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AKTIEN-FAVORITEN 2024

In Kürze

2023 war ein überraschend gutes Aktienjahr. Vor allem die Erwartung fallender Leitzinsen ließ die Kurse steigen. Hier besteht ein gewisses Enttäuschungspotenzial. Allerdings spricht ein insgesamt positives Umfeld weiter für Aktien. Wie bereits erwähnt, stellt vor allem in den USA ein „soft landing“ das wahrscheinlichste Szenario dar, also ein weiterer Rückgang der Inflation und damit auch der Zinsen bei einem gleichzeitig moderaten Wirtschaftswachstum. Was bedeutet das für unsere Aktien-Favoriten 2024?

Zwar schwächt sich auch in den USA das Wirtschaftswachstum ab. Aber im Gegensatz zu Europa ist dort eine Rezession noch nicht in Sicht. Wobei die Gewinnerwartungen der Unternehmen für das Jahr 2024 unverändert positiv sind. 

Gewinnerwartungen in den USA und in Europa
Aktien-Favoriten 2024 - Kapitalmakrtausblick 2024 - Albrecht, Kitta & Co. Vermögensverwaltung & Family Office
Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung.
legten die Mag 7 mindestens zu

Im Jahr 2023 stieg der S&P 500 vor allem aufgrund der extremen Kurssteigerungen der sogenannten Magnificent 7 (Mag 7), also Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia und Tesla, die alle mindestens 50 Prozent zulegten und die im Index auch noch hoch gewichtet sind.

Mag 7 zählen weiter zu den Aktien-Favoriten 2024

Seit 2012 haben sich die Werte der Mag 7 verzwanzigfacht. Und es spricht einiges dafür, dass diese Outperformance sich auch im neuen Jahr weiter fortsetzt. So arbeiten die magischen sieben US-Techkonzerne unglaublich profitabel.

Zusammen erwirtschafteten sie im Jahr 2012 einen Gewinn von rund 30 Milliarden Dollar. Im Jahr 2023 werden es laut Analystenschätzungen insgesamt wohl 320 bis 350 Milliarden Dollar sein. Das bedeutet mehr als eine Verzehnfachung in gerade einmal elf Jahren. Die wirtschaftliche Power macht auch ein Vergleich mit der deutschen Volkswirtschaft deutlich. Die Mag 7 erwirtschafteten im Jahr 2022 zusammen einen Umsatz von 1,6 Billionen Dollar – und zwar mit gerade einmal einer Million Beschäftigten. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt belief sich im selben Zeitraum auf umgerechnet in etwa 4,2 Billionen Dollar. Hier haben aber circa 45 Millionen Menschen gearbeitet.

Die Mag 7 erwirtschaften seit Jahren überdurchschnittlich hohe Gewinne.

In den zurückliegenden Jahren legten die Gewinne der Mag 7 um mehr als 20 Prozent per annum zu. Der Gesamtmarkt schaffte dagegen nur ein Plus von sechs Prozent. Zwar scheint es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass sich diese Entwicklung im selben Ausmaß weiter fortsetzt. Dennoch ist zu erwarten, dass die Mag 7 auch in den kommenden Jahren überdurchschnittlich profitabel wirtschaften werden. Wichtig ist, dass sie die teils sehr hohen Umsatz- und Gewinnerwartungen auch erfüllen können. „Priced for perfection“.

KI sorgt für nächsten Wachstumsschub

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Mag 7 bei der künstlichen Intelligenz (KI) eine führende Rolle spielen werden. Denn für die nächste technologische Revolution sind enorme Mengen an Kapital nötig. Während vor rund 25 Jahren vor allem Hunderte von kleineren Firmen das Internet vorangetrieben haben, sind es heute bei der KI insbesondere die großen amerikanischen Technologiekonzerne.

Doch es besteht auch eine Gemeinsamkeit mit damals. KI wird voraussichtlich das Alltagsleben der Menschen und die Wirtschaft ebenso radikal verändern, wie es das Internet getan hat. Das World Wide Web ist heute kaum mehr aus dem Leben wegzudenken. Das wird in ein paar Jahren auch bei der KI der Fall sein. Für die Mag 7 startet gerade der nächste Wachstumstreiber. Damit bestehen gute Chancen, dass die entsprechenden Aktien in ihre zum Teil ambitionierten Bewertungen hineinwachsen, wie es Börsianer gerne ausdrücken.

Gute Aussichten für Dividendentitel

 

Neben den „glorreichen Sieben“ zählen Dividendentitel für 2024 zu den Favoriten. 

In der Vergangenheit sind Aktien mit einer überdurchschnittlich hohen Dividendenrendite in etwa so stark gestiegen wie der Gesamtmarkt. Dazu kommen aber eben noch die Gewinnausschüttungen, so dass der gesamte Ertrag von Dividendenaktien den vom Gesamtmarkt übersteigt.

Dividendentitel liefern eine deutliche Outperformance.

Den positiven Effekt von Dividenden zeigt ein Vergleich des Dax als Kursindex mit dem Performanceindex. Der Dax-Kursindex, der die Dividenden nicht mit einrechnet, hat auf Sicht von fünf Jahren etwas mehr als 30 Prozent zugelegt. Der entsprechende Performanceindex, in dessen Wertentwicklung die Gewinnausschüttungen mit einfließen, kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von deutlich mehr als 50 Prozent.

Anleger sollten aber nicht nur auf die Höhe der Gewinnausschüttungen achten, sondern auch auf die Zuverlässigkeit. Aus den USA stammt das Anlagekonzept der Dividenden-Aristokraten. Dazu zählen Aktiengesellschaften, die mindestens 25 Jahre lang eine steigende oder zumindest stabile Dividende gezahlt haben.

Nicht immer auf der Gewinnerseite

Natürlich gibt es immer wieder Phasen, in denen Dividendentitel einmal nicht laufen. Dies war beispielsweise 2023 der Fall. Angesichts des stark gestiegenen Zinsniveaus haben Anleger, denen ein regelmäßiges Einkommen wichtig ist, offensichtlich von Dividendenaktien in die deutlich weniger risikoreichen Anleihen umgeschichtet. 

Außerdem leiden erfahrungsgemäß vor allem konjunktursensible Dividendentitel unter einer wirtschaftlichen Abschwächung oder einer Rezession. Dann nimmt die Sorge um eine Reduzierung oder sogar Streichung der Gewinnausschüttungen zu.  Erfahrungsgemäß fallen die Kürzungen aber dann, wenn der Abschwung oder die Rezession eingetreten sind, etwas geringer aus als erwartet. Dann setzen die Dividendentitel meistens ihre langfristige Outperformance wieder fort. An diesen Punkt könnten diese Aktien im Laufe des nächsten Jahres gelangen.

2024 könnte gute Einstiegsgelegenheiten bei Dividendenaktien bieten.

Deutsche Aktien nicht abschreiben

Die Aktienmärkte können sich von der Politik abkoppeln.

Viele Menschen haben das Gefühl, dass sich Deutschland gerade abschafft. Die Ampelregierung glänzt vor allem durch Streit und zum Teil völlig unrealistische Zielvorgaben (Neubauwohnungen, Elektroautos oder Windräder). Und bei der Migrationspolitik scheint Berlin völlig ratlos. Diese Bedenken sollten Anleger aber nicht eins zu eins auf die hiesigen Aktienmärkte übertragen.

Die deutschen Dax- und die MDax-Unternehmen erwirtschaften 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Salopp ausgedrückt, juckt es sie kaum, wie es in Deutschland läuft. Zurzeit bewegen sich die Bewertungen sowohl im Vergleich mit den USA als auch gegenüber der Vergangenheit auf recht günstigen Niveaus. Und meistens dauern Rezessionen auch nicht besonders lang. Deutsche Aktien sind also durchaus einen Blick wert.

ihrer Umsätze erwirtschaften M-/DAX-Unternehmen im Ausland

KLAR IST

Ohne Aktien geht es nicht. Gleichzeitig wird es Branchen geben, die stärker als der Gesamtmarkt laufen werden. Dies könnte 2024 erneut bei den Mag 7 der Fall sein. Und Dividendentitel könnten von einer Under- zu einer Outperformance wechseln.

ERWARTE DAS UNERWARTETE

Häufig sagen Banker für ein neues Aktienjahr ziemlich pauschal Kurssteigerungen von rund zehn Prozent voraus. Eine tiefe Rezession in den USA und in Europa könnte die Unternehmensgewinne jedoch schwer belasten, was wahrscheinlich hohe Kursverluste an den Aktienmärkten zur Folge hätte. Möglicherweise wächst die Wirtschaft in den USA aber unerwartet stark und China erholt sich endlich. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ziehen die globale Konjunktur nach oben. Da die Inflation weiter sinkt, halten die Notenbanken die Füße still. Dax, Dow und Co steigen auf neue Rekordniveaus.

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Anika Albrecht
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