Investment | 17. Februar 2020

BLICKWINKEL 2020 – Kapitel 5: WÄHRUNGEN

Holger Knaup & Michael Wittek

ENDE DER DOLLAR-HAUSSE

Seit knapp zwei Jahren befindet sich der Greenback im Aufwind. Gründe sind insbesondere das stärkere Wirtschaftswachstum und das höhere Zinsniveau der USA. Dazu kommt noch der Drang der Anleger, vermeintlich sichere Häfen anzusteuern. Diese Entwicklung könnte 2020 jedoch kippen.

Eine temporäre weltwirtschaftliche Erholung könnte ein Ende der bislang anhaltenden Dollarstärke einleiten, da sich die Wachstumsdifferenzen zwischen den USA und anderen Regionen verringern und auch die (Leit-)Zinsdifferenzen weiter abnehmen sollten. Ein weiterer Faktor sind stark steigende US-Budgetdefizite, auch als Folge der unsolide finanzierten Steuerreform. Dies erfordert eine dauerhaft erhöhte Emission von US-Staatsanleihen, was den Dollar ebenfalls belasten dürfte.

Im späteren Jahresverlauf könnte die Erwartung einer erneuten weltweiten Konjunktureintrübung globale Kapitalströme in „sichere Anlagen“ wie US-Staatsanleihen begünstigen und damit den US-Dollar wieder attraktiver machen. Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor sind die Präsidentschaftswahlen in den USA, deren Ausgang auch an den Devisenmärkten im Gesamtjahr 2020 laufend antizipiert und bewertet werden wird.

Aufgrund der temporären weltwirtschaftlichen Stabilisierung erscheint eine Abschwächung oder Umkehr des bisherigen Dollar-Trends plausibel. Speziell in Relation zum Euro hat der US-Dollar mittlerweile eine hohe Bewertung aufgebaut, die sich abrupt umkehren könnte.

Aufkommende Alternativszenarien, die im späteren Verlauf von 2020 wieder einen stärkeren Dollar begünstigen könnten, sollten dennoch nicht vernachlässigt werden. Zusätzliche Volatilität könnten auch wechselhafte Markterwartungen hinsichtlich der US-Präsidentschaftswahl auslösen.

KLAR IST:

Zutreffende Prognosen für die Finanzmärkte zu treffen ist erfahrungsgemäß schwierig, für die Devisenmärkte gilt das ganz besonders. Dennoch sieht es dennoch danach aus, als könnte der US-Dollar Anfang 2020 etwas unter Druck geraten, bevor er sich im weiteren Jahresverlauf wieder erholt.

ERWARTE DAS UNERWARTETE:

Beim Handelsstreit zwischen den USA und China kommt es zu keiner endgültigen Einigung. Vielmehr verhängt Trump erneut über alle Importe aus der Volksrepublik Strafzölle. Peking antwortet mit einer massiven Abwertung des Renminbis. Zum Handelskrieg gesellt sich ein Währungskrieg. Das Verhältnis der USA zu Europa entwickelt sich analog. Da will man gar nicht wissen, wie es hinterm Horizont aussieht.

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