Rückblick Q3 | Ausblick Q4

BLICKWINKEL 2021 - GAMECHANGER

Rückblick Q3 | Ausblick Q4

Rückblick Q3

  • Der weltweite Konjunkturaufschwung wurde teilweise durch die Delta-Variante des Coronavirus und den dadurch auferlegten Einschränkungsmaßnahmen unterbrochen.
  • Öl- und weitere Rohstoffpreise zogen weiter kräftig an. Der Preis für Erdgas ist stark gestiegen.
  • Sorge bereiten vor diesem Hintergrund die relativ stark und schnell gestiegenen Inflationsraten.

Ausblick Q4

  • Zu Beginn des Quartals könnten Entscheidungen der Zentralbanken über das Zurückfahren von Anleihekäufen die Volatilität an den Aktienmärkten erhöhen.
  • Die Aktienmärkte könnten jedoch per Saldo von dem positiven saisonalen Umfeld für das letzte Quartal des Jahres profitieren.
  • Die Renditen der US-Staatsanleihen könnten noch weiter anziehen, aber mit abnehmender Dynamik.
  • Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die gestiegene Inflation nachhaltig sein wird.
  • Ein mögliche Insolvenz von China Evergrande könnte Dominoeffekte auslösen und einen Dämpfer für die weltweite Konjunktur bedeuten.

Konjunktur

Rückblick Q3

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  • Neben der sog. „Delta-Welle“ sorgen auch vorherrschende Lieferengpässe für eine Verlangsamung der Weltkonjunktur.
  • Die Lieferengpässe sorgen weltweit für Verzögerungen z.B. in der Automobilproduktion. Hier fehlen vielen Produzenten Chips, die heutzutage nicht mehr aus der Autoproduktion wegzudenken sind.
  • Aber auch Engpässe in der Verschiffung der Waren sind nach wie vor präsent und werden noch bis in das nächste Jahr reichen. •

Ausblick Q4

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  • Die Impfgeschwindigkeit bleibt der Gamechanger in der Bekämpfung der Pandemie und ist damit auch ein großer Taktgeber für die konjunkturelle Entwicklung.
  • Positiv ist, dass die Impfungen trotz Delta-Variante keine neuen Einschränkungen in Europa und den USA hervorgerufen hat. Nur China geht hierbei deutlich stringenter vor.
  • Wir gehen daher bei der Verlangsamung der Konjunktur nur von einer kurzen Unterbrechung des ansonsten robusten Wachstums aus.

Geldpolitik

Rückblick Q3

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  • Die Zentralbanken Fed (USA) und EZB (Europa) haben bislang keine Verlangsamung ihrer Anleihekaufprogramme vorgenommen.
  • Jedoch deutete Fed-Chef Jerome Powell an, dass die Fed das Volumen der monatlichen Käufe noch in diesem Jahr reduzieren werde.
  • Im Euro-Raum und in den USA ziehen unterdessen die Inflationsraten deutlich an.
  • Auch die Renditen für langlaufende Staatsanleihen steigen und schüren die Angst vor weiter steigenden Zinsen.

Ausblick Q4

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  • Der aktuelle Inflationsanstieg wird die Notenbanken veranlassen, die Zinsen bereits im kommenden Jahr zu erhöhen.
  • Bis dahin werden wohl auch das Anleihekaufprogramm eingestellt.
  • Der Kapitalmarkt wird darüber spekulieren, ob die Fed eine sog. Zinskurvenkontrolle einführen wird.
  • Die EZB hingegen wird wie gewohnt erst einige Monate später diesen Pfad einschlagen.

Aktien

Rückblick Q3

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  • Die Aktienmärkte haben das abgelaufene Quartal mit einem leichten Minus beendet.
  • Zum Ende des Quartals zeigte sich der September wieder einmal als schwacher Börsenmonat.
  • Zyklische Industriewerte und Value-Aktien wie Bankentitel oder Energiewerte profitieren von wieder steigenden Zinsen. Defensive Branchen und hochbewertete Wachstumstitel korrigieren dagegen.

Ausblick Q4

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  • Auch der Oktober zeigte häufig eine schwache Performance.
  • Gut möglich, dass speziell die ersten Wochen volatil verlaufen.
  • Aus unserer Sicht würden sich hierbei jedoch Einstiegschancen ergeben, da die Chancen für ein positives Jahresende gut stehen.
  • Auch, weil die Unternehmensgewinne für das kommende Jahr weiter zulegen können. Hier werden die Anleger vorgreifen.
  • Speziell der asiatische Aktienmarkt hat deutliches Aufholpotential.

Anleihen

Rückblick Q3

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  • Die Renditen von Staatsanleihen sind in Q2 leicht gesunken.
  • Die 10-jährigen US-Treasuries notierten zum Ende des ersten Halbjahres bei ca. 1,5% p.a. Die Rendite für gleiche Papiere der Deutschen Staatsanleihe liegt bei ca. -0,20% p.a.
  • Grund für den leichten Rückgang im zweiten Quartal ist die Hoffnung, dass die Inflation nur vorübergehend überdurchschnittlich hoch ist.
  • Im Q2 konnten sich die Währungen der Schwellenländer deutlich erholen. Hier waren die stark gestiegenen Rohstoffpreise maßgebliche Kurstreiber.

Ausblick Q4

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  • Wir gehen davon aus, dass die Renditen langlaufender Staatsanleihen noch weiter ansteigen könnten, aber mit abnehmender Dynamik.
  • Die Notenbanken werden die Anleihekaufprogramme fortsetzen.
  • Bei Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich sehen wir aufgrund der aktuell eher niedrigen Risikoprämien kaum Potential.
  • Bessere Chancen bieten CNY-Anleihen aufgrund ihrer niedrigen Korrelation mit den westlichen Anleihemärkten und ihrer attraktiven Verzinsung. Insgesamt stellt ein breit diversifiziertes Engagement in Schwellenländeranleihen eine attraktive Alternative dar angesichts des Tiefzinsumfelds in den meisten Industrieländern.

Edelmetalle | Rohstoffe

Rückblick Q3

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  • Zum Ende des Q3 konnten sich die Öl-Preise wieder an das Hoch vor Einsetzen der Sommerkorrektur herantasten.
  • Besonders auffällig sind die gestiegenen Rohstoffpreise aus der Energiewirtschaft. So stiegen die Preise für Erdgas und Steinkohle stark, was auch zu steigenden Stromkosten führt.
  • Der Goldpreis hingegen tritt weiter auf der Stelle. Es fehlt hier bisher noch ein fundamentaler Auslöser für Preissteigerungen. Höhere Zinssätze sind hier kontraproduktiv.

Ausblick Q4

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  • Gold sollte weiterhin fester Bestandteil bei der Vermögensallokation sein, als Versicherung in Zeiten turbulenter Aktienmärkte und als Schutz vor einer wieder stärker werdenden realen Negativverzinsung.
  • Durch die hohe Nachfrage könnte der Öl-Preis weiter steigen. Auch schlagartig explodierende Preise können vor dem Hintergrund der Knappheit nicht ausgeschlossen werden.
  • Auch die Preise für Agrar-Rohstoffe könnten aufgrund von Ausfuhrbeschränkungen Chinas weiter steigen, was nachhaltig höhere Inflationsraten wahrscheinlicher machen würden.

Weitere Finanzinstrumente

Rückblick Q3

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  • Wir haben in 2020 einige Veränderungen in der Zusammensetzung der Anlageklasse „Weitere Finanzinstrumente“ vorgenommen, um Marktverwerfungen wie im März letzten Jahres noch besser abfedern zu können.
  • In den ersten 9 Monaten konnte die Anlageklasse ihre Qualitäten sehr gut aufzeigen.
  • Die Anlageklasse zeigte sich auch zuletzt resistent gegen zeitweilig fallende Anleihenkurse.
  • Gleichzeitig konnte sie eine deutliche Überrendite zu klassischen Anleiheportfolios generieren.

Ausblick Q4

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  • Die Volatilitäten dürften auch in den nächsten Monaten wieder etwas zunehmen. 
  • Das Gesamtportfolio ist breit diversifiziert, die einzelnen Investmentlösungen sind teilweise nicht korreliert bzw. sogar negativ korreliert und tragen zusammen zu einer stabilen Wertentwicklung bei einer vergleichsweise geringen Gesamtvolatilität bei.
  • Angestrebt wird eine deutliche Mehrrendite gegenüber klassischen Anleiheinvestments bei vergleichsweise moderateren Kursschwankungen gegenüber Aktienanlagen.

Sentiment

Rückblick Q3

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  • Seit Jahresanfang oszilliert der Fear-and-Greed Index dicht um die 50 und damit unauffällig zwischen den beiden Extremen 0 und 100.
  • Der Fear-and-Greed Index (Greed = Gier, Fear = Angst) ist ein klassischer Kontra-Indikator. Im Bereich 100 haben die Optimisten die Oberhand, im Bereich der 0 die Pessimisten. Bei 50  halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage.
  • Bei übertriebener Euphorie hat es sich in der Vergangenheit oft bewährt, das Risiko im Portfolio sukzessive zu reduzieren.
  • Bei übertriebener Panik hat es sich nicht zuletzt im März 2020 gezeigt, dass sich oftmals sehr interessante Kaufniveaus ergeben.

Ausblick Q4

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  • Wir berücksichtigen diesen und weitere Indikatoren, um Überhitzungen oder übertriebene Panik erkennen zu können.
  • Vieles spricht für weiter steigende Aktienkurse, die aber von wieder steigenden Schwankungen in den nächsten Monaten begleitet sein dürften.
  • Wir richten uns hier weiterhin an unserem eigenen Risikoindikator aus, der uns aktuell noch eine optimistische Ausrichtung anzeigt.
Fear & Greed Index | Quelle: CNN Business
Fear & Greed Over Time | Quelle: CNN Business

Glossar

BlackRock Geopolitical Risk Indikator

Verfolgt und misst die relative Häufigkeit von Analystenreportings, Finanznachrichten und Tweets, die in Verbindung mit geopolitischen Risiken stehen.

Case Shiller KGV

Spiegelt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens wider.

Unterscheidet sich vom klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses dadurch, dass zum Berechnen der inflationsbereinigte, mittlere Gewinn der letzten zehn Jahre verwendet wird. Dies soll temporäre Sondereinflüsse einzelner Jahre vermeiden.

Einkaufsmanagerindex
(EMI)

Einkaufsmanagerindex. Indikator zur Wirtschaftsentwicklung der verschiedenen Länder. Werte über 50 signalisieren Wachstum im Vergleich zum Vormonat. Einkaufsmanager werden monatlich zu folgenden Kerngrößen befragt: Auftragseingänge, Export, Auftragsbestand, Einkaufsmenge, Einkaufspreise/Verkaufspreise, Anzahl der Beschäftigten.

Fear & Greed Index

Der Fear & Greed Index ist ein von CNN Business (Cable News Network ist ein US-amerikanischer Fernsehsender) erstellter Indikator, der die Emotionen der Anleger an der Börse messbar machen soll. Er bewertet den S&P 500 Index nach möglichen Unter- oder Überbewertungen auf Grundlage von Panik und Gier. Die Signallinie des Index kann zwischen 0 und 100 schwanken. Hohe Werte über 50 lassen auf eine extreme Gier (Greed) schließen, während tiefe Werte unter 50 Panik (Fear) verdeutlichen.

Ted Spread

Der TED Spread (TED = englisch Treasury Bill Eurodollar Difference) ist die Differenz zwischen der Rendite für den Dreimonats-Libor und der Rendite für Dreimonats-Treasury Bills (T-Bills). Der TED Spread vergleicht demnach zwei Zinssätze auf Forderungen, die hinsichtlich der Laufzeit und der Währung übereinstimmen und sich nur hinsichtlich des Schuldners unterscheiden: Schuldner ist beim Libor eine Bank und bei T-Bills der amerikanische Staat. Daher misst der Ted Spread die Wahrscheinlichkeit für Bankeninsolvenzen

Volatilität

Die Volatilität ist ein Risikomaß und zeigt die Schwankungsintensität des Preises eines Basiswertes (z.B.  einer Aktie oder eines Index) innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, um so stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter - aber auch chancenreicher - ist eine Investition in das Basisobjekt. Es werden historische und implizite Volatilität unterschieden. In der dargestellten Grafik werden implizite Volatilitäten angezeigt.

Consumer Confidence Index (CCI)

Misst die Konsumneigung der Privathaushalte in den unterschiedlichen Regionen. Dazu werden 500 repräsentativ ausgewählte Konsumenten zu folgenden Themen befragt: Beurteilung der aktuellen finanziellen Situation des Haushaltes, Beurteilung der finanziellen Situation des Haushaltes in einem Jahr, Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in einem Jahr, Erwartung der konjunkturellen Entwicklung in den nächsten fünf Jahren, Kaufabsichten. Ein Wert über 100 signalisiert eine Erhöhung der Ausgaben in den Privathaushalten für die kommenden 12 Monate.

Repo-Markt

Repo ist die Abkürzung für "Repurchase Agreement". Gemeint ist eine kurzfristige Pfandleihe, bei der ein Transaktionspartner seine Wertpapiere einem anderen überlässt – sich aber versprechen lässt, dass er sie in ein bis zwei Tagen wieder zurückbekommt. Der Wertpapier-Verleiher erhält dafür Geld, das er gerade braucht, um fällige Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Transaktion wird dann am nächsten oder übernächsten Tag zurück abgewickelt: Der ursprüngliche Besitzer erhält sein Wertpapier zurück und bekommt obendrauf noch Zinsen dafür.

Dieses Pfänderspiel ist in den vergangenen Jahrzehnten zum Kern des modernen Finanzsystems geworden. Versicherer, Hedgefonds und vor allem Geldmarktfonds beteiligen sich daran. Sie sind auf diese Weise zu Schattenbanken geworden: Banken, die hinter den Banken stehen. Man weiß nicht viel über den Repo-Markt, auf dem die Schattenbanken mit den herkömmlichen Banken kooperieren. Viel staatliche Aufsicht findet in diesem Bereich des Kapitalmarktes nicht statt, Informationen fließen spärlich nach draußen. Doch die Schattenbanken sind inzwischen mindestens so wichtig wie traditionelle Banken, und in vielen Fällen haben sie deren Funktionen übernommen.