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EIN COMEBACK DER (STAATS-) ANLEIHEN 2024

In Kürze

Feiern Anleihen 2024 ihr Comeback? Durch die deutlich gestiegenen Zinsen hat die Attraktivität der Rentenmärkte in den zurückliegenden zwei Jahren wieder spürbar zugenommen. Viele umfangreiche Emissionen, robuste volkswirtschaftliche Rahmendaten und die Antizipation von einer dauerhaft hohen Inflation haben vor allem die Kurse von Langläufern in den Keller geschickt. Dadurch sind die Zinsen auf ein Niveau gestiegen, welches die Anleger seit rund 15 Jahren nicht mehr gesehen haben. Angesichts von Renditen von mehr als vier Prozent bei amerikanischen Staatsanleihen sind Aktien längst nicht mehr alternativlos.

Kurszuwächse bei Staatsanleihen

Aufgrund der konjunkturellen Abschwächung beziehungsweise der möglichen Rezession dürften 2024 die Zinsen wieder etwas sinken. Allerdings gehören die Zinsniveaus des Jahres 2021 erst einmal der Vergangenheit an – so tief wird es jetzt wohl kaum runtergehen. Dennoch sind bei Staatsanleihen Kurszuwächse zu erwarten, was sie als Baustein für ein Multi-Asset-Portfolio attraktiv macht.

Anleihen konkurrieren wieder ernsthaft mit Aktien

Steigende Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen

Derzeit spiegeln die Risikospreads bei Corporate Bonds nicht die Risiken einer Rezession wider. Es ist aber durchaus denkbar, dass die Wirtschaft in den USA 2024 zwischenzeitlich schrumpft. Europa befindet sich möglicherweise bereits in einer Rezession.

Die sinkende Nachfrage sorgt für sinkende Preise.

Die Anleger erwarten mehrheitlich vor allem in den Vereinigten Staaten ein „soft landing“, also einen Rückgang der Inflation bei weiterem – wenn auch einem abgeschwächten – Wirtschaftswachstum. Eine mögliche Rezession und ein Anstieg der Ausfallraten sind nicht eingepreist.

Ein sehr treffsicherer Indikator, um eine Rezession anzuzeigen, ist die Renditedifferenz kurz laufender und lang laufender Staatsanleihen. Diese ist aktuell invers, was bedeutet, dass ein Investment in kurzlaufende Staatsanleihen die höhere Rendite erwirtschaftet. Sobald diese Differenz wieder positiv wird, ist es in der Vergangenheit mit nur einer Ausnahme immer zu einer Rezession in der Folgezeit gekommen. 

Wenn die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden sollten, dürften die Risikoaufschläge steigen und die entsprechenden Kurse unter Druck geraten. Vor diesem Hintergrund sind vor allem Anleihen mit höchster Bonität, also aus dem Bereich Investment Grade, zu empfehlen. Diese dürften im Gegensatz zu High-Yield-Anleihen (also Unternehmensanleihen mit einer teils deutlich erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit) aufgrund ihrer hohen Basisverzinsung einen Anstieg der Risikoaufschläge halbwegs kompensieren können.

Besonders bei Unternehmensanleihen ist Qualität King.

KLAR IST

Die Anleger erwarten vor allem in den Vereinigten Staaten eine sanfte Landung der Wirtschaft. Wenn der Abschwung aber heftiger verläuft als bislang angenommen, würden sinkende Zinsen die Kurse an den Rentenmärkten wieder steigen lassen. Damit bilden Anleihen 2024 eine attraktive Alternative zu Aktien.

ERWARTE DAS UNERWARTETE

Die USA rutschen in eine richtig tiefe Rezession. Die amerikanische Notenbank senkt früher, häufiger und stärker die Leitzinsen als erwartet. Die Zinsen geraten schwer unter Druck und Anleihen verteuern sich spürbar. Anleger sollten aber genauso das gegenteilige Szenario auf dem Radar haben: kräftiges Wirtschaftswachstum, weiter steigende Zinsen und fallende Kurse an den Rentenmärkten. Alles ist möglich.

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Anika Albrecht
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