Rückblick Q2 | Ausblick Q3

BLICKWINKEL 2021 - GAMECHANGER

Rückblick Q2 | Ausblick Q3

Rückblick Q2

  • Auch im 2. Quartal war die Diskussion um die Corona-Politik allgegenwärtig. Nur fokussiert sich die Diskussion nun um die Rückkehr zur schrittweisen Normalität.
  • Der weltweite Konjunkturaufschwung ist weiterhin in vollem Gange.
  • Öl- und weitere Rohstoffpreise ziehen weiter kräftig an. Gerade Bauholz, Kupfer und Eisenerz erreichen zwischenzeitlich mehrjährige Höchststände
  • Sorge bereiten vor diesem Hintergrund die relativ stark und schnell steigenden Inflationsraten.

Ausblick Q3

  • Die massiven Konjunkturpakete und die expansive Geldpolitik der Notenbanken bleiben weiterhin der Treiber für eine stabile, länger andauernde Konjunkturerholung.
  • Diese Maßnahmen bleiben auch die stützenden Säulen insbesondere für die Aktienmärkte.
  • Die Renditen der US-Staatsanleihen könnten noch weiter steigen, aber mit abnehmender Dynamik.
  • Bislang ist offen, ob die gestiegene Inflation lediglich vorübergehend oder nachhaltig ist.

Geopolitik

Rückblick Q2

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  • Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Monaten die geopolitischen Themen nahezu vollständig in den Hintergrund gedrängt.
  • Auch der Handelskonflikt zwischen USA und China köchelt zumindest medial nur auf Sparflamme.
  • Derweil kocht ein alter Konflikt wieder hoch. Die Militärübung „Sea Breeze“ unter der Führung der USA und der Ukraine im Schwarzen Meer sorgt für schlechte Stimmung in Moskau.

Ausblick Q3

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  • Wichtig wird die neue Geopolitik des neues US-Präsidenten Biden sein.
  • Von Einwanderung über Klimawandel, Wirtschaft, Infrastruktur, Sozialreform bis hin zur NATO scheint alles im Fokus zu stehen.
  • Die bereits unter Trump georderten höheren Militärausgaben scheint eine spezielle Absicht zu haben. Biden ist auf der Suche nach Verbündeten, um China und Russland einzudämmen.
  • China wird immer forscher, sei es bei dem Versuch die Grenze zu Indien zu verschieben, Hong Kong zu zermürben oder Taiwan einzugliedern.

Konjunktur

Rückblick Q2

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  • Die Weltkonjunktur erholt sich weiter. In den USA wurde im Mai so viel Personal eingestellt wie seit fast einem Jahr nicht mehr.
  • In Europa verbesserte sich die Perspektive vieler Dienstleistungsunternehmen gemäß jüngst veröffentlichter Einkaufsmanagerindizes erneut deutlich, nachdem angesichts sinkender Corona-Neufallzahlen weiter Lockerungen umgesetzt bzw. perspektivisch absehbar sind. Davon profitieren vor allem die von der Krise besonders hart betroffenen, stärker vom Tourismus abhängigen Volkswirtschaften Spaniens, Italiens und Frankreichs.

Ausblick Q3

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  • Die Impfgeschwindigkeit bleibt der Gamechanger in der Bekämpfung der Pandemie. Deutschland hat nun deutlich aufgeholt bei gleichbleibend hohem Impftempo. Europa und die USA sind insgesamt auf einem sehr guten Weg.
  • In Q3 wird die Wirtschaft maßgeblich durch die Pandemieentwicklung in Asien und Südamerika bestimmt. Hier breitete sich das Virus zuletzt wieder schneller aus. Lockdowns sind dort die wohl einzige Antwort auf die Ausbreitung, da die Impfkampagnen in diesen Teilen der Welt sehr langsam angelaufen sind. Inwieweit das zu Engpässen bei Waren- und/oder Rohstofflieferungen führt, bleibt abzuwarten.

Geldpolitik

Rückblick Q2

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  • Staaten und Notenbanken arbeiten Hand-in-Hand. Die Modern Monetary Theory (MMT) oder auch ultralockere Geldpolitik ist gekommen, um zu bleiben. Sinnbildlich hierfür steht das neue 2,2 Billionen Dollar umfassende Konjunkturprogramm des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Für die Finanzierung sorgt die Fed. •Im Euro-Raum und in den USA ziehen die Inflationsraten deutlich an.
  • Auch die Renditen für langlaufende Staatsanleihen steigen und schüren die Angst vor weiter steigenden Zinsen.

Ausblick Q3

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  • Der aktuelle Inflationsanstieg wird die Notenbanken nicht von der ultralockeren Ausrichtung ihrer Geldpolitik abbringen.
  • Bis zu einem gewissen Grad ist der Anstieg der Inflationsraten bei den Notenbanken sogar erwünscht, da sich die Staatsschulden über den Kaufkraftverlust langfristig real deutlich reduzieren.
  • Die Notenbanken werden die Zinsen insbesondere für langlaufende Staatsanleihen durch eine aktive Steuerung von Anleihekäufen weiterhin niedrig halten.
  • Der Kapitalmarkt wird darüber spekulieren, ob die Fed eine sog. Zinskurvenkontrolle einführen wird.

Aktien

Rückblick Q2

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  • Die Aktienmärkte haben in Q2 weltweit vor dem Hintergrund der zunehmenden Konjunkturerholung weiter zugelegt und zum Teil sogar neue Höchststände erreicht.
  • Die Branchenrotation, die im November 2020 begonnen hat, setzt sich im gesamten ersten Halbjahr fort. Durch die Rotation haben sich die „Lockdown-Gewinner“ und die „Re-opening“-Gewinner fast wieder angeglichen.
  • Zyklische Industriewerte und Value-Aktien profitieren davon genauso wie Bankentitel. Defensive Branchen und hochbewertete Wachstumstitel korrigieren dagegen zum Teil deutlich.

Ausblick Q3

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  • Die Bewertungen sind zwar fortgeschritten, jedoch aus unserer Sicht noch nicht maßlos übertrieben.
  • Durch den starken Kursanstieg die Leitindices gilt es nun, selektiver in der Auswahl von Einzelaktien zu werden.
  • Das Konsolidierungspotential an den Aktienmärkten halten wir aktuell aufgrund der statistisch schwachen Phase in den Sommermonaten für erhöht. Jedoch sollten Kursabschläge als Kaufgelegenheiten genutzt werden.
  • Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Konsolidierung der Technologie-Titel endet.

Anleihen

Rückblick Q2

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  • Die Renditen von Staatsanleihen sind in Q2 leicht gesunken.
  • Die 10-jährigen US-Treasuries notierten zum Ende des ersten Halbjahres bei ca. 1,5% p.a. Die Rendite für gleiche Papiere der Deutschen Staatsanleihe liegt bei ca. -0,20% p.a.
  • Grund für den leichten Rückgang im zweiten Quartal ist die Hoffnung, dass die Inflation nur vorübergehend überdurchschnittlich hoch ist.
  • Im Q2 konnten sich die Währungen der Schwellenländer deutlich erholen. Hier waren die stark gestiegenen Rohstoffpreise maßgebliche Kurstreiber.

Ausblick Q3

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  • Wir gehen davon aus, dass die Renditen langlaufender Staatsanleihen noch weiter ansteigen könnten, aber mit abnehmender Dynamik.
  • Die Notenbanken werden die Anleihekaufprogramme fortsetzen.
  • Bei Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich sehen wir aufgrund der aktuell eher niedrigen Risikoprämien kaum Potential.
  • Bessere Chancen bieten CNY-Anleihen aufgrund ihrer niedrigen Korrelation mit den westlichen Anleihemärkten und ihrer attraktiven Verzinsung. Insgesamt stellt ein breit diversifiziertes Engagement in Schwellenländeranleihen eine attraktive Alternative dar angesichts des Tiefzinsumfelds in den meisten Industrieländern.

Edelmetalle | Rohstoffe

Rückblick Q2

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  • Die Ölpreise haben sich in Q2 weiterhin deutlich erholt. Gründe hierfür waren neben der Konjunkturerholung die zwischenzeitlichen Drosselungen der Fördermengen durch die OPEC+.
  • Auch andere Rohstoffpreise und vor allem die Preise für Industriemetalle ziehen aufgrund der hohen konjunkturellen Nachfrage zum Teil spürbar an.
  • Der Goldpreis ist Jahresbeginn mit ca. 6% im Minus. Dabei war der Preis einigen Schwankungen ausgesetzt.

Ausblick Q3

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  • Gold sollte weiterhin fester Bestandteil bei der Vermögensallokation sein, als Versicherung in Zeiten turbulenter Aktienmärkte und als Schutz vor einer wieder stärker werdenden realen Negativverzinsung.
  • Auch wenn die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries noch ein wenig weiter steigen könnten, so wird die Dynamik nachlassen.
  • Vor dem Hintergrund gehen wir davon aus, dass der Goldpreis sich in einem neuen Aufwärtstrend befindet. 
  • Industriemetalle stehen möglicherweise am Anfang eines neuen Superzyklus, denn diese spielen auch bei der Dekarbonisierung eine entscheidende Rolle.

Weitere Finanzinstrumente

Rückblick Q2

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  • Wir haben in 2020 einige Veränderungen in der Zusammensetzung der Anlageklasse „Weitere Finanzinstrumente“ vorgenommen, um Marktverwerfungen wie im März letzten Jahres noch besser abfedern zu können.
  • Im ersten Halbjahr konnte die Anlageklasse ihre Qualitäten sehr gut aufzeigen.
  • Die Anlageklasse zeigte sich resistent gegen zeitweilig fallende Anleihenkurse.
  • Gleichzeitig konnte sie eine deutliche Überrendite zu klassischen Anleiheportfolios generieren.

Ausblick Q3

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  • Die Volatilitäten dürften auch in den nächsten Monaten wieder etwas zunehmen. 
  • Das Gesamtportfolio ist breit diversifiziert, die einzelnen Investmentlösungen sind teilweise nicht korreliert bzw. sogar negativ korreliert und tragen zusammen zu einer stabilen Wertentwicklung bei einer vergleichsweise geringen Gesamtvolatilität bei.
  • Angestrebt wird eine deutliche Mehrrendite gegenüber klassischen Anleiheinvestments bei vergleichsweise moderateren Kursschwankungen gegenüber Aktienanlagen.

Sentiment

Rückblick Q2

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  • Seit Jahresanfang oszilliert der Fear-and-Greed Index dicht um die 50 und damit unauffällig zwischen den beiden Extremen 0 und 100.
  • Der Fear-and-Greed Index (Greed = Gier, Fear = Angst) ist ein klassischer Kontra-Indikator. Im Bereich 100 haben die Optimisten die Oberhand, im Bereich der 0 die Pessimisten. Bei 50  halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage.
  • Bei übertriebener Euphorie hat es sich in der Vergangenheit oft bewährt, das Risiko im Portfolio sukzessive zu reduzieren.
  • Bei übertriebener Panik hat es sich nicht zuletzt im März 2020 gezeigt, dass sich oftmals sehr interessante Kaufniveaus ergeben.

Ausblick Q3

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  • Wir berücksichtigen diesen und weitere Indikatoren, um Überhitzungen oder übertriebene Panik erkennen zu können.
  • Vieles spricht für weiter steigende Aktienkurse, die aber von wieder steigenden Schwankungen in den nächsten Monaten begleitet sein dürften.
  • Wir richten uns hier weiterhin an unserem eigenen Risikoindikator aus, der uns aktuell noch eine optimistische Ausrichtung anzeigt.
Fear & Greed Over Time Index Gauge
Fear & Greed Index | Quelle: CNN Business
Fear & Greed Over Time Chart
Fear & Greed Over Time | Quelle: CNN Business

Glossar

BlackRock Geopolitical Risk Indikator

Verfolgt und misst die relative Häufigkeit von Analystenreportings, Finanznachrichten und Tweets, die in Verbindung mit geopolitischen Risiken stehen.

Case Shiller KGV

Spiegelt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens wider.

Unterscheidet sich vom klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses dadurch, dass zum Berechnen der inflationsbereinigte, mittlere Gewinn der letzten zehn Jahre verwendet wird. Dies soll temporäre Sondereinflüsse einzelner Jahre vermeiden.

Einkaufsmanagerindex
(EMI)

Einkaufsmanagerindex. Indikator zur Wirtschaftsentwicklung der verschiedenen Länder. Werte über 50 signalisieren Wachstum im Vergleich zum Vormonat. Einkaufsmanager werden monatlich zu folgenden Kerngrößen befragt: Auftragseingänge, Export, Auftragsbestand, Einkaufsmenge, Einkaufspreise/Verkaufspreise, Anzahl der Beschäftigten.

Fear & Greed Index

Der Fear & Greed Index ist ein von CNN Business (Cable News Network ist ein US-amerikanischer Fernsehsender) erstellter Indikator, der die Emotionen der Anleger an der Börse messbar machen soll. Er bewertet den S&P 500 Index nach möglichen Unter- oder Überbewertungen auf Grundlage von Panik und Gier. Die Signallinie des Index kann zwischen 0 und 100 schwanken. Hohe Werte über 50 lassen auf eine extreme Gier (Greed) schließen, während tiefe Werte unter 50 Panik (Fear) verdeutlichen.

Ted Spread

Der TED Spread (TED = englisch Treasury Bill Eurodollar Difference) ist die Differenz zwischen der Rendite für den Dreimonats-Libor und der Rendite für Dreimonats-Treasury Bills (T-Bills). Der TED Spread vergleicht demnach zwei Zinssätze auf Forderungen, die hinsichtlich der Laufzeit und der Währung übereinstimmen und sich nur hinsichtlich des Schuldners unterscheiden: Schuldner ist beim Libor eine Bank und bei T-Bills der amerikanische Staat. Daher misst der Ted Spread die Wahrscheinlichkeit für Bankeninsolvenzen

Volatilität

Die Volatilität ist ein Risikomaß und zeigt die Schwankungsintensität des Preises eines Basiswertes (z.B.  einer Aktie oder eines Index) innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, um so stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter - aber auch chancenreicher - ist eine Investition in das Basisobjekt. Es werden historische und implizite Volatilität unterschieden. In der dargestellten Grafik werden implizite Volatilitäten angezeigt.

Consumer Confidence Index (CCI)

Misst die Konsumneigung der Privathaushalte in den unterschiedlichen Regionen. Dazu werden 500 repräsentativ ausgewählte Konsumenten zu folgenden Themen befragt: Beurteilung der aktuellen finanziellen Situation des Haushaltes, Beurteilung der finanziellen Situation des Haushaltes in einem Jahr, Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in einem Jahr, Erwartung der konjunkturellen Entwicklung in den nächsten fünf Jahren, Kaufabsichten. Ein Wert über 100 signalisiert eine Erhöhung der Ausgaben in den Privathaushalten für die kommenden 12 Monate.

Repo-Markt

Repo ist die Abkürzung für "Repurchase Agreement". Gemeint ist eine kurzfristige Pfandleihe, bei der ein Transaktionspartner seine Wertpapiere einem anderen überlässt – sich aber versprechen lässt, dass er sie in ein bis zwei Tagen wieder zurückbekommt. Der Wertpapier-Verleiher erhält dafür Geld, das er gerade braucht, um fällige Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Transaktion wird dann am nächsten oder übernächsten Tag zurück abgewickelt: Der ursprüngliche Besitzer erhält sein Wertpapier zurück und bekommt obendrauf noch Zinsen dafür.

Dieses Pfänderspiel ist in den vergangenen Jahrzehnten zum Kern des modernen Finanzsystems geworden. Versicherer, Hedgefonds und vor allem Geldmarktfonds beteiligen sich daran. Sie sind auf diese Weise zu Schattenbanken geworden: Banken, die hinter den Banken stehen. Man weiß nicht viel über den Repo-Markt, auf dem die Schattenbanken mit den herkömmlichen Banken kooperieren. Viel staatliche Aufsicht findet in diesem Bereich des Kapitalmarktes nicht statt, Informationen fließen spärlich nach draußen. Doch die Schattenbanken sind inzwischen mindestens so wichtig wie traditionelle Banken, und in vielen Fällen haben sie deren Funktionen übernommen.