Investment | 28. Februar 2020

Corona – ein Virus infiziert die Welt

Andreas Kitta

Seit einigen Tagen hat das Corona-Virus Deutschland erreicht. Obwohl die Zahl der Erkrankungen nicht hoch ist und der Krankheitsverlauf in vielen Fällen milde verläuft, wird das Virus als besondere Bedrohung wahrgenommen. Der Grund ist nach unserer Einschätzung hauptsächlich in der Unsicherheit zu finden. Alles, was neu und unerforscht ist, wird als bedrohlich wahrgenommen. Insbesondere, wenn es um unsere Gesundheit geht. Das ist jetzt der Fall.

Aktuell wird das Geschehen von mehreren Akteuren bestimmt.

Mediziner, die besonnen agieren und auf den in vielen Fällen milden Verlauf der Erkrankung hinweisen, aber eine Epidemie für möglich halten.

Politiker im Krisen-Modus, die sich mit Ausnahme des Bundesgesundheitsministers in allgemeinen Floskeln verlieren.

Medienvertreter, die allzu oft mit reißerischer Berichterstattung für Verunsicherung sorgen und weniger zur Aufklärung beitragen. Hier zeigt sich, welche Probleme die weltumspannende sekündliche Information der gesamten Welt mit sich bringen kann. Verunsicherung ist allgegenwärtig.

Bisher ist zu beobachten, dass der Krankheitsverlauf oftmals nur bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem schwerwiegend verläuft. Die Anzahl der Erkrankungen ist bisher nicht hoch, man muss aber davon ausgehen, dass sich die Fälle auch bei uns häufen werden.

Seriöse Vorhersagen über den weiteren Fortgang sind nicht möglich.

Wir raten zu wachsamem Umgang mit der Situation, weil man von einer weiteren Verbreitung ausgehen muss und eine Epidemie nicht auszuschließen ist. Ein Medikament zur Bekämpfung der Krankheit ist noch nicht in Sicht. Experten erwarten dies erst zum Jahresende. Die Wirksamkeit bestehender Medikamente wird aktuell erforscht. Deswegen hat die Unterbrechung von Infektionswegen momentan eine zentrale Bedeutung.

Klar ist aber:

Die Auswirkungen an den Finanzmärkten sind seit sechs Tagen massiv spürbar.

Die Aktienmärke verlieren deutlich.

Die Zinsen sinken weiter.

Viele produzierende Branchen leiden unter nicht funktionierende Lieferketten.

Der Welthandel flacht ab. Nicht nur in China stehen Produktionsstätten still.

Auswirkungen auf die Konjunktur werden deutlich sein, aber erst mit Verzögerung sichtbar. Das Ausmaß hängt stark vom Verlauf der Epidemie ab. Bereits heute ist ein spürbarer Rückgang des chinesischen BIP absehbar. Auch die Haupthandelspartner müssen sich auf eine deutliche konjunkturelle Abkühlung einstellen. Das alles passiert in einer Phase, in der die Weltkonjunktur ohnehin nicht besonders robust dasteht und man für dieses Jahr eine Stabilisierung erwartet hat.

Wie haben wir reagiert?

Unser Risikoindikator hat Verkaufssignale gegeben. Wir haben die Aktienquote in den Portfolien unserer Mandanten spürbar gesenkt.

Anleihen halten wir weiter, weil die sinkenden Zinsen Stabilität in die Kurse bringen.

Unsere Gold-Position ist ein sicherer Hafen in unruhigen Zeiten und legt zu.

Unsere Strategie der Diversifikation hilft Rückgänge in den Portfolien unserer Mandanten abzumildern. Insbesondere durch unsere hohe Cash-Position sehen wir uns gut gerüstet für die nächsten Tage und Wochen.

Weitere Schritte:

Natürlich werden wir die Entwicklungen weiterhin eng verfolgen.

Sollte der Verlauf eine deutliche und nachhaltige Schwächung der Weltkonjunktur zur Folge haben, erwarten wir ein Eingreifen der Notenbanken zur Stabilisierung der Situation. Die Null-Zins-Politik in Europa wird uns sehr wahrscheinlich auch deswegen noch längere Zeit erhalten bleiben. Das bringt uns zur Frage wann und ob es gute Einstiegsmöglichkeiten geben wird. Wichtige den Markt unterstützende Faktoren, wie die niedrigen Kapitalmarktzinsen, die expansive Geldpolitik und die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl sind weiterhin intakt.

Wo können Sie sich informieren?

Grundsätzlich empfehlen wir seriöse Quellen fernab der Boulevard-Presse. Information sollte einen höheren Stellenwert als Sensation haben.

z.B.

Weltgesundheitsorganisation WHO:

https://www.who.int/ 

Robert-Koch-Institut:

https://www.rki.de 

Bundesgesundheitsministerium:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/

Was kann jeder Einzelne im Alltag tun?

  • Kontakt von Händen und Gesicht vermeiden
  • Hustenhygiene beachten
  • Unnötigen direkten Kontakt mit anderen Menschen vermeiden
  • Häufiges Händewaschen
  • Regelmäßige Desinfektion von Händen und Gebrauchsgegenständen
  • Das eigene Immunsystem stärken

Disclaimer

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