahl möglicher „grüner“ Investments starten. 

Klare Nachhaltigkeits-Ziele stehen an erster Stelle.

2. Stay with the basics.

Zu komplexe und undurchschaubare Nachhaltigkeitskonzepte sind in der Regel nicht besser als einfache. ESG-Kennzahlen, konkrete Ausschlüsse (z.B. Waffen, Massentierhaltung) oder klare Themenbezüge (bspw. erneuerbare Energien) sind oftmals the way to go. Tipp: Die SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulations) sind hilfreich, um eine erste Klassifizierung vorzunehmen. 

3. Ausschlüsse als essenzieller Teil nachhaltiger Geldanlage.

Wichtig hierbei: Ganz genau schauen, was Ausschlüsse für ein mögliches Zielinvestment bedeuten. Denn oftmals beziehen sich diese auf Umsatzgrenzen und sind keine pauschalen Ausschlüsse der angegebenen Branchen/Praktiken. 

4. Klein anfangen und nicht nach Perfektion streben.

Der erste Schritt ist bekanntlich der Schwerste und deshalb empfiehlt es sich, mit einem sogenannten „Satelliten-Ansatz“ zu starten. Dabei bleibt das klassische Portfolio bestehen und wird durch nachhaltige „Satelliten-Investments“ ergänzt. Diese können dann nach und nach erweitert werden und potenziell einen größeren Anteil einnehmen.

Nicht auf den großen Wurf hoffen, sondern mit kleineren Schritten vorankommen.

5. Das Thema ganzheitlich betrachten.

Die eigene Geldanlage ist nur ein Teil des Kuchens. Somit gehört auch eine Reflexion in anderen Bereichen des eigenen Konsums dazu. 

KLAR IST

Immer mehr Menschen wollen bei der Geldanlage nachhaltig agieren. Die Taxonomie hat bei diesem Thema allerdings vor allem für ein hohes Maß an Komplexität und Verwirrung gesorgt. Trotzdem gibt es pragmatische Möglichkeiten, wie Anleger ihr Portfolio nachhaltiger gestalten können. 

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Anika Albrecht
anika.albrecht@ak-co.de