GOLD VOR COMEBACK!

EDELMETALLE & ROHSTOFFE

GOLD VOR COMEBACK!

Es spricht eigentlich alles dafür, dass der Goldpreis auch in den nächsten fünf Jahren eine ähnliche Rendite erzielen wird wie im historischen Durchschnitt, also den erwähnten sechs Prozent per annum. Bei Öl sieht die Lage schon anders aus. Denn der Preis für den Energierohstoff hat sich in der Vergangenheit immer wieder anders entwickelt, als es die Marktteilnehmer erwartet hatten.

Gold hat sich in diesem Jahr schwergetan. Der Preis verharrt gewissermaßen seit Anfang 2021 im negativen Bereich. Das gilt allerdings nur für die Notiz in Dollar. In Euro performte Gold auch in diesem Jahr. Und beim Ölpreis ist die Politik mit im Spiel.

Gold hat in 2021 fast sechs Prozent verloren (Stand 8. Dezember 2021) Anleger aus dem Euroraum können sich trotzdem freuen. Denn in der Gemeinschaftswährung liegt der Goldpreis zum Redaktionsschluss sogar im positiven Bereich – dem festen US-Dollar sei Dank.

Inflation müsste Gold eigentlich unterstützen.

Nun sollte man meinen, der Goldpreis müsste doch deutlich gestiegen sein – auch in Dollar. In Deutschland haben sich die Verbraucherpreise zuletzt um mehr als fünf Prozent verteuert, in den USA stand sogar eine sechs vor dem Komma. Und Gold gilt ja als klassischer Schutz gegen Inflation. Das stimmt auch nach wie vor.

Gold performt eigentlich immer

Ein Blick auf die Historie der vergangenen 50 Jahre zeigt, dass es zwar eine Zeit lang dauert, bis Gold den Kaufkraftverlust kompensiert. Dennoch wurde das Edelmetall immer wieder seiner Hauptaufgabe gerecht. Es dauerte eben nur etwas länger.

Der Zeitraum ist beim Gold mitentscheidend

Es liegt immer im Auge des Betrachters, ob der Goldpreis nun der Inflation oder der Inflationserwartung vorausläuft oder hinterherhinkt. Fakt ist, dass seit dem Ende des Goldstandards 1973 der Goldpreis jährlich gut sechs Prozent zugelegt hat. Damit hat eine Goldanlage die Inflation klar übertroffen.

Gold (Feinunze) in USD

6

%

Goldpreis legt jährlich zu und übertrifft die Inflation

Öl ist immer für eine Überraschung gut

Der Energierohstoff zeigt sich wie gewohnt spekulativ. Fundamental hat der Ölpreis das Potential auf über USD 100,- zu steigen.

Für einen steigenden Ölpreis spricht die Tatsache, dass das Angebot zu gering für die aktuell vorhandene Nachfrage ist. Die OPEC+ hat zwar jüngst den Markt mit einer höheren Fördermenge entspannt, jedoch reicht dies nicht aus. Denn zum einen hat die Zahl der Bohrlöcher der Fracking-Industrie in den USA bei Weitem nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht. Zum anderen haben europäische Öl-Multis ihre Aktivitäten zur Förderung neuer Ölvorkommen deutlich zurückgefahren.

Spekulativ bleibt es, denn beim Öl ist mehr Politik im Spiel als bei anderen Kapitalanlagen. Zudem toben sich die Spekulanten gern an den Terminmärkten in den Ölpreisen aus. Ein kurzer, schneller Einbruch wie vor einigen Wochen ist immer einzuplanen.  

Das Ölangebot bleibt voraussichtlich knapp.

Brent & WTI in USD

KLAR IST

Es spricht eigentlich alles dafür, dass der Goldpreis auch in den nächsten fünf Jahren eine ähnliche Rendite erzielen wird wie im historischen Durchschnitt, also den erwähnten sechs Prozent per annum. Bei Öl sieht die Lage schon anders aus. Denn der Preis für den Energierohstoff hat sich in der Vergangenheit immer wieder anders entwickelt, als es die Marktteilnehmer erwartet hatten.

ERWARTE DAS UNERWARTETE

Die Inflation nähert sich sehr viel schneller als angenommen an die Zielmarke der Notenbanken von zwei Prozent an. Ein rascher Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik von Fed, EZB und Co erübrigt sich damit. Wie zuletzt von 2015 bis 2019 dümpelt der Goldpreis vor sich hin – leider auch der in Euro. Und beim Öl gibt es plötzlich doch ein Überangebot und der Preis bricht ein.

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100

US $

fundamentales Potential für US-Öl pro Barrel