Investment | 23. März 2020

Corona Update : Portfoliomanagement in Krisenzeiten

Lesedauer : 2 Minuten

von Andreas Kitta

Unser gesamtes Leben wird in diesen Tagen vom Corona Virus beherrscht. Wo man hinhört: Es gibt kein anderes Thema. Die Fakten sollten inzwischen klar sein. Mittlerweile weiß jeder Bescheid und ist durch die Politik und die Medien gut informiert. Die Lage ist ernst und hoffentlich jeder vernünftige Mitbürger wird sich an die Empfehlungen halten.

Deswegen raten wir dazu, nicht zu viel Zeit mit den täglich wiederkehrenden Live-Sendungen über Krankenzahlen, Verbote und Einschränkungen zu vertun. Es droht der mediale Overkill. Wie soll man sich sonst von der emotionalen Belastung befreien, die durch die mediale Beschallung mit Zahlen von Infizierten und Berichten über Hamsterkäufe ausgelöst wird?

Aktuell stellen sich viele Fragen über die Zukunft.  auf die wir heute noch keine finale Antwort haben. Wir wissen nur eins: Die Börsenpsychologie war bisher in jeder der vier vergangenen Krisen seit der Jahrtausendwende gleich: Der Panikmodus findet irgendwann einen Boden. Die Ratio findet so langsam wieder ihren Weg in die Köpfe und in das Handeln der Investoren. Die Gewinnerwartungen werden den Gegebenheiten aus der Krise angepasst. Hieraus leiten sich neue Bewertungen für die Unternehmen ab, die entweder immer noch zu hoch sind oder bei denen man feststellt, dass die Kursübertreibungen bei vielen Aktien zu groß waren.

Hier unser Fahrplan, um in der Krise umsichtig zu handeln:

1. Ankereffekte vermeiden

Der Ankereffekt, ein Begriff aus der Psychologie, beschreibt, dass die Einschätzung ob etwas “günstig” oder “teuer” ist, massiv mit dem “Anker” zu tun hat, also mit dem Wert den man aus der Vergangenheit kennt und an dem wir uns orientieren. Oftmals liegen diese “Ankerwerte” in der nahen Vergangenheit und führen dazu, dass wir zu lange brauchen, um neue Realitäten zu erkennen. Einfach ausgedrückt ist an der Börse nicht alles günstig, was deutlich gefallen ist. Als im Herbst 2008 die Volkswagen Aktie kurzzeitig auf EUR 1.000 stieg, glaubten viele, dass die Aktie nach der Korrektur auf ca. EUR 300 günstig sei….weil der Kurs schon mal EUR 1.000 je Aktie war. Ein klassischer Ankereffekt.

2. Mutig sein und agieren, statt nur zu reagieren

Investoren sollten antizyklisch handeln. In Krisenmärkten kommt es immer wieder zu irrationalen Kursbewegungen. Nur wenige Geschäftsmodelle können sich komplett von der Krise freimachen, deshalb ist es unserer Einschätzung nach so wichtig, hier die Unternehmen zu identifizieren, die diese Krise durchstehen können und das Portfolio daraufhin fortlaufend anzupassen.

3. Vorausblicken, aber auf Sicht fahren

Die Kapitalmärkte spiegeln Zukunftserwartungen wider und werden von Ihnen maßgeblich beeinflusst. Ist der Blick in die Zukunft versperrt, beherrscht Unsicherheit die Märkte. Keiner weiß, wann sich das Blatt wendet. In diesen Zeiten ist es sinnvoll, Positionen in kleinen Schritten zu mehreren Zeitpunkten aufzubauen.

4. Situationen realistisch und nicht panisch einschätzen

Angst und Gier sind in der Vermögensanlage schon immer schlechte Berater gewesen. Deswegen ist es aktuell ganz besonders wichtig, sich auf Fakten zu konzentrieren. Rein emotionale Entscheidungen führen dazu, dass man dem Markt immer hinterherläuft.

5. Globalisierung ist wichtiger denn je – zumindest im Portfolio

Im Portfolio bedeutet Globalisierung „Diversifikation“. Damit ist die Verteilung des Anlagevermögens auf verschiedene Anlageklassen und Regionen gemeint

  • Investments in stabile Märkte und in Aktien von Unternehmen mit zukunftsweisenden Geschäftsmodellen
  • Anlagen in Anleihen, die nach den Kursrückgängen wieder interessante Renditen bieten
  • Berücksichtigung von Gold als „sicherer Hafen“ im Portfolio

Wir befolgen diese Regeln im Portfoliomanagement und sind davon überzeugt, damit umsichtig zu handeln.

 

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